Premiere

HÄNSEL UND GRETEL
Engelbert Humperdinck
1854 -1921

Märchenspiel in drei Bildern
Text von Adelheid Wette nach dem gleichnamigen Märchen (1810) von Jacob und Wilhelm Grimm
Uraufführung am 23. Dezember 1893 am Hoftheater, Weimar

Mit Übertiteln

Einführung vor jeder Vorstellung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer

Zum Werk

Ist es wirklich nur ein finsterer und bitterkalter Wald, in dem sich die Kinder des Besenbinders verirren und in die Fänge einer dämonischen Macht geraten? Oder führt der Irrpfad nicht vielmehr nach Innen, ins Seelendickicht, ins Herz aller früh- und spätromantischen Topografie? Dorthin, wo auch Webers Wolfsschlucht und Caspar David Friedrichs Eisschollen zu finden sind? Zweifellos geschieht mit den Kindern etwas im Unbehausten und sie sind, wenn sie den Wald verlassen, nicht mehr die, die ihn betraten. Andererseits: Sowohl die Brüder Grimm aus Hanau als auch Engelbert Humperdinck, der sein musikalisches Märchen im wirtschaftlich aufblühenden Frankfurt – am Scheffeleck – komponierte, waren gleichermaßen Künstler des Eisernen Zeitalters, des Jahrhunderts der industriellen Revolution und der skrupellosen Ausbeutung, das nicht zuletzt den Heranwachsenden Unzumutbares zumutete. Die Kinderarbeit war – man denke an Dickensʼ verhungernde Waisen und Arbeitshausknaben – der Normalfall in einer vor Übergewicht fast platzenden Besitzbourgeoisie. Beides, die seelische und die soziale Not der Kinder, spiegelt sich in der Geschichte des ausgesetzten Geschwisterpaares, das am Ende zu den wundervollen Klängen des zum Tanzreigen angestimmten Dank- und Rettungsgesanges die Erfahrung gemacht hat, dass man einzig durch eigenes Handeln den Lichtstrahl der Unabhängigkeit zu erblicken vermag. Im mehrstimmigen Chorsatz erklingt dann endlich jener tief berührende Choral vom hellen Tag der Freiheit, der das Dunkel von Furcht und Fron in glücklicher und liedhafter Naivität endlich ablöst. Erst also »wenn die Not aufs Höchste steigt« und die Verelendung auf dem Zenit angelangt ist, erscheint am Horizont leuchtend die – Gott sei es gedankt – unbelehrbare und deshalb ewige Kinderhoffnung darauf, dass doch noch einmal alles gut wird auf dieser grausamen Welt.
Termine

Donnerstag 25.12.2014 14:00 Uhr

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Opernhaus

Vorverkauf und Ticketpreise

Mitwirkende

Musikalische Leitung
Hartmut Keil
Regie
Keith Warner
Bühnenbild
Jason Southgate
Kostüme
Julia Müer
Licht
John Bishop
Dramaturgie
Norbert Abels
Kinderchor
Markus Ehmann

Peter, Besenbinder
Simon Bailey
Gertrud, sein Weib
Barbara Zechmeister
Hänsel
Katharina Magiera
Gretel
Juanita Lascarro
Die Knusperhexe
Michael McCown
Sandmännchen
Katharina Ruckgaber*
Taumännchen
Kateryna Kasper
Kinderchor der Oper Frankfurt

Frankfurter Opern- und Museumsorchester


 
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