RUSALKA
Wiederaufnahme

RUSALKA
Antonin Dvorak
1841 - 1904
Lyrisches Märchen in drei Akten
Text von Jaroslav Kvapil nach der Erzählung Undine (1811) von Friedrich de la Motte Fouqué, dem Märchen Die kleine Meerjungfrau von Hans Christian Andersen und dem deutschen Märchendrama Die versunkene Glocke von Gerhart Hauptmann
Uraufführung am 31. März 1901, Nationaltheater, Prag

In tschechischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Übernahme einer Produktion der Opéra national de Lorraine

Dauer: ca. 3 1/2 Stunden inkl. 2 Pausen

Zum Werk

Allen Warnungen trotzt die Nixe Rusalka, als sie, Tochter des Wassermanns, sich unter die Menschen begibt. Ihre Menschwerdung bedeutet den endgültigen Verlust ihrer Heimat und ihres Elements, des Wassers – Reservoir aller Selbstauflösung und Ichlosigkeit. Ihr geliebter Prinz will sie zur Braut, doch noch vor der Hochzeit ist es eine fremde Fürstin, die sein wechselhaftes Begehren weckt. Nur durch Blutrache an ihm könnte Rusalka in ihr vorheriges Dasein zurückkehren, aber auch ihr Verzicht kann den Geliebten nicht retten. Als Irrlicht findet der reumütige Prinz sie wieder und erfleht von ihr den Kuss, der seinen Tod bedeutet.
Regisseur und Bühnenbildner Jim Lucassen zeigt Dvoraks Märchenoper in einem Naturkundemuseum, einem paradigmatischen Raum der Begegnung zwischen den Zeiten und Welten. Rusalkas Heimat, für die menschlichen Besucher zum Standbild erstarrt, erwacht nachts zum Leben. Doch ihre Grenzüberschreitung in die feindselige Zivilisation am Hof des Prinzen offenbart der Wasserfrau eine skelettierte und verdorrte Natur. Durch seine klare und einfühlsame Bildsprache gelang Lucassen eine Bühneninterpretation, die anlässlich der Premiere in Nancy 2010 und der Wiederaufnahme in Montpellier 2011 gleichermaßen hohes Lob erhielt. In seiner Inszenierung ist dieses Werk, das ein Herzstück des tschechischen Opernrepertoires bildet, zum ersten Mal seit 24 Jahren wieder in Frankfurt zu erleben.

Obwohl er insgesamt zehn Opern schrieb, gelang Antonín Dvořák nur mit seiner Rusalka ein wirklich dauerhafter Musiktheater-Erfolg. Denn für diese stand dem Komponisten erstmals ein ausgezeichnetes Libretto zur Verfügen. Der junge Autor Jaroslav Kvapil hatte sich von den westeuropäischen alten Sagen der Nixen und Wasserfrauen inspirieren lassen, verflocht diese jedoch auf einzigartige Weise mit den slawischen Mythen der Rusalki und Wassermänner. Die Geschichte ist bekannt: Die Nixe Rusalka verliebt sich in einen Prinzen und opfert für die Verwandlung in eine menschliche Gestalt ihre Stimme. Doch schon bald wendet der Prinz sich einer Fremden Fürstin zu. Rusalka flieht, aber eine Rückkehr in ihr vorheriges Dasein ist nicht möglich. Als der Prinz schließlich reumütig zu ihr zurückkehrt, kann Rusalkas Umarmung ihm nur noch den Tod Bringen. Der tragisch verlaufende Zusammenprall der menschlichen, »zivilisierten« Welt mit einer zauberhaft idealisierten Natur steht im Fokus diese Werks. Regisseur und Bühnenbildner Jim Lucassen hat diesen Konflikt durch die Verortung in einem Naturkundemuseum besonders sinnfällig gemacht. Die Welt der Natur und der Märchen ist hier zum Ausstellungsobjekt geworden, in dem Rusalka zu einer Projektionsfläche für die übersteigerten Wunschträume des Prinzen verkommt. Im Versuch, diesen Traum zu leben, scheitern beide.
Termine

Sonntag 15.02.2015 19:00 Uhr

Weitere Termine

Opernhaus
Abonnement: Serie 24

Vorverkauf und Ticketpreise

Mitwirkende

Musikalische Leitung
Sebastian Weigle
Regie und Bühnenbild
Jim Lucassen
Kostüme
Amélie Sator
Licht
Andreas Grüter
Dramaturgie
Ton Boorsma
Chor
Tilman Michael

Rusalka
Olesya Golovneva
Prinz
A.J. Glueckert
Fremde Fürstin
Claudia Mahnke
Wassermann
Andreas Bauer
Ježibaba, die Hexe
Katharina Magiera
Heger / Jäger
Sebastian Geyer
Küchenjunge
Maria Pantiukhova *

Frankfurter Opern- und Museumsorchester


*Mitglied des Opernstudios

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