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Premiere
LA GIUDITTA
Francisco António de Almeida
1702 - 1755
Oratorium in zwei Teilen
Text von unbekanntem Dichter nach dem Alten Testament
Uraufführung 1726, Rom
Szenische Erstaufführung
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
ZUM WERK
Sie verführt ihn, macht ihn betrunken, enthauptet Holofernes und hält ihrem Volk den Kopf des Generals entgegen, um zum Kampf gegen den Assyrerkönig Nebukadnezar zu ermutigen. Als einer der beliebtesten Oratorienstoffe des 18. Jahrhunderts kann die Bibelepisode von Judith gelten: Die Geschichte der mutigen Witwe, Tochter Israels, die im von Holofernes´ Truppen belagerten Betulia lebt und ihr Volk befreit, galt für bildende Künstler wie für Musiker des Spätbarock als eindringliches Glaubensbekenntnis. Dem Werk des portugiesischen Komponisten de Almeida waren Dutzende andere Vertonungen vorausgegangen. Das Textbuch eines unbekannten Dichters, das ihm als Vorlage diente, folgt den für das Oratorium des 18. Jahrhunderts verbindlichen Regeln: Es ist in zwei Abschnitte gegliedert, die ursprünglich eine Predigt umrahmen sollten. Mit einem einzigen dramatischen Höhepunkt, der Enthauptung des Tyrannen, eignete sich der Stoff weniger für das Musiktheater als für kirchliche Aufführungen. Über die erste Vorstellung der opera sacra ist genauso wenig bekannt wie über den Komponisten selbst. Als Stipendiat des portugiesischen Königs lebte er bis 1726 sechs Jahre lang in Rom und schrieb, geprägt von Alessandro Scarlatti, für die portugiesische Botschaft. La Giuditta entstand im letzten Jahr seines Stipendiums und wurde vor dem Widmungsträger, dem Botschafter, uraufgeführt. Nach seiner Rückkehr in die Heimat galt de Almeida als Karnevalsopernkomponist des königlichen Hofes in Lissabon und konnte sich lediglich im Bereich der Kirchenmusik einer »ernsten« Kunstform widmen. Nur wenige seiner Werke sind vollständig erhalten. Sie zeugen von dem Theaterinstinkt einer herausragenden, zu Unrecht vergessenen Musikerpersönlichkeit: Sein Hauptwerk, La Giuditta, wird das erste Mal seit seiner Entstehung in szenischer Form aufgeführt.
Die Produktionen im Bockenheimer Depot werden gefördert von der Aventis Foundation
Termine
Samstag 12.06.2010
Weitere Termine:
14.06.2010 | 16.06.2010 |
18.06.2010 | 20.06.2010 |
21.06.2010
Mitwirkende
Musikalische Leitung
Felice Venanzoni
Regie
Guillaume Bernardi
Bühnenbild
Dirk Becker
Kostüme
Jorge Jara
Dramaturgie
Zsolt Horpácsy
Licht
Matthias Paul
Giuditta, eine junge Witwe
Brenda Rae
Holofernes, assyrischer Feldherr
Julian Prégardien
Achior, Hauptmann der Ammoniter
Christiane Karg
Ozias, Befehlshaber von Betulien
Matthias Rexroth
Frankfurter Opern- und Museumsorchester