Gästebuch

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Drei Opern und der Ohrwurm. Der Ohrwurm, der Tanz aus "Schwergewicht" geht mir nicht aus dem Kopf, diese quirlige, freche, mitreißende Musik, hinreißend serviert von unserem debütierenden Sänger-Artisten Michael Porter, der mit seinem frühlingsfrischen Tenor sogar im Handstand singen kann und seiner quicklebendigen Partnerin Barbara Zechmeister.- Aber von vorne: es hat mich interessiert, Werke von Krenek kennenzulernen. Nach dem Besuch der Aufführung muß ich sagen, daß es sich um 3 sehr unterschiedliche, sogar disparate Werke handelt. Nach "Der Diktator" mit seinem sehr ernsten Thema und dem stark berührenden Schluß kommt unvermittelt die schmissige, turbulente Revue - der Kontrast war schon heftig und auch vom Komponisten so nicht beabsichtigt. Ich meine, daß Diktator und "Königreich" sehr gut zusammenpassen, aber Schwergewicht ein Fremdkörper in dieser Trilogie ist. Trotzdem war es ein thematisch und musikalisch sehr interessanter Abend. Der Regisseur hat die 3 Werke sehr gut und spannend inszeniert, im Schwergewicht allerdings mit einer nicht einleuchtenden Abänderung, indem nicht der Boxer im Trainiergerät steckt, wodurch die ganze Schlußpointe verdorben ist. Man konnte wieder die hervorragende Arbeit der Werkstätten bewundern. Musikalisch war die Wiedergabe auf höchstem Niveau, insbesondere durch den Dirigenten Zagrosek, unserem großartigen Orchester und den erwähnten Solisten, außerdem Frau Braid, die Herren Damiani, Geyer, Wolfsteiner und Marsh. (Von "Tenor.Vibrati" habe ich nichts gehört). Ein Abend, der sehr zum Nachdenken und zur Diskussion anregt. Ich blicke zurück auf eine Spielzeit mit vielen sehr eindrucksvollen Erlebnissen und großartigen Aufführungen, wofür ich allen Beteiligten danke.

Natürlich kann man zu so schwierigen Stücken nicht nur adäquate Sänger finden, und dennoch war die Einheitlichkeit der Tenor-Vibrati bedauerlich. Untypisch für die Zeit ist auch nicht, dass die Regie das Übermass an Motiven von Kreneks ungeschickten Texten noch einmal nutzlos durch Übertreibungen des Tys Liebe=Kopulation und Kleider- und bühnenbildnerischem Luxus steigert. Wie wohltuend dagegen das agile Orchester unter Zagrosek und begeisternd Sebastian Geyer, der jeder der gewiss nicht einfachen Phrasen bis in deren letzte Noten mit Sinn füllt, und selbst den Paushalitäten der Bewegungsregie etwas abgewinnen kann!

Die neue Spielzeit 17/18 ist für mich eine packende Überraschung, für die ich mich herzlich vor allem bei Herrn Loebe bedanken möchte. Auch möchte ich mich für die aktuelle noch laufende Saison bedanken: Dass die Qualität des Hauses immer wieder gesteigert werden kann/konnte, liest man regelmäßig in den gängigen Opernzeitschriften oder Internetplattformen (wenige negative Kritiken wird es natürlich auch immer wieder geben, denn es kann nicht zu 100 % dem Gesamtgeschmack aller verschiedenen Zuschauer/Kritiker entsprochen werden). Die Sänger/innen des Ensembles der Oper Frankfurt werden regelmäßig in führenden Opernhäusern wie zb der Wiener Staatsoper, Deutsche Oper Berlin etc. angagiert. Hochkarätige "Sängerstars" wie zb Michael Spyers oder Angela Meade werden wiederum in der Oper Frankfurt als Gastsänger/innen angagiert. Unsere Produktionen werden von führenden Opernhäusern in Europa übernommen und die Auslastung der Oper Frankfurt (über 90 %) ist bei dieser immensen Qualität und Nachfrage nur verständlich. Hoffen wir, dass uns Herr Loebe als Intendant der Oper Frankfurt noch lange Zeit erhalten bleibt, damit der Erfolg der Oper Frankfurt auch künftig so gut wie sichergestellt ist.

über dem glück arabellas steht das glück des zuhörers ihr zuhören zu dürfen. wenn sie dann noch von einer interpretin wie maria bengtson gesungen wird, kann kein glück grösser sein. auch dem restlichem ensemble ist es gelungen mir tränen in die augen zu zwingen! richard strauss hätte an diesem sängerensemble sein helle freude!!!!

Sie sprechen mir aus der Seele, liebe Begenheims,
vielleicht kann Johannes Martin Kränzle den Wozzeck zuhause in Frankfurt nachholen ? Auch ich freue mich, wenn er hier auftritt.