Premiere

DER ROSENKAVALIER
Richard Strauss
1864 - 1949

Komödie für Musik in drei Aufzügen
Text von Hugo von Hofmannsthal
Uraufführung am 26. Januar 1911, Königliches Opernhaus Dresden


Mit Übertiteln

Einführung vor jeder Vorstellung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer

Zum Werk

Welten scheinen zwischen den schmerzerfüllten Dissonanzen der Elektra und den silbernen Traumwirklichkeitsmusik der märchenhaften Rosenüberreichungsszene mit ihrem Celestaklang zu stehen. Es waren aber, fast auf den Tag genau, nur zwei Jahre, die die Uraufführungsdaten der zwei Meisterwerke trennten. Dem Tragischen folgt gerne das Komische. Der Rosenkavalier sollte ganz in diesem faunisch-dionysischen, ja satyrhaften Sinne ursprünglich einmal Ochs von Lerchenau heißen. Manchmal aber vermischen sich beide Farben und es destilliert sich das Tragikomische daraus. Dann erlauschen wir hinter den heiteren Walzerklängen aus der Wienerstadt die Melancholie der Einsamkeit und die Gewissheit des Verlassenwerdens. Wir erkennen, dass es sinnlos ist, inmitten durchwachter Nächte die Uhren anzuhalten, um dem unaufhaltsamen Lauf der Dinge Paroli zu bieten. Wir erfahren erschrocken den tiefen Gegensatz zwischen unserer inneren Zeitempfindung und der stur weiterschreitenden physikalischen Zeit da draußen, die sich um unseren Seelenzustand einen Kehricht schert. Gleichwohl, so belehrt uns Marie Therese, die Feldmarschallin und Fürstin von Werdenberg, solle man sich am Ende auch vor ihr nicht fürchten, denn auch sie sei »ein Geschöpf des Vaters, der uns alle erschaffen hat«. Ein Gedanke, den im gleichen aufgeklärten Jahrhundert Leibniz bereits vorgegeben hatte, indem er seiner Leserschaft den lieben Gott als einen Uhrmacher und die Welt als dessen gleichförmig tickende Schöpfung präsentierte. Der nimmersatte Eros und die zwischen den Fingern zerlaufende Zeit, die auf Ewigkeit plädierende Lust und die Endlichkeit der Liebe, die Erfahrung eben, dass alles gleitet und vorüberrinnt – das sind die von der Musik wundersam synthetisierten Grundelemente der zweiten und wohl erfolgreichsten Oper von Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal. Eine tiefe Einheit von Dauer und Wandel entsteht dabei. In Hofmannsthals den Gegensatz vereinigenden Worten: »es ist augenblicklich und ewig«.
Termine

Sonntag 24.05.2015

Weitere Termine:
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11.07.2015

Mitwirkende

Musikalische Leitung
Sebastian Weigle
Regie
Claus Guth
Bühnenbild und Kostüme
Christian Schmidt
Licht
Olaf Winter
Dramaturgie
Norbert Abels
Chor
Tilman Michael

Die Feldmarschallin Fürstin Werdenberg
Amanda Majeski
Baron Ochs auf Lerchenau
Clive Bayley
Octavian
Paula Murrihy
Herr von Faninal
Dietrich Volle
Sophie
Christiane Karg
Marianne Leitmetzerin
Barbara Zechmeister
Valzacchi
Peter Marsh
Annina
Sharon Carty
Ein Polizeikommissär
Kihwan Sim
Der Haushofmeister bei Faninal
Michael McCown
Ein Notar
Franz Mayer
Ein Wirt
Hans-Jürgen Lazar
Ein Sänger
Mario Chang

Chor der Oper Frankfurt

Frankfurter Opern- und Museumsorchester

 
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