Wiederaufnahme

MURDER IN THE CATHEDRAL
(Assassinio nella cattedrale)

Ildebrando Pizzetti
1880 - 1968

Tragedia musicale in zwei Akten und einem Intermezzo
Text von Ildebrando Pizzetti nach dem Drama Murder in the Cathedral (1935) von T. S. Eliot, englische Fassung: Geoffrey Dunn
Uraufführung am 1. März 1958, Teatro alla Scala, Mailand

In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Dauer: ca. 1 1/2 Stunden ohne Pause

zum Werk

Das Sujet: die Märtyrergeschichte des Thomas Beckett. Der einstige Lordkanzler von England und freundschaftlicher Berater Heinrich ...
Das Sujet: die Märtyrergeschichte des Thomas Beckett. Der einstige Lordkanzler von England und freundschaftlicher Berater Heinrichs II. geriet nach seiner Ernennung zum Erzbischof von Canterbury in einen heftigen Konflikt mit dem König um die Unabhängigkeit der Kirche. Am 29. Dezember 1170 wurde er ermordet. »Was bedeutet es zu leben?« Diese zentrale Frage des Dramas Murder in the Cathedral von T.S. Eliot beantwortet Pizzetti folgendermaßen: »Einen nicht-materiellen Zustand anstreben. Der Wille und die Kraft, für andere Opfer zu bringen; aus keinem anderen Grund als der Selbstverpflichtung zu einer edlen Sache.« Es ist die Antwort eines Menschen, der mit dem faschistischen Regime sympathisierte und seinen musikalischen Stil zwischen der europäischen Avantgarde und der Besinnung auf das reiche musikalische Erbe Italiens fand. Auch T.S. Eliot behielt bei seiner Suche nach einem neuen künstlerischen Ausdruck stets die tradierten dramatischen Formen im Blick. So finden sich in der Oper Reminiszenzen an die griechische Tragödie, mittelalterliche Mysterienspiele sowie Illusionsbrechungen à la Brecht neben Kirchentonarten und Anklängen an den Gregorianischen Choral. Den Aspekt der Überzeitlichkeit greift auch Keith Warner in seiner Inszenierung durch unterschiedlichste historische Anspielungen und Bezüge auf, die er in der Enge eines Schutzraumes zu Kriegszeiten zusammenführt. Das Sujet: die Märtyrergeschichte des Thomas Beckett. Der einstige Lordkanzler von England und freundschaftliche Berater König Heinrichs II. Gerät nach seiner Ernennung zum Erzbischof von Canterbury in einen heftigen Konflikt mit dem König um die Unabhängigkeit der Kirche. Am 29. Dezember 1170 wurde er ermordet. »Was bedeutet es zu leben?« Diese zentrale Frage des Dramas Murder in the Cathedral von T.S. Eliot beantwortet Pizzetti folgendermaßen: »Einen nicht-materiellen Zustand anstreben, der Wille und die Kraft, für andere Opfer zu bringen; aus keinem anderen Grund als der Selbstverpflichtung zu einer edlen Sache.« Es ist die Antwort eines Menschen, der mit dem faschistischen italienischen Regime sympathisierte und seinen musikalische Stil zwischen der europäischen Aventgarde und der Besinnung auf das reicht musikalische Erbe Italiens fand. Auch T.S. Eliot behielt bei seiner Suche nach einem neuen künstlerischen Ausdruck stets die tradierten dramatischen Formen im Blick. So finden sich in der Oper Reminiszenzen an die griechische Tragödie und mittelalterliche Mysterienspiele sowie Illusionsbrechungen á la Brecht neben Kirchentonarten und Anklängen an den Gregorianischen Choral. Den Aspekt der Überzeitlichkeit greift auch Keith Warner in seiner Inszenierung durch unterschiedlichste historische Bezüge auf, die er in der Enge eines Schutzraumes zu Kriegszeiten zusammenführt.

Handlung

Canterbury, Weihnachtszeit 1170: Volk und Priesterschaft erwarten die Rückkehr ihres Erzbischofs, des ehemaligen Kanzlers Thomas B ...
Canterbury, Weihnachtszeit 1170: Volk und Priesterschaft erwarten die Rückkehr ihres Erzbischofs, des ehemaligen Kanzlers Thomas Becket, aus Frankreich. Längst ist es zu erhebliche Kollisionen zwischen dem König und dem zu keinem Kompromiss bereiten Vertreter der Kirche gekommen. Man befürchtet das Schlimmste. Dem nunmehr eingetroffenen Erzbischof erscheinen vier Versucher, die ihn von seinem prädestinierten Weg abbringen wollen. Am Weihnachtsmorgen hält Becket dem Volk eine Predigt über das Mysterium des Todes und die Unabdingbarkeit des Martyriums. Anderntags erscheinen, angeblich im Auftrag Heinrichs II., vier bewaffnete Barone. Becket lehnt ihr Ansinnen, ihn auf die weltliche Seite zu bringen, entschieden ab. Die Ritter schwören Vergeltung. Becket schlägt den Rat ab, sich in Sicherheit zu bringen. Damit setzt er selbst sein Schicksal in Gang. Er wird von den vier Mördern in der Kirche niedergemacht. Während eines langgestreckten demagogischen Rechtfertigungssermons der Ritter betet das Volk zu Gott um Gnade für alle.
Termine

Samstag 18.04.2015

Weitere Termine:
26.04.2015  | 08.05.2015  |
14.05.2015  | 25.05.2015

Mitwirkende

Musikalische Leitung
Karsten Januschke
Regie
Keith Warner
Bühnenbild
Tilo Steffens
Kostüme
Julia Müer
Dramaturgie
Norbert Abels
Licht
Olaf Winter
Chor
Tilman Michael
Kinderchor
Markus Ehmann

Erzbischof Tommaso / Thomas Becket
Sir John Tomlinson
Ein Herold
Michael McCown
Erster Priester
Hans-Jürgen Lazar
Zweiter Priester
Dietrich Volle
Dritter Priester
Vuyani Mlinde
Erster Versucher / Erster Ritter
Beau Gibson
Zweiter Versucher / Zweiter Ritter
Simon Bailey
Dritter Versucher / Dritter Ritter
Sebastian Geyer
Vierter Versucher / Vierter Ritter
Alfred Reiter
Erste Chorführerin
Britta Stallmeister
Zweite Chorführerin
Jenny Carlstedt

Chor und Kinderchor der Oper Frankfurt

Frankfurter Opern- und Museumsorchester

 
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