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Wer Michael Quast schon einmal erlebt hat in einer seiner "Bearbeitungen", z.B. des Don Giovanni oder Faust, wird keinen Abend des Offenbach-Zyklus an der Oper Frankfurt versäumen! Und wer das Vergnügen noch nicht hatte, kann in der laufenden Saison noch mehrfach in der Oper Frankfurt die Gelegenheit nutzen, ihn kennen zu lernen. Dieser Künstler ist ein Phänomen, der mit Sprachwitz agiert und mit Geräuschen, Mimik und Bewegungsfeuerwerk ganze Ensembles darstellt!
Und so spricht Michael Quast selbst über sein Projekt: „Der Kölner Jude Jacques Offenbach mit der Pariser Karriere ist der wahre Antipode zum sächsischen Gesinnungsgermanen Richard Wagner. Wenn uns Wagner wie ein schwerer Wein überwältigt, so werden wir durch Offenbachschen Vin mousseux stimuliert und erheitert. Es darf und soll mitten in der Arie herzlich gelacht werden. Bei Offenbach ist die bessere Stimmung im Theater und – ganz wichtig! – auf dem Nachhauseweg! Allerdings denkt sich der deutsche Theatergänger am nächsten Morgen: ‚Ein bisschen unseriös war's doch.’ Und batsch! wird die große und schwierige Kunst des Lachtheaters wieder degradiert zum bloßen Amüsement, das etwas Minderwertiges zu sein scheint. Dabei hat uns Offenbach – für einen Augenblick – zu besseren Menschen gemacht. Karl Kraus stellte Offenbach neben Shakespeare. Das ist Weltliteratur: anarchisch-genial zusammengekloppt wie Orpheus in der Unterwelt, perfekt gebaut wie Die schöne Helena, als augenzwinkernde große Oper wie Blaubart, als wohlkalkulierter Reißer wie Die Großherzogin von Gerolstein, zum Bersten vital und melancholisch zugleich wie Pariser Leben. Es geht um nichts Geringeres als die Neuentdeckung eines großen Meisters intelligenter Unterhaltung.“
Nach den bejubelten Aufführungen von Orpheus in der Unterwelt, Die schöne Helena, Blaubart und Die Herzogin von Gerolstein wird am 11. Mai 2010 mit Pariser Leben der Zyklus beendet.
Auch in der Saison 2010/2011 wird Michael Quast wieder an der Oper Frankfurt zu Gast sein!
