Premiere

DREI EINAKTER
Bohuslav Martinů
1890 - 1959

TRÄNEN DES MESSERS
Oper in einem Akt. Text von Georges Ribemont-Dessaignes. Uraufführung am 22. Oktober 1969, Staatstheater, Brünn

KOMÖDIE AUF DER BRÜCKE Komische Funkoper in einem Akt.
Text vom Komponisten nach einer Vorlage von Václav Kliment Klicpera. Uraufführung am 18. März 1937 durch den Prager Rundfunk.

ZWEIMAL ALEXANDER
Komische Oper in einem Akt. Text von André Wurmser. Uraufführung am 10. Februar 1964, Nationaltheater, Mannheim

Mit Übertiteln

Einführung vor jeder Vorstellung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Depot

zum Werk

Im Alter von 45 Jahren schrieb Bohuslav Martinů über sich selbst: »Ich war nie ein Avantgardist.« Und doch zählt er zu den innovativen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Sein breites und vielfältiges Schaffen spiegelt unterschiedlichste musikalische Einflüsse wider. In den 1920er Jahren siedelte der gebürtige Tscheche nach Paris über, von wo aus sich seine Anerkennung als Komponist international verbreitete. Die Werke, die in den folgenden Jahren entstanden, greifen die zeitgenössischen Strömungen der französischen Hauptstadt auf – von der Komponistengruppe Les Six und dem Neoklassizismus über Igor Strawinsky bis hin zum Jazz. Zu diesen Kompositionen zählen auch die drei Einakter Tränen des Messers (1928), Komödie auf der Brücke (1935) und Zweimal Alexander (1937). Die erste Oper stieß auf Ablehnung mit ihrer grotesken Handlung vom Mädchen Eleonora, das sich in einen Erhängten verliebt, diesen mit einem vorbeikommenden Radfahrer eifersüchtig machen will und schließlich – zum Selbstmord bereit – erkennt, dass es sich bei dem endlich erwachenden Geliebten um den Satan selbst handelt. Das exzentrische Libretto stammt aus der Feder des dadaistischen Dichters Georges Ribemont-Dessaignes. Uraufgeführt wurden die Tränen des Messers erst 1969 – sieben Jahre nach Martinůs Tod – in Brünn. Die Funkoper Komödie auf der Brücke, eine der ersten ihrer Art, die allerdings bereits 1948 erstmals szenisch aufgeführt wurde, beweist Martinůs Gespür für die Bedeutung und das Bewusstsein über die neuen Möglichkeiten technischer Innovationen wie etwa der aufkommenden Massenmedien. Ein musikgeschichtliches Zitat hingegen stellt die komische Oper Zweimal Alexander mit ihrem in der Musiktheater-Geschichte tief verwurzelten Sujet der Treue-Probe und verschiedensten tradierten musikalischen Formen dar, die sich in einem surrealen Geflecht von Traum und Wirklichkeit entfalten. Auch die Uraufführung dieser Oper »überlebte« Bohuslav Martinů um fünf Jahre.
Termine

Mittwoch 15.07.2015 19:30 Uhr

Weitere Termine

Bockenheimer Depot

Vorverkauf und Ticketpreise

Mitwirkende

Musikalische Leitung
Hartmut Keil
Regie
Beate Baron
Bühnenbild
Yassu Yabara
Kostüme
Gwendolyn Jenkins
Licht
Joachim Klein
Dramaturgie
Mareike Wink

ZWEIMAL ALEXANDER

Armande
Anna Ryberg
Alexandre
Sebastian Geyer
Oscar
Simon Bode
Philomène / Erzählerin
Katharina Magiera
Das Portrait / Erzähler
Vuyani Mlinde

TRÄNEN DES MESSERS

Elonora
Elizabeth Reiter
Mutter
Katharina Magiera
Satan
Vuyani Mlinde

KOMÖDIE AUF DER BRÜCKE

Popelka
Maren Favela
Hans, ihr Verlobter
Sebastian Geyer
Der Bierbrauer
Vuyani Mlinde
Eva, seine Frau
Katharina Magiera
Der Lehrer
Simon Bode

Frankfurter Opern- und Museumsorchester
 
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