Gästebuch

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Eben lese ich , das die Frankfurter "Carmen" vom ROH Covent Garden übernommen wird . Was für ein schöner Erfolg für unsere Oper Frankfurt . Gratulation !

Pelleas und Melisande von Claude Debussy 17.4.2017

Besser geht´s nicht!

Debussy ´s impressionistische Oper mit Tiefenwirkung excellent dargeboten vom Opernorchester unter der Leitung der Erfurter GMDIn Joana Mallwitz.
Mit den hervorragenden SängerInnen/SchauspielerInnen Bürger/Arquez/Mulligan/Nagyova/Sheratt in einer ausgezeichneten Inszenierung von Claus Guth. Das war Musiktheater auf höchstem Niveau. Sehnsüchte, Verletzungen, Eifersucht, Hoffnungen kongenial in Szene gesetzt nach der kryptischen Vorlage von Maeterlinck. Für mich ein grosser Musikgenuss und gleichzeitig ein unausweichlicher Anstoss zum Nachdenken. Oper für die Seele. Am Ende grosser Applaus.

Hans-Peter Hoogen

Die neue Produktion von "Rigoletto" ist ein ganz besonderes, herausragendes Ereignis. Nach so vielen mißglückten Inszenierungen dieses Werks ist des dem Regisseur Müller gelungen, eine überzeugende Interpretation zu realisieren, allerdings nicht ohne Übertreibungen. Auch ist der seltsame Trauerzug mit Gilda Leiche nicht begründbar. Aber davon abgesehen sind die Charaktere der Personen und das kriminelle Milieu der Hofgesellschaft sehr gut herausgearbeitet und durch eine einfallsreiche Personenführung ergibt sich eine durchgehende große Spannung. Auch das Bühnenbild ist mit seinen vielen Auftrittsmöglichkeiten großartig. Sehr gut auch das Finale mit dem langsamen Verschwinden von Gilda. Alles in allem eine sehr unkonventionelle, aber sehr überzeugende Inszenierung. Die musikalische Realisierung ist überwältigend großartig gelungen durch den energischen Dirigenten Montanaro, durch unser souveränes, wundervolles Orchester und den ebenso qualifizierten Chor - wir können auf Beide stolz sein. Sie Solisten waren Sonderklasse und nicht mehr zu übertreffen, Brenda Rae schauspielerisch und gesanglich eine Idealbesetzung, ebenso Quinn Kelsey, der beste Rigoletto , den ich je erlebt habe und wenn es mit rechten Dingen zugeht, müßte er "Sänger des Jahres" werden. Mario Chang war ebenfalls ausgezeichnet. Alle übrigen genau rollengerecht besetzt, wobei Önay Koese durch seinen profunden Baß besonders auffiel. Also wieder ein besonderes Erlebnis, das lange zum Nachdenken angeregt hat.

Ich hatte Karten für "Pelléas und Melisande gekauft wegen der sehr eindrucksvollen Inszenierung und vor allem, weil ich erleben wollte, ob Björn Bürger vor dem mächtigen Vorbild von Christian Gerhaher bestehen könne. Er hat alle Erwartungen voll überzeugend und glänzend erfüllt, mehr noch, mir scheint, die Stimme klang frischer und jugendlicher und war allen Anforderungen großartig gewachsen, Gratulation! Gaelle Arquez ist besonders wandlungsfähig, nach ihrem beeindruckenden Xerxes war sie jetzt mit vielen stimmlichen und ausdrucksmäßigen Nuancen eine vollkommen adäquate Besetzung der Melisande. Auch alle anderen Rollen waren genau rollen- und typengerecht ausgezeichnet besetzt. Die Dirigentin Joana Mallwitz war eine vollkommene Interpretin der schwierigen Partitur und unser wundervolles Orchester wie immer bewundernswert. Also wieder ein besonders, eindrucksvolles Erlebnis, wofür ich allen Beteiligten danke.

Ich habe mir diese Trojaner ein zweites Mal angesehen, so großartig fand ich sie. Allerdings nicht wegen, sondern trotz der Inszenierung. Wie aber die Frankfurter Oper dieses Mammut-Werk musikalisch umsetzt, das ist einfach grandios: Ein wunderbares Orchester, unter kompetentem und engagiertem Dirigat, exzellente Chöre und fantastische Solisten – allen voran Claudia Mahnke und Tanja Ariane Baumgartner.
Chapeau!

Wenn, ja wenn nur die Regie nicht gewesen wäre...

Manche Bebilderung des Vergil’schen Dramas gelang recht gut, aber über weite Strecken machte sich erkennbar Hilflosigkeit breit, begleitet vom Versuch, diese durch Aktionismus zu überdecken. Das ständige Hin-und Hergedrehe des Bühnenbildes im Zusammenspiel mit im Laufe des Abends immer ermüdenderen, kleinteiligen Ballett-Einlagen, standen in seltsamen Kontrast zur antiken Größe des Dramas und der Grandeur der herrlichen Musik von Berlioz, die förmlich zertanzt wurde.

Schade.
Weniger wäre mehr gewesen, viel mehr!