Premiere

LA SONNAMBULA
Vincenzo Bellini
1801 - 1835
Melodramma in zwei Akten
Text von Felice Romani nach dem Libretto von Eugène Scribe zu dem Ballett-pantomime La Somnambule ou L`Arrivée d`un nouveau seigneur (1827) von Jean-Pierre Aumer.
Uraufführung am 6. März 1831, Teatro Carcano, Mailand
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln


zum Werk

Eine Frau auf der Suche nach ihrer Identität, nach dem, was die Gesellschaft als Identitätsbeweis anerkennt und verlangt. Wer bin ich? Oder besser: Wer muss ich sein, damit ich als jemand gelte? Haltlos, schlafend wandelt sie durch einen Alptraum von Fragen und Ungewissheiten, von unterdrückten Bedürfnissen und Wünschen, wie durch einen Dunst, der ihr die Sicht vernebelt. Dabei versucht sie dem Druck, ihrem eigenen wie dem gesellschaftlichen, standzuhalten, in der Hoffnung, der Nebel möge sich lüften… Sie will, sie soll, sie muss klar sehen.
Die Geschichte der schönen Schlafwandlerin Amina vollzieht sich musikalisch in unendlichen, fließenden Melodiebögen – „melodie lunghe, lunghe, lunghe“, wie Giuseppe Verdi schreibt. Mit seinem Melodrama rollt Bellini dem Gesang, dem Belcanto einen feinen, ja zärtlichen Partitur-Teppich aus, dessen Struktur eine große Einheitlichkeit und volkstümliches Kolorit aufweist. Die in der Musik angelegte Doppelbödigkeit entfaltet sich jedoch erst durch eine präzise, nuancierte und wohlbalancierte Interpretation von Solisten, Chor und Orchester. Diese Herausforderung im Blick hielt der Komponist seine Intentionen in ungewöhnlich expliziten Vortragsanweisungen fest.
Die Exposition der Unsicherheit, die sich auch in der Wahl des gemischten Genres der Opera semiseria widerspiegelt, sowie die dargestellte Fragilität menschlicher Existenz entsprichen jenem zeitgenössischen Lebensgefühl, das geprägt war von politischen Umwälzungen und Unsicherheiten. Veränderungen zeichneten sich auch in der italienischen Musik ab. Nachdem Gioacchino Rossini das Komponieren für die Bühne hatte ruhen lassen, war Bellini neben Gaetano Donizetti zum führenden Opernkomponisten Italiens aufgestiegen. Den Durchbruch markierte 1827 sein Bühnenwerk Il pirata, das zum Grundstein für die romantische italienische Oper werden sollte. La Sonnambula war Bellinis erfolgreichstes Bühnenwerk und besiegelte seine Position im 19. Jahrhundert.
Termine

Donnerstag 11.12.2014 19:30 Uhr

Opernhaus
Abonnement: Serie 12

Vorverkauf und Ticketpreise

Mitwirkende

Musikalische Leitung
Eun Sun Kim
Regie
Tina Lanik
Bühnenbild
Herbert Murauer
Kostüme
Esther Geremus
Licht
Olaf Winter
Video
Katharina Duve
Dramaturgie
Mareike Wink
Chor
Tilman Michael

Amina
Brenda Rae
Elvino
Stefan Pop
Martin Mitterrutzner
Rodolfo
Kihwan Sim
Lisa
Louise Alder
Teresa
Frederika Brillembourg
Alessio
Vuyani Mlinde
Ein Notar
Simon Bode

Chor der Oper Frankfurt

Frankfurter Opern- und Muesumsorchester

 
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