Premiere

DIE GESPENSTERSONATE
Aribert Reimann
* 1936
Kammeroper in drei Akten
Text von August Strindberg
Aus dem Schwedischen übertragen und für Musik eingerichtet vom Komponisten und von Uwe Schendel
Uraufführung am 25. September 1984, Hebbel-Theater, Berliner Festwochen

Frankfurter Erstaufführung
In deutscher Sprache mit Übertiteln

Zum Werk

Der Student Arkenholz wird von Direktor Hummel in einem Haus vorgestellt, dessen Insassen auf den ersten Blick ein normales Leben führen. Allein "die Mumie", eine alte Frau, die in einem Wandschrank ihr Dasein fristet, erregt bei ihm Staunen. Arkenholz’ Interesse gilt einem schönen Fräulein, in das er sich prompt verliebt und das er bald zu seiner Frau machen möchte. Direktor Hummel, machtbesessener Strippenzieher und "Menschenfänger", will ihm augenscheinlich dazu verhelfen, – jedoch nicht ohne Gegenleistung. Die Schicksale aller Figuren scheinen auf groteske Weise miteinander verflochten. Zum großen Schrecken des Studenten leidet das junge Mädchen, ebenso wie alle übrigen Hausbewohner, unter den Folgen der Vergangenheit. In regelmäßigen Abständen wird zu einem "Gespenstersouper" geladen – es finden sich stets dieselben Gäste ein, die stets dieselben Gespräche führen. Das umgekehrte Machtverhältnis zwischen Besitzern und Dienstpersonal verstärkt die klaustrophobische Atmosphäre zusätzlich. Arkenholz durchschaut zwar die Verstrickungen von Schuld und Sühne, vermag das Netz aus Abhängigkeit und Verrat aber nicht zu zerschlagen.
Mit der Wahl, ein Stück von August Strindberg zu vertonen, hat sich Aribert Reimann für ein Kammerspiel entschieden. Das Drama wartet mit symbolistisch aufgeladenen wie absurden Szenen auf, deren ethischer und sozialkritischer Gehalt dem Stück zeitlose Gültigkeit verleiht. Die Grundthemen von Gerechtigkeit und Schuld sowie deren Vertuschung und die Unfähigkeit eines jeden Menschen, völlig schuldlos durchs Leben zu gehen, bilden die Eckpfeiler von Walter Sutcliffes Inszenierung.

Termine

Sonntag 26.01.2014

Weitere Termine:
29.01.2014  | 31.01.2014  |
02.02.2014  | 04.02.2014  |
06.02.2014  | 08.02.2014

Mitwirkende

Musikalische Leitung
Karsten Januschke
Regie
Walter Sutcliffe
Bühnenbild und Kostüme
Kaspar Glarner
Licht
Joachim Klein
Dramaturgie
Stefanie Mieszkowski

Der Alte, Direktor Hummel
Dietrich Volle
Der Student Arkenholz
Alexander Mayr
Der Oberst
Brian Galliford
Die Mumie, Frau des Oberst
Anja Silja
Das Fräulein, ihre Tochter
Barbara Zechmeister
Johansson, Diener bei Hummel:
Hans Schöpflin
Bengtsson, Bedienter beim Oberst
Björn Bürger
Die dunkle Dame, Tochter des Toten
Nina Tarandek
Die Köchin beim Oberst
Stine Marie Fischer

Frankfurter Opern- und Museumsorchester

 
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