Archiv des Gästebuchs der Oper Frankfurt


Zeitraum: 10.09.2008 - 20.09.2009

Feder zum Gästebuch der Oper Frankfurt
Arabella, Aufführung am 18. Sept. 2009:

Vielleicht sind es 15 Jahre, dass ich zuletzt in der Oper gewesen bin... - Doch dieser Abend war eine Werbung, der ich bestimmt nicht noch einmal 15 Jahre widerstehen werde. Mich hat ARABELLA entführt! Und bei aller Anerkennung gegenüber der Leistung aller - zwei Künstler bleiben mir in besonderer Erinnerung: Mandryka: Bravo! Und dies vor allem eingedenk Ihrer kurzfristigen Verpflichtung. Doch Sie wurden getopt - vom Einführungsvortrag im Chagallsaal. Selten war mir so bewusst, dass "Beruf" und "Berufung" der gleichen Wortfamilie angehören. Selten war mir so bewusst, das unsere Sprache so schön ist und durch geschickte 'mélange' mit dem Französischen bei einer zugleich so interessanten Stimme einen fast romanischen Reiz besitzt. Chapeau!

Bitte geben Sie dieses Kompliment an die Dame weiter, die den Einführungsvortrag gemacht hat.


Dr. Thomas Hartmanshenn

Hofheim, Sonntag, 20.09.2009, 16:29:20


Danke für den schönen Abend. Die Oper "Arabella" war wunderschön, die Sänger fantastisch. Nur man konnte sie des öfteren nicht richtig hören, da Herr Böer leider immer das Orchester zu laut spielen läßt. Ich hatte zum Schluss richtige Ohrenschmerzen und brauchte nach der Vorstellung einige Zeit, um richtig hören zu können. Muss dies immer so laut sein? Wenn dies andere Musikvorstellungen tun, na ja, aber die Oper ist doch wirklich was Besonderes zum Genießen. Vielleicht nimmt sich dies mal Herr Böer zu Herzen und dirigiert nächstens nicht mehr so laut.

Danke, Herr Böer.

Wir freuen uns schon auf "Die Zauberflöte" ect.

Ursula und Hans-Hubert Dietrich

Frankfurt/Main


Ursula und Hans-Hubert Dietrich

Frankfurt/Main, Sonntag, 20.09.2009, 12:58:12


Ich bin selten so betroffen aus einem Musiktheater gegangen wie gestern! Der Simplicius fasziniert, er bewegt, er ist poli-tisiernd im wahrsten Sinn des griechischen Wortes! Ich weiß nicht, ob es Regie-Absicht war, aber schon das laute Schließen aller Türen in dem Moment, als das im Sinne der von der Diktatur verfolgten Kunst dezimierte Orchester beginnen wollte, ging dermaßen unter die Haut und schuf eine Einheit zwischen den verkündenden Künstlern (auf der Bühne wurde schon lange vorher pantomisch agiert) und dem Publikum! Alle in der gleichen Folter- oder Vernichtungskammer! Wann wurde man in einem Musikthater je so intensiv angesprochen? Den beiden Protagonisten Claudia Mahnke und Frank van Aken waren die Rollen auf den Leib geschrieben! Die historisierend-aktuelle Komposition Hartmanns wird zum weiteren Beschäftigen mit diesem Seher anregen!

Ein großer Dank an Bernd Loebe für den Erwerb der Stuttgarter Produktion, die ihren lokalen Handlungsraum ja vor den Toren Frankfurts zwischen Gelnhausen und Hanau hat! Das Stück gehört einfach hierher!

Aber: Warum gönnen sich in Frankfurt trotz gleicher Inzenierung und fast gleicher Besetzung so viel weniger Menschen als in Stuttgart dieses politische Lehrstück? Offensichtlich und leider ist im Lauf der Jahre die "Verkümmerung des Endlichkeitsbewusstseins" noch größer geworden, die - so Norbert Abels im Programmheft - in der säkularisierten Massengesellschaft "die Vorstellung von Lebenseinheit auslöscht"!

Umso wichtiger ist heutzutage diese Oper von Karl Amadeus Hartmann!

A. Hofmann

Fulda, Freitag, 11.09.2009, 13:33:59


Nur anderthalb Stunden - und trotzdem große Oper! Vielen Dank, Herr Loebe, dass Sie diese wunderbare Inszenierung nach Frankfurt geholt haben. Ich durfte sie vor Jahren schon in München sehen. Damals war es purer Zufall, dass ich in dieses Stück "geriet", denn ich war auf Geschäftsreise in München und hatte für das Stück, das ich eigentlich sehen wollte (ich weiß längst nicht mehr, was das eigentlich war), keine Karte mehr bekommen. Was tun mit dem Abend? Ich ging also ohne jegliche Ahnung vom Stück in den Simplicius Simplicissimus, und war schon damals restlos begeistert!

Die Premiere in Frankfurt stand dagegen schon lange in meinem Terminkalender, am allerersten Vorverkaufstag habe ich mir die Karte besorgt! Denn dieses Stück wollte ich unbedingt noch einmal sehen!

Natürlich zitiert Hartmann, nicht nur einmal, sondern immer wieder. Zum Glück! Denn das erlaubt es mir als Zuhörerin, die ja doch letztlich mehr von "klassischer" als von moderner Oper geprägt ist, mich schon beim ersten Hören in das Stück einzufinden, denn es gibt immer wieder etwas, was ich erkenne, und was mich dann verfremdet weiter in diese berührende Musiksprache von Hartmann hineinzieht! Wenn beispielsweise aus der friedlichen Ruhe von "Nun ruhen alle Wälder" durch ein paar zusätzliche verstörende Töne Hartmanns plötzlich bedrückende Friedhofsruhe wird, dann gelingt es mir nicht, dabei kalt zu bleiben.

Was die Inszenierung von Christof Nel angeht, erkenne ich in (fast) jeder Bewegung, Geste und Miene auf der Bühne eine Bedeutung, da ist nicht belanglos, nichts bemüht in meinen Augen. Und ich hoffe, in zwei oder drei weiteren Vorstellungen des Stücks auch den wenigen Elementen, die mir noch rätselhaft sind, ihre Bedeutung zu entlocken.

Für mich ist diese Inszenierung wunderbar gelungen, gerade weil sie mir nicht platt eine Deutung vorsetzt, sondern mich fordert, selbst zu deuten, was ich etwa in aufgerissenen Mündern und Fratzen oder in der rastlosen Wanderung der Dame über die Bühne erkenne.

Was die künstlerische Qualität angeht, kann ich mich nur allen Kritiken anschließen, die ich gehört und gelesen habe: Das Frankfurter Ensemble übertrifft sich selbst! Und abgesehen von Marcia Haydée sind es diesmal wirklich ausschließlich Ensemblemitglieder, die diesen Triumph möglich gemacht haben - allen voran Claudia Mahnke, die wir hoffentlich - nach Herrn Loebes Worten auf der Premierenfeier - hoffentlich künftig häufiger in tragenden Rollen auch in anderen Stücken erleben dürfen. Welches andere Opernhaus könnte das wohl in dieser Qualität stemmen?

Auch dem Chor und Orchester muss ich ein Riesenkompliment machen: Ob gesprochen, gesungen oder gespielt, alles ist perfekt gelungen. Gerade beim Chor setzt sich der Aufwärtstrend des letzten Jahres eindrucksvoll fort!


Barbara Ritter

Frankfurt, Mittwoch, 09.09.2009, 16:02:35


Leider bietet Karl-Amadeus Hartmann mit dem "Simplicius Simplicissimus" kaum mehr an als eine recht brave Ansammlung von Anleihen bei Igor Strawinsky und Kurt Weill (z.B. das überlange "Lüderlich, ja lüderlich sind alle Weiber") - in mindestens einem Fall sogar im direkten Zitat (Le Sacre). Das Stück überzeugt weder musikalisch noch im Aufbau (extreme Verkürzung der Handlung von Grimmelshausen), anders als in seinen Symphonien fehlt Hartmann hier der zündende Funke. Das ist so brav nachkomponiert, dass man sich kaum vorstellen kann, dass eine solche Musik über ein paar verkalkte Altersheimbewohner hinaus heute noch irgendein Publikum erschrecken könnte (vgl. vorheriges Posting). Auch bleibt die Inszenierung von Christoph Nel bemüht/uninspiriert, teilweise werden die Choristen/Statisten völlig planlos über die Bühne verteilt/gejagt. Man kann diese Hilflosigkeit allerdings angesichts des dürftigen szenischen Grundmaterials nur zu gut verstehen.

Die Leistung des HAUSES jedoch war wieder einmal grundsolide. Die Protagonisten versuchten wirklich alles, ihren etwas drögen Parts Emotion und Glanz zu verleihen, insbesondere Claudia Mahnke in der Titelrolle. Das (in diesem Falle auf Streichquintett plus Bläser/Schlagwerk reduzierte) Orchester bot einmal mehr eine tadellose Leistung, wenn man sich auch seitens des Dirigenten Erik Nielsen etwas mehr "Schroffheit" und Kantenschärfe gewünscht hätte. Aber hier fand wohl die Blässe der Oper in der Routine des Dirigats ihren Widerhall.

Trotzdem: Beim 20. (und 21.!) Jahrhundert dran bleiben! La Boheme und Zauberflöte für die Ewiggestrigen gibt's ja oben drauf genug.


Thomas Müthing

Offenbach/Main, Dienstag, 08.09.2009, 12:18:16


Der Wunsch nach weiteren CD-Veröffentlichungen der Oper Frankfurt ist durchaus keine Einzelmeinung. Allerdings dürfte die Leitung des Hauses andere Ziele verfolgen, als weltbeste Baritone oder Tenöre mittels Liveaufnahmen zu verewigen (so schön und wünschenswert das im Einzelfall auch wäre - "Perlenfischer"!!!). Wahrscheinlich geht es vielmehr darum, sich noch stärker als ein Haus für die Oper des 20. Jahrhunderts zu profilieren und gleichzeitig bestehende diskographische Lücken zu schließen. Mit der Veröffentlichung des "Lear" ist dies ja auch glänzend gelungen und bei "Palestrina" dürfte die Resonanz ähnlich ausfallen. Deshalb wäre wohl "Die tote Stadt" ein geeigneter Kandidat für den nächsten Live-Mitschnitt.

Was den "Billy Budd" betrifft bin ich mit Herrn Glowalla einer Meinung. Diese Großtat gehört unbedingt auf eine DVD und im Editorial des aktuellen Opernmagazins gibt Herr Loebe ja einen Hinweis in diese Richtung (aber bitte mit der ARTE-Dokumentation als Bonusmaterial).

Zur gestrigen Premiere: Natürlich ist so ein Stück eine Zumutung an die Besucher und einige Carmen- bzw. Aida-Fans sind ja vorsorglich gar nicht erst gekommen. Verpasst haben sie einen musikalisch sehr konzentrierten und szenisch stringenten Abend mit großartigen Protagonisten auf der Bühne und im Orchestergraben. Dass Christof Nel für eine Neuproduktion nach Frankfurt zurückkehren wird ist eine erfreuliche Nachricht.


Jörg Barenscher

Fulda, Montag, 07.09.2009, 22:32:23


Sehr geehrte Damen und Herren,

werter Herr Loebe,

nach dem fulminanten Saisonstart und einer weiteren verpassten Chance unseren weltbesten Bariton Herrn Lucic auf CD oder DVD zu verewigen hoffe ich – und ich denke und hoffe, dass viele Leserinnen und Leser dieses Gästebuchs und auch viele Besucherinnen und Besucher der Oper Frankfurt so denken –, dass nunmehr wenigstens der Simon Boccanegra auf einer CD eingespielt wird. Vielleicht äußert sich die/der eine oder der andere Leser(-in) auch hierzu, damit Sie erkennen, dass es nicht nur vereinzelte Meinungen sind.

Bei dieser Gelegenheit erlaube ich mir anzufragen ob von der damaligen Billy Budd Aufzeichnung evtl. eine CD oder gar DVD auf den Markt kommt. Wäre doch zu schade, wenn hier erneut die Chance nicht genutzt werden würde das Opernhaus auch auf diese Weise nach draußen zu präsentieren.

Bei dieser Gelegenheit erlaube ich mir anzuführend, dass ich die Plakate diese Saison als sehr gelungen ansehe.

Mit freundlichen Grüßen


Michael Glowalla

Offenbach, Samstag, 05.09.2009, 20:01:34


BRAVO unserem weltbesten Verdi - Bariton: Zeljko Lucic !!

Eva Schiebler

Donnerstag, 03.09.2009, 12:32:06


Nabucco - 30.08.2009

Welch grandioser Auftakt in die neue Spielzeit! :-)))


T. Auber

Frankfurt, Deutschland - Montag, 31.08.2009, 09:14:56


Es ist wahrlich viel schöner als Weihnachten, noch 5 mal schlafen und die entbehrungsreiche Zeit der Spielzeitpause ist vorbei. Ein Beginn dann gleich mit Zeljko Lucic ist einfach nur wunderbar.

Wolfgang Kronemann

Frankfurt am Main, Deutschland - Dienstag, 25.08.2009, 17:18:54


Die Intendanz der Oper Frankfurt hat sich – schweren Herzens – dazu entschlossen, Joseph Calleja von den beiden Terminen („La Bohème“ am 3.12.09 und „La Traviata“ am 12.12.09) zu entbinden. Hintergrund ist, dass er die Chance hat, in einer Neuproduktion von Offenbachs „Hoffmanns Erzählungen“ an der New Yorker Metropolitan Opera im besagten Zeitraum die Titelrolle zu übernehmen. Ursprünglich war hierfür Rolando Villazon vorgesehen, der wegen einer Stimmband-OP absagen musste. Joseph Calleja wird in Frankfurt in den konzertanten Aufführungen „La Rondine“ in der Alten Oper im März 2010 den Ruggero singen sowie im Mai 2010 in „Lucia di Lammermoor“ die Partie des Edgardo die Ravenswood. Darüber hinaus sind in der Zukunft weitere Engagements des Tenors Joseph Calleja an der Oper Frankfurt vorgesehen.

Oper Frankfurt

Montag, 24.08.2009, 17:49:58


"Übertitel jetzt auch für die konzertante Aufführungen in der Alten Oper" - Herzlichen Dank für diesen neuen Service.

Wahrnehmung ist immer intentional. So wird mir das Eintauchen in die Komplexität (Gesamtkunstwerk)der Aufführungen und das Erinnern speziell der konzertanten Opernhöhepunkte noch leichter fallen.

Heinz Schostok

Frankfurt,Sonntag,23.08.2009


Heinz Schostok

Frankfurt, Hessen - Sonntag, 23.08.2009, 10:28:45


Was ist mit Joseph Calleja los? Eben entnehme ich der Besetzung auf Ihrer Website, dass er im Dezember weder Rodolfo noch Alfredo singt. Seine zahleichen Fans sind sehr enttäuscht. Einige wollten aus München und Salzburg anreisen, weil sie in München keine Karten bekommen haben. Schade. Und was ist mit der Lucia - besteht da Hoffnung?

Ich freue mich sehr, wenn am 30. August endlich (!) die neue Spielzeit eröffnet wird.


Heidi Bubna

Frankfurt, Deutschland - Donnerstag, 13.08.2009, 00:16:04


Erst jetzt bin ich dazu gekommen, das ausgezeichnete Programmheft zu "Palestrina" zu lesen . Ich möchte allen Personen, die an der Gestaltung des Heftes beteiligt waren und insbesondere Herrn Krasting ein großes Kompliment für eines der besten Programmhefte der letzten Zeit machen. Auch muß man der Direktion der Oper eine besondere Anerkennung aussprechen für die Energie und den Mut, ein umfangreiches Pfitzner-Projekt mit Konzerten, Vorträgen, anderen Veranstaltungen zu organisieren, was durchaus ungewöhnlich ist. Leider wurde dieses Projekt von den Medien nicht genügend gewürdigt. Die Aufführung von "Palestrina" hat mich außerordentlich beeindruckt, leider etwas beeinträchtigt durch die völlig mißratene Regie. Die musikalische Realisierung durch den großartigen Dirigenten Petrenko, unser wunderbares Orchester, alle Sängerinnen und Sänger verdient nur allerhöchstes Lob.

Klaus Grossmann

Karben, Donnerstag, 23.07.2009, 20:28:20


Gestriger Liederabend mit René Pape!

Da fehlen einem die Worte!!!!!!!!!!!

An die Intendanz: "Habet Dank"!!!!!!


A. Hofmann

Fulda, Mittwoch, 01.07.2009, 11:17:06

Liebe Frankfurter,

die Musik von Palestrina hat es mir angetan, so dass ich eine Reise von München unternommen habe, um das Werk in einer anderen Interpretation auch zu hören und zu sehen.

Und Frankfurt schneidet besser ab. Zwar kann ich die Sicht Harry Kupfers nicht teilen, auch finde ich das Thema Stalinismus und Kirche zu verschränken, doch sehr verbogen, aber in der Personenregie hat Kupfer die Nase vor Stückl.

Und nicht nur die Nase, sondern Meilen hat Kirill Petrenko der guten Frau Young voraus. Das klingt sehr viel differenzierter, atmet und ist durchdacht von Anfang bis Ende. Der Solovioline vom Donnerstag,stellvertretend für das ganze Orchester ein Sonderbravo aus Bayern.

Auch die Besetzung, soweit nicht gleich (wobei Falk Struckmann einen guten Tag hatte), schneidet insgesamt besser ab am Main. Kurt Streit macht den Palestrina ausgezeichnet, sensibel und konzentriert, die beiden Hosenrollen (Mahnke /Stallmeister) sind vorzüglich, das Konzilbild ist wesentlich spannender (gerade die sehr vielfarbige, und doch belcanteske Ansprache Morones (Kränzle), aber auch der unglaublich mühelos singende Patriarch (Bronder)und der höhensichere Budoja(Marsh)), lediglich der Pabst klang satter in München.

Die wahre Perle der Münchener Aufführung, Christiane Karg, ist wiederum im Frankfurter Ensemble, wie zu lesen war.

Gratulation also und der weiter Ausflug hat sich sehr für mich gelohnt

Andreas Schuster

München, Bayern - Freitag, 26.06.2009, 11:02:35


Über die Verwendung des Takstocks eines Dirigenten dürfte bei diesen, den Orchestermusikern und Opernbesuchern wohl Einigkeit bestehen. Eine gänzlich ungewohnte Variante gab es daher bei der gestrigen Wiederaufnahme des "Werther" zu bestaunen, als dieser der Hand des Dirigenten entschwand und auf der Bühne landete. Es war dies wohl weniger ein Zeichen des Nichteinverstandenseins mit den sängerischen Leistungen der beiden Hauptfiguren, als vielmehr Ausdruck eines äußerst leidenschaftlichen Dirigats. Wie delikat und dennoch akzentuiert hier musiziert wurde, wie zwischen kammermusikalischer Intimität und großem orchestralen Aufschwung jederzeit die Balance gehalten wurde, dass war einfach bewundernswert. Gerne würde man diesen jungen Dirigenten einmal am Pult einer Neuproduktion erleben, denn hinter den Herren Weigle, De Billy und Petrenko muß sich Constantinos Carydis nicht verstecken. Gesungen wurde, wie könnte es anders sein, auf hohem Niveau. Stefano Secco lief vor allem in den beiden Schlußakten zu großer Form auf, die berühmte Arie gelang ihm vortrefflich und das Sterben auf der Bühne scheint italienischen Tenören ohnehin im Blut zu liegen. Eine ebenbürtige Partnerin stand mit Alice Coote an seiner Seite. Hervorragend auch die Ensemblemitglieder, allen voran Britta Stallmeister und Michael Nagy (sängerisch nobel, darstellerisch ziemlich fies). Szenisch gefällt mir diese Aufführung mit jedem mal besser, denn wie hier mit wenig Requisite, viel Licht und kluger Personenführung eine größtmögliche Wirkung erzielt wird, dass war auch beim vierten Besuch beeindruckend und von den drei in den vergangenen Spielzeiten aufgeführten "Goethe-Opern" gefällt sie mir mit Abstand am besten. Zum Thema Goethe: Da wartet ja "Fausts Verdammnis" im nächsten Juni auf uns. Wie wäre es einmal mit "Mignon" oder Busonis Faust-Oper (dem großen Antipoden Pfitzners)?

Jörg Barenscher

Fulda, Samstag, 20.06.2009, 13:08:20


Eben heimgekehrt aus dem Werther. Unverständnis, dass diese schöne Inszenierung so wenige Zuschauer anzieht. Aber auch enttäuscht: Alice Coote als Sesto - zum Niederknien. Alice Coote im Liederabend - der wundervollste Liederabend meines Lebens. Alice Coote als Charlotte - bitte geben Sie mir Claudia Mahnke wieder! Das war eine Charlotte, die selbst ihrem genialen Werther (und der Premieren-Charlotte allemal) die Show stahl!

Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich bin ein Fan von Alice Coote. Ich hoffe, sie singt noch oft in Frankfurt. Aber warum singt sie nicht das, was sie besser kann als jede andere? Nächste Spielzeit ist sie wieder für eine Partie angekündigt, die weder zu ihr noch zu ihrer Stimme passt. Warum bekommen wir sie nicht in den Partien zu sehen, in denen sie darstellerisch und sängerisch besser ist als jede andere? Hosenrollen! Am liebsten Händel oder wenigstens Barock!

Stefano Secco konnte im Vergleich zu Piotr Beczala nur verlieren. Er hat sich tapfer geschlagen. Die Umbesetzungen aus dem Ensemble dagegen überzeugend: Michael Nagy an erster Stelle, natürlich auch Peter Marsh, Britta Stallmeister als Sophie zurückgekehrt.

Insgesamt zwiespältig. Wundervolle Inszenierung, aber doch mit Wermutstropfen.


Barbara Ritter

Frankfurt, Freitag, 19.06.2009, 23:52:40


Sehr geehrter Herr Michael Mohn,

zwar war ich nicht in der Premiere, aber in der zweiten Vorstellung.

Große Sängerleistungen, dabei herausragend in der Kombination von Gesang und Spiel: Claudia Mahnke als Hosenrolle Silla und Johannes Martin Kränzle als ranghöchster Kardinal Morone. Kurt Streit als Palestrina, ein fantastischer Sänger, wirkt darstellerisch verhalten und gehemmt. Falk Struckmann als Borromeo dagegen mit großer Präsenz, stimmlich nicht immer ganz mühelos. Britta Stallmeister eindringlich, und auch alle anderen Rollen in sehr guter Form.

Die Inszenierung Harry Kupfers wagt kühne Vergleiche. Diese werden zu überdeutlich und zu statisch vorgestellt. Erst im großen 2. Bild kommt auch Leben und Witz auf. Das Ende könnte ergreifen, ist aber wieder konzertant dargeboten.

Kirill Petrenko und das Opernorchester sind in Hochform.

Soweit mein äußerst positiver Eindruck.

Peter Szelka

Giessen, Hessen - Freitag, 12.06.2009, 01:03:00


Gerade komme ich von Palestrina nach Hause. Eine denkwürdige Aufführung, weil sie musikalisch so exquisit ist. Kirill Petrenko dirigierte diese einzigartige Musik weltklasse.

Und Sänger und Orchester folgten ihm auf höchstem Niveau.

Inhaltlich und szenisch kann man sich schon fragen, ob die Welt dieses Stück braucht, aber musikalisch sind Juwelen, die man in Frankfurt auch so zu hören bekommt.

Ein großes Kompliment an Kurt Streit, Claudia Mahnke und Britta Stallmeister im ersten Akt. Falk Struckmann sang und spielte gut, bis auf einige Höhen, die ihm im Hals stecken bleiben zu scheinen. Im zweiten Akt hatten dann alle Männer der Frankfurter Oper ihren Auftritt. Hervorragend dabei die ausladende Rede von Johannes Martin Kränzle , aber auch Frank van Aken kann Akzente setzen. Michael Nagy, Franz Mayer, Peter Bronder, Alfred Reiter, Magnus Baldvinsson, Hans- Jürgen Lazar, Simon, Bailey, Dietrich Volle, Peter Marsh haben Mehrfachrollen und singen gerade im ersten Akt die Meister der Tonkunst berückend verhalten.

Ich empfehle den Besuch dringend. Aber bitte lesen Sie sich ein, oder studieren Sie wenigstens den Inhalt gut. Je öfter ( ich sehe Palestrina nun zum 4. Mal) man diese Musik hört, desto unerhört schöner wird sie.

Und besser habe ich sie live noch nicht gehört.


Gregor Schuster

Frankfurt, Donnerstag, 11.06.2009, 23:00:33


Harry Kupfer - ein Könner seines Fachs - erweist sich als hervorragender Kenner von Machtstrukturen und weiß deren psychologische Grundlagen überzeugend darzustellen. Kein Wunder, war er doch jahrelang in der stalinistisch gepräten DDR ein erfolgreicher Regisseur, dem das Privileg regelmäßiger Westreisen gewährt wurde. In der Oper Palestrina zeigt er, dem leider das Gefühl für die spirituelle Dimension fehlt, konsequent und schlüssig die atheistische Sichtweise auf ein religiöses Thema. Im Hintergrund großformatig ständig Videoclips von Stalin, einem der größten Massenmörder des 20. Jahrhunderts zu zeigen, ist alledings ganz starker Tobak. Auf die pure Verletzung religiöser Gefühle zielt die Photomontage Stalins mit Tiara. Manchmal tun mir die Künstler leid, die aus Sorge um ihren Arnbeitsplatz jeden Unfug auf der Bühne mitmachen müssen. Schade um diese Oper, die ich mir häufiger auf den Spielplänen wünschte. Das Premierenpublikum reagierte ob der platten Provokation angemessen: Es verweigerte dem Regisseur die Buhs und verließ bald nach dem Schlußvorhang in Scharen den Zuschauerraum.

Dr. Bernhard Link

Mömbris, Donnerstag, 11.06.2009, 16:23:56


Möchte jemand (für einen leider Verhinderten)seine Eindrücke der Palestrina-Premiere schildern? Danke dafür.

Michael Mohn

Mittwoch, 10.06.2009, 17:41:17


Zum sechsten und vorerst letzten Mal besuchte ich gestern die Aufführung der "Lucia". Das ist mein persönlicher Rekord innerhalb einer Spielzeit und ist mir hier einmal eine lobende Erwähnung wert, denn das Opernhaus liegt ja nicht eben vor meiner Haustür. Aber Joseph Calleja und Christine Schäfer ließen mir (und sicherlich vielen anderen) eigentlich auch keine andere Wahl. War es bei Calleja der pure Wohllaut einer edlen Stimme der einen überwältigte, so gelang Christine Schäfer das faszinierende, glaubhafte Porträt einer liebenden, leidenden Frau. Mittels Tönen und Gesten wurde hier die Klage einer Seele geformt. Eine in jeder Hinsicht außergewöhnliche künstlerische Leistung war da zu bewundern und zu bejubeln.

In einem Artikel auf der Homepage von Christine Schäfer habe ich gelesen, daß Aribert Reimann die Oper "Bernarda Albas aus" nicht zuletzt für diese Sängerin komponiert hat, sie die Uraufführung aber nicht singen konnte. Wäre es nicht naheliegend diese Oper mit dieser Interpretin einmal in Frankfurt auf die Bühne zu bringen. Ein überaus kompetenter Dirigent des Reimannschen Klangkosmos hat sich hier ja im letzten Oktober vorgestellt.


Jörg Barenscher

Fulda, Montag, 01.06.2009, 13:50:53


Hinweisen möchte ich auf interessante Beiträge zum Lohengrin in

www.festspiele.de

ins Forum gehen unter Deutschland, Frankfurt


Silvia Retzer

Bayreuth, Freitag, 22.05.2009, 12:31:01


Hallo zusammen,

wie ich gelesen habe, habt ihr eine Eurovision Song contest-Teilnehmerin unter Vertrag und ich wüßte gerne ob Malena Ernman noch öfters bei euch singt. Beim oben genanten contest habe ich Sie singen hören und war gleich von der Stimme begeistert und hätte Sie auch gerne auf Platz 1 gesehen.

Gruß Karin


Karin

Reichenau, BW - Donnerstag, 21.05.2009, 15:27:44


Aus verschiedenen Gründen konnten wir die ersten zwei Termine unseres Abonnements der ?Oper für Kinder? leider nicht wahrnehmen. Umso glücklicher waren wir, dass es gestern geklappt hat und wir die einfühlsam aufbereitete Inszenierung des Lohengrin in vollen Zügen geniessen konnten. Nicht nur wir, sondern auch unser 5-jähriger Enkel, verfolgten voller Spannung die sehr gekonnt präsentierte und nie ins allzu Kindische abgleitende Vorstellung.

Die Unterbrechung mit der Befragung der jungen und alten Zuschauer fanden wir auch sehr professionell.

Ein großes Lob für die Initiatoren dieser Reihe und vor allem für Frau Deborah Einspieler verbunden mit besten Wünschen für sie,

Margot und Sergio Risi mit Simon Jakob


Sergio Risi

Mainz, Deutschland - Sonntag, 17.05.2009, 15:05:50


Liebe Frankfurter,

ein großes Lob für diesen fabelhaften Lohengrin. Eine hintergründige, absolut nicht flache Inszenierung und eine hervorragende musikalische Qualität.

Herrn de Billy erwartend, war ich zunächst "not amused", ihn nicht anzutreffen, aber Herr Nielsen hat das fabelhaft gemacht. Einzig die beiden Charakterpartien fand ich bedenklich. Erstens von der Diktion, aber auch von der dauerbrüllenden Tongebung. Erste Verschleißerscheinungen waren unüberhörbar. Lange geht das nicht gut.

Umso bewegender das Liebespaar, auch nicht immer ganz unfrei von forcierten Tönen, aber mit enormer Hingabe.

Und ein edeler König mit großer Tessitur und ein über alle Zweifel erhabener Luxus Heerrufer.

Dazu der prachtvoll- sonore Chor und ein wunderbar aufgelegtes Orchester.

Frankfurt ist eine Reise wert.


Mark Eller

Wien, Österreich - Freitag, 15.05.2009, 21:04:14


Vor einem Jahr haben meine Eltern mir zum bestandenen Abitur ein Premierenabo für die Oper Frankfurt geschenkt . Da ich nun seitdem die Oper regelmässig , nicht nur zu Premieren , aufsuche möchte ich auf diesem Wege der Oper einen grossen Dank aussprechen für viele interessante und spannende Abende ! Ich hätte nie gedacht , das Musiktheater dermaßen spannend sein kann ! All diese grandiosen Inszenierungen die ich sehen durfte , haben meinen Horizont erweitert und ich habe auch bereits viele Freunde animieren können mit in die Oper zu gehen ! Die letzten Premiere die ich gesehen habe - Lohengrin - hat mich so sehr begeistert , das ich bereits Karten für zwei weitere Aufführungen gekauft habe ! Eine derart sängerische Glanzleistung ist ja einfach unvorstellbar und auf der Klang aus dem Orchestergraben : UMWERFEND ! Grossartig nicht nur gesungen sondern auch gespielt . Hätte nie für möglich gehalten das Opernsänger auch so grosses schauspielerisches Talent besitzen ! Bezugnehmend auf Lohengrin möchte ich , was die darstellerische Seite betrifft , besonders einen Sänger hervorheben : Die wohl " kleinste " Partie des Heerrufers ( gesungen von Hr.n Kränzle ) zieht einen den ganzen Abend in den Bann ! Obwohl sowenig zu singen setzt er mit so grossem Können diese "Kleine" Rolle fast in den Mittelpunkt . Alle Darsteller waren grandios aber Elza van den Heever einfach anbetungswürdig ! Danke für diesen Abend ! Ich werde hoffentlich noch viele Abende in Ihrem Opernhaus verbingen und werde nimmer müde sein ,meinen Freundeskreis zu animieren , daran teilzunehemen ! Danke Jenny F.

Jenny Frausunkel

Karben, Donnerstag, 14.05.2009, 00:20:00


Eigentlich ist schon alles gesagt,aber ich möchte es trotzdem nochmal erwähnen:

Die letzte Woche am 5.5. LIEDERABEND GERHAHER und am 8.5.

LUCIA waren zwei Saisonhöhepunkte in einer an wunderbaren

Aufführungen wahrlich nicht armen Spielzeit.

Das Sängerniveau kann es mit jeder Staatsoper aufnehmen.

Aber in Frankfurt sind die Preise noch bezahlbar.

Weiter so!


I.Reuter

Frankfurt, Mittwoch, 13.05.2009, 13:55:13


Ich habe gerade festgestellt, dass die noch ausstehenden Aufführungen des Lohengrin (für mich überraschenderweise) noch nicht ausverkauft sind. Daher meine Empfehlung: Gehen Sie hin! Es ist eine guter Lohengrin, sowohl musikalisch als auch hinsichtlich der Inszenierung. Man sollte sich da nicht so leicht einschüchtern lassen, insonderheit nicht von mehr oder weniger berufenen Kommentatoren (nicht nur in diesem Gästebuch), für die zum Teil die Inszenierung schon allein deshalb schlecht und unansehnlich ist, weil Lohengrin weder Rüstung noch Schwert trägt und auch nicht die kleinste Spur des lieben Schwans zu sehen ist. Wer sich den Luxus einer eigenen Meinung leistet, auf Schwert und Schwan verzichten kann, eine zeitgenössische bzw. zeitgemäße Wagner-Inszenierung sehen möchte und in der Lage ist, sich auf eine solche einzulassen, sollte sich diesen Lohengrin nicht entgehen lassen.

(Für alle Argwöhner: Nein, ich werde nicht von der Oper Frankfurt bezahlt...)


Michael Mohn

Mittwoch, 13.05.2009, 13:13:07


Die Aufführung der Lucia mit Christine Schäfer und Matthew Polenzani heute abend, 10. Mai, war eine Sternstunde!!!

Kaum zu übertreffen!

Bravo Frankfurt!!!


Annette Salmon

Darmstadt, Montag, 11.05.2009, 00:31:48


Sehr geehrter Herr Loebe! Ein großes Kompliment was Sie aus der Oper Frankfurt gemacht haben. Wir wendeten uns einst ab und gingen mehrere Jahre nach Wiesbaden.

Die Vorfreude auf den gestrigen Opernabend war bei uns groß! Was wir erleben durften übertraf bei weitem was wir uns vorstellen konnten. "Lucia di Lammermoor" hat uns tief beeindruckt, die Aufführung war in jeder Hinsicht außergewöhnlich hervorragend. Unser herzlicher Dank für dieses Erlebnis gilt allen Mitwirkenden, doch besonders Frau Christine Schäfer, die uns wie auch Matthew Polenzani,

sehr sehr begeisterte. DANKE, DANKE, DANKE sagen

Christa und Alfred Schmitt, Maria und Bernd Meintzinger


Christa Schmitt, Kronthaler Str. 35, 65812 Bad Soden

Samstag, 09.05.2009, 10:04:48


Der Lohengrin gestern war vom Orchester und den Chorsängern her wunderbar ,auch wenn der Dirigent einige Male schwer "geschleppt" hatte und ich schon befürchtet habe ,daß Jimmy Levine im Orchestergraben steht...;-)

Ich lasse mich gerne auf neue ,interessante Inszenierungen ein und muß auch nicht unbedingt einen Schwan sehen...Aber daß in dem Kino z.B.ein Strick parat ist,daß etwas wie "water boarding " veranstaltet wird ,daß vielfach so offensichtlich gegen Musik und Text inszeniert worden ist tut weh .

Als ich daheim meinen 8jährigen Enkeln vom Gottesgericht erzählte ( sie kennen Lohengrin als DVD von Bayreuth,die Kupfer Inszenierung ) sagte der eine : "...die spinnen ,die Leute vom Theater " .Recht hat er ,leider !

Und darum freue ich mich schon jetzt auf den "Werther" ,der mir noch gut in Erinnerung ist und ,obwohl modern inszeniert ,doch so stimmig ist...


Silvia Hostin

Freitag, 08.05.2009, 12:18:04


Im Gegenteil, liebe Frau Tacken, ich fand die Inszenierung großartig. Gut, dass geschmäcker verschieden sind.

Endlich mal das Überheilige weg, und fein erzähltes Theater.

Lohengrininzenierungen gibt es wenig gelungene. Erzählt man die deutliche geschichte zu direkt, wirds doch peinlich.

Den Oskar für die beste Nebenrolle bitte an den Hausmeister Kränzle. So mit viel Liebe zum Detail dargestellt, und mit seiner strahlenden Baritonstimme ist das auch eine Hauptrolle. Wunderbar der frische Lohengrin König und der markige König von Frank. Auch Elzas Elsa sucht ihresgleichen. Nur das "böse" Paar hat micht vokal enttäuscht, da es sehr unverständlich sang und ich unter dem Balkon keinen Blick auf die Texte hatte. Ich habe ebenfalls die gestrige Aufführung besucht und bin begeistert.


Adrian Hellbrück

Frankfurt, Freitag, 08.05.2009, 12:09:09



Ich war gestern in der B-Premiere Lohengrin, gehe seit 1964 in die Oper, habe Lohengrin 42x gesehen! Diese Inszenierung ist eine Gemeinheit und Beleidigung für den Zuschauer, bzw. Wagner. Der Text hat nichts mit der Handlung der Sänger zu tun! Lohengrin als Penner, kein Schwan, keine Schwerter, nicht mal eine Matratze im Brautgemach, Heerrufer als Hausmeister! Alles spielt in einem Kino, das nervt auf Dauer doch gewaltig! M.König war ein großartiger Lohengrin, nach seinem tollen Florestan war das auch klar! Schade das Herr Frank geht, er war ein gewaltiger,ausdruckvoller König. Die Damen waren mit Einschränkung gut, Orchester erst am 3.Akt in voller Form. Unser Chor u. Extrachor ist toll! Insgesamt geht man nur noch einmal wegen der Sänger hin, Augen zu dabei, Ich hoffe sehr es wird bald wieder ansehbare Opern hier geben?! Sonst werden die Zuschauer sicher nicht mehr werden! Grüsse von M. Tacken

Marguerita Tacken

Frankfurt/M, Hessen - Freitag, 08.05.2009, 09:07:54


Premiere Lohengrin , ein großer Opernabend, für den ich mich herzlich bedanken möchte.

Eine feine Personenregie, die zwischenmenschliche Tragödien erzählt. Da ist es mir fast egal, ob letztlich alles haargenau aufgeht. Die Sänger spielen fabelhaft miteinander. Elza van den Heever und Johannes Martin Kränzle haben da für mich darstellerisch die Nase vorn, und singen obendrein großartig. Aber auch Robert Hayward, der manchmal leider sehr verquollen klingt, wirft sich mit seiner ganzen Energie in die Szene. Sängerisch ist auch Michael König ein Genuss in seiner lyrischen Langmut.

Den Chor habe ich seit Jahren nicht so präsent erlebt. Und das Orchester und Bertrand de Billy machen einen musikalischen Krimi aus der Partitur.

Sicher werde ich mir das nochmal ansehen und -hören.


Oliver Mühleisen

Wiesbaden, Mittwoch, 06.05.2009, 10:06:07


Vorhin im Großen Haus:

Robert Schumann, Christian Gerhaher, Gerold Huber

- Kunstlied in absoluter Vollendung -

Eine Sternstunde!!!!!!!!!!!!


A. Hofmann

Fulda, Mittwoch, 06.05.2009, 00:53:03


Herr Roos, sprechen Sie doch bitte für sich und nicht für "das Publikum"! Ich finde mich in Ihrer Beurteilung des Lohengrin nicht wieder, obwohl es gelegentlich Berührungspunkte gibt.

Ganz persönlich konnte ich mit der Inszenierung wenig anfangen. Vielleicht bin ich durch Trittico, Cosi und ähnliches aus den vergangenen Jahren zu verwöhnt. Die wenigen inszenatorischen Ideen blieben mir zu fragmentarisch, eine geschlossene Idee, die der Oper eine zusätzliche Dimension gibt - wie es den Top-Inszenierungen Trittico und Cosi gelungen ist -, fehlt mir hier. Auch ästhetisch bieten Bühne und Kostüme nur wenig, was meinem Auge schmeichelt - positive Ausnahme sind dabei für mich nur die Ein- und Ausblendungen der Akte hinter der "Filmleinwand".

Musikalisch hat mir der Lohengrin allerdings wunderbar gefallen. Obwohl ich schon vor der Premiere einen langen Arbeitstag hinter mir hatte und müde war, wurden mir nur die Pausen, nicht die Akte der Oper lang. Dirigent und Orchester bekamen meines Erachtens zu Recht schon bei der Rückkehr nach den Pausen gewaltigen Applaus. Unter den Sängern hat mir auch Elza van den Heever ganz besonders gefallen. Sie versteht es, die Figur sängerisch und darstellerisch auf ihre ganz eigene Art zu charakterisieren, und ich höre und sehe sie gleichermaßen gerne auf der Bühne. Übrigens nicht nur in dieser Rolle.

Und auch der Chor war diesmal ein besonderer Genuss! Weiter so!


Barbara Ritter

Dienstag, 05.05.2009, 15:37:46


Lohengrin vom 3. Mai,

da das ursprünglich vorgesehene Regieteam kurzfristig ausgetauscht wurde, muß man gewisse Abstriche machen. Leider bekommt man die Gründe hierfür nur aus der Gerüchteküche.

Was Herr D. Herzog dem Publikum vorsetzt, sind nur einzelne szenische Darstellungen und jeder Besucher soll sich daraus eine eigene Interpretation machen. Man muß sich nur die unterschiedlichen Intepretationsbeurteilungen in den Medien ansehen und manchmal wird nur das Geschehen kommentarlos wiedergegeben.

Für mich hat Herr Herzog den Ansatz für das Stück aus der Rahmenhandlung genommen, nämlich die kriegerische Auseinandersetzung der Brabanter mit den Sachsen (nun soll des Reiches Feind sich nahn, wir wollen tapfer ihn empfahn, aus seinem öden Ost....nimmer wagen mehr. Herr Herzog hat den Osten etliche Kilometer östlicher verlegt, was die Braunhemden am Ende dokumentieren).

Die ganze Geschichte läuft wie im Kinofilm ab, wobei Filmrisse beabsichtigt sind.

Der undurchsichtige zwielichtige, wie aus dem Nichts kommende fremdartige Lohengrin, der am Ende geauso wieder dubios verschwindet, soll der Heilsbringer in dieser Auseinandersetzung sein (ob freiwillig oder unfreiwillig oder manipuliert, ist nicht ersichtlich).

Elsa, die dramaturgisch keine wichtige Rolle spielt, kann reale und irreale Welt nicht unterscheiden.

Der eigentliche Held ist Telramund mit der starken Persönlichkeit der Ortrud als Spiritus Rektorin, weil er leider vergebens ohne Rücksicht auf seine Existenz, Gesundheit und Leben immer wieder auf die drohende Gefahr hinweist und sich nicht einmal durch Folter daran hindern läßt. Die Oper müßte bei Herrn Herzog eigentlich Telramund heißen.

Das Publikum ist am Ende bei der Beurteilung gespalten. Die einen Besucher, die ein vorgefertigtes nach alten bewährten Rezepten hergestelltes Menü erwartet haben sind lautstark unzufrieden, die anderen Besucher dagegen, die aus den köstlichen angebotenen Zutaten selbst ihre Götterspeise zubereiten, sind hellauf begeistert.

Leider kommt die musikalische Beurteilung ausnahmsweise zu kurz (was in der Oper der Hauptfaktor ist und leider oftmals vergessen wird). Nur muß erwähnt werden, daß die Elsa eine Fehlbesetzung ist. So ähnlich, wie die Violinen im Vorspiel das Gralsmotiv spielen, soll die Elsa klingen, nämlich vom kleinsten Piano beginnend, langsam phrasierend in die höchsten Töne (lyrisch) gleitend und dann auch wieder energisch fragend klingend.

Durch den geschlossenen Bühnenraum waren die akkustischen Verhältnisse beeinträchtigt und der Chor wirkte oft sehr nachhallend.

Ich würde trotzdem auf viele Besucher hoffen, weil sich jeder ein persönliches Bild machen sollte.

Ich freue mich jetzt schon auf den Palestrina, der leider zu Unrecht auf deutschen Bühnen ein Schattendasein führt.

Franz Roos, Rüsselsheim


Roos Franz

Rüsselsheim, Hessen - Dienstag, 05.05.2009, 09:09:46


Als langjähriger Besucher und Abonnent genieße ich das aufregende und mutige Angebot an Werken und vor allem an Sängerinnen und Sängern sehr. Leider vermisse ich seit einer Ewigkeit Bellini in Ihrem Programm; gibt es einen Grund hierfür oder einen Hoffnungsschimmer für mich?

Mit freundlichen Grüßen


Sergio Risi

Mainz, Montag, 04.05.2009, 13:25:34


Erstmal freue ich mich auf den "Lohengrin" ,auch wenn ich schon wieder diverse "Unkenrufe" vernommen habe was die Regie betrifft .Und erst recht auf die Wiederaufnahme des ganz wunderbaren "Werther"...möge er so gut sein wie ich ihn hier zuletzt gehört habe !

Und für die neue Saison :endlich eine Oper von Ades ; chapeau für diesen Mut !

Noch ein kleiner Nachtrag zu der "Zauberflöte" :meine 7jährigen Enkel waren drinnen und riefen am Schluß ganz begeistert "Wiederholung" .Gibt es ein besseres Lob ?


Silvia Hostin

Freitag, 01.05.2009, 01:26:18


Am nächsten Karfreitag ist Parsifal und nicht La Boheme! Na also, geht doch!

K. Wegstein

Montag, 27.04.2009, 18:35:47


Nach intensiver Sichtung des Spielplans der kommenden Saison möchte ich einfach nur sagen: Gratulation! Hoffentlich wird die Oper Frankfurt für dieses großartig-mutige und soweit ich sehe konkurrenzlos interessante Konzept belohnt.

Michael Mohn

Montag, 27.04.2009, 17:56:44


ich komme gerade von meiner 3. trittico aufführung und muss ein kompliment an den leiter der wiederaufnahme fabian von matt loswerden. die etlichen neubesetzungen sind hervorragend mit eingebracht. tabarro ist fast noch intensiver als in der ersten serie. die erstbesetzung der angelica war sicher 1-2 nummern grösser, aber frau lascarro ist immer ein ereignis und bei den kleineren rollen leuchten brenda rae (ich finde es grossartig, dass sie die lucia geben wird), nina bernsteiner und die fleißige und tüchtige katharina magiera. die inszenierung ist fabelhaft und kommt hoffentlich in 2-3 jahren zurück.grosses kompliment an das orchester und den maestro.

2 fragen: warum fehlen die übertitel am anfang der angelica und ab wieviel besuchen gibt s ermäßigung - ich geh bestimmt nochmals hin.


willy egli

frankfurt, Sonntag, 26.04.2009, 23:03:01


Habe heute die Elektra besucht. Naja! Zumindest die Musik hat man zwar laut genug gehört; die Sänger/-innen wäre klasse gewesen. Das war mir leider nicht vergönnt. Leider kein so tolles Erlebnis... Und in Zukunft gehe ich wieder ins Theater, weil da "stört" wenigstens die Musik nicht :-)

Alexander Zierer

Rothenburg ob der Tauber, Bayern - Samstag, 25.04.2009, 00:42:04


Ja, das ist wahrlich ein außergewöhnlicher Spielplan! Und drückt damit die Intendanz nicht auch ihr Vertrauen in das Frankfurter Opernpublikum aus, von dem es mit gutem Recht erwarten kann, dass es auch solche "randständigen" Produktionen mit einem gehörigen Maß an Enthusiasmus begleiten wird. Zwar wirft der Ring seine Schatten voraus, aber die Vielfalt der Premieren scheint er wohl nicht zu gefährden, was ja keineswegs selbstverständlich ist. Durchaus selbstverständlich an diesem Haus die Verpflichtung von großartigen Sängerinnen und Sängern, ja welche vokalen Kostbarkeiten da wieder auf einen warten, z. B. die famose Sonia Prina, eine tragende Säule der Neueinspielung von Vivaldis Opernkompositionen. Und diese Arabella, diese Zdenka, dieser Mandryka! Und Joseph Calleja zählt ja fast schon zum Ensemble, was die Terminplanung auch nicht leichter macht. Jammerschade allerdings, dass man nur einmal in den Genuss von Bernard Fink kommt, wohl eine der renommiertesten Liedinterpretinnen der Gegenwart. Also da liegt eine weitere anregende Spielzeit vor uns, bei der man fast vergisst, dass man darüber auch wieder ein Jahr älter wird. Aber sie machen es einem damit auch etwas leichter.

Aber der "Macbeth", wo ist diese Oper geblieben. Die haben sie hoffentlich nicht nach Basel oder an die Komische Oper verkauft, wo Calixto Bieito noch hoch im Kurst steht.


Jörg Barenscher

Fulda, Donnerstag, 23.04.2009, 23:03:54


Nach dem Studium des neuen Spielplans möchte ich der Oper Frankfurt ein großes Kompliment für die Premieren-Auswahl 2009/2010 aussprechen. Es gehört meines Erachtens großer Mut und ein berechtigtes Vertrauen in Qualität dazu, einen solchen Premierenreigen zu konzipieren, der bis auf das "Rheingold" ausschließlich auf eher randständige Werke setzt. Einen spannenderen Premierenplan dürfte nächste Spielzeit kaum ein Haus in Deutschland zu bieten haben, und Werke wie "Simplicius simplicissimus" oder "L´Oracolo" sollten auch mögliche Skeptiker davon überzeugen können, dass gute Opern nicht unbedingt immer "La traviata" oder "Carmen" heißen müssen.

Stephan M. Hübner

Frankfurt am Main, Donnerstag, 23.04.2009, 13:43:31


Ich kann nur sagen, Glückwunsch zum neuen Spielplan, das ist sehr vielversprechend. Ich persönlich freue mich ganz besonders, die "Tote Stadt" mal auf der Bühne kennenlernen zu können. Schön, dass auch der "Nabucco" und der "Parsifal" wieder dabei sind und natürlich bin ich besonders gespannt auf den Einstieg zum neuen "Ring". Ich bin der Meinung, dass Sie Ihrem Publikum damit ein spannendes Angebot aus Klassikern und neu zu Entdeckendem bieten. Und vielleicht, werter Herr Loebe, kann man ja in den nächsten Jahren doch auch mal über eine "Carmen" oder auch wieder mal eine (szenische) "Aida" nachdenken...

Michael Sauer

Donnerstag, 23.04.2009, 13:27:51


Soeben die Saisonvorschau 2009/2010 eingesehen. Danke,

dass Sie einige selten gespielte Werke auf das Programm gesetzt haben. Bin sehr gespannt auf Korngolds "Tote Stadt".

Auch die Wiederaufnahmen können sich sehen lassen!

Und endlich wird wieder ein Ring geschmiedet! Danke!

Freue mich schon sehr auf die neue Spielzeit.


Dieter Hartwig

Taunusstein, Donnerstag, 23.04.2009, 10:10:29


Die Diskussion verfolge ich mit Interesse. Auch ich finde, man müsste die religiösen Tage zumindest berücksichtigen. Gegen "Boheme" Karfreitag hätte ich gar nicht so viel, ganz glücklich ist die Stückwahl sicher nicht. Aber , Entschuldigung, das Niveau der Aufführung war nicht gut, zumindest nicht Italienisch. Viel zu lamoriant dirigiert. Und die meisten Sänger hatten keine Italianita. Als Halbitalienierin bin ich vielleicht zu sensibel. Aussprache, Gestus und Phrasierung lassen zu wünschen übrig, abgesehen davon, dass die Inszenierung ein Trauerspiel ist.

Es gibt auch viele gute Abende in Frankfurt.


Laura Schneider-Narano

Ffm, Montag, 20.04.2009, 10:17:31


Große Aufregung um garnichts. Sind alle die hier schreiben sooooo religiös, oder genießt nicht jeder seinen freien Tag wie er mag. Wer ohne Sünde ist werfe den ersten Stein...

U.Fischer

Frankfurt, Sonntag, 19.04.2009, 17:27:59


Meine Güte, schon wieder vergeht einem die Lust an diesem Gästebuch! Darf denn wieder einmal nicht einer der einen und der andere anderer Meinung sein? Zumal wir alle auch über den Spielplan der nächsten Karfreitage nicht entscheiden werden - und der Karfreitag meines Wissen keineswegs zu "Glaubenskriegen" aufruft!

Inhaltlich möchte ich kurz bemerken, dass das Staatstheater Stuttgart zwar keine Oper gespielt hat, wohl aber Ballett im Opernhaus, und zwar "La fille malgardée". Ich glaube nicht, dass jemand behaupten möchte, dass dieses Programm besser zum Karfreitag passt. Ob an den anderen genannten Häusern wirklich die Pforten geschlossen waren, kann ich aufgrund nicht vorliegender Programme nicht beurteilen.

Ich wundere mich ein wenig, dass die Proteststürme so sehr über "La Bohème" hereinbrechen. Man könnte meinen, die Oper Frankfurt habe eine komische Oper gespielt - vielleicht ist dem einen oder anderen entgangen, dass der "Opernschlager" das keineswegs ist? Ich gebe zu, dass der Parsifal womöglich ein noch passenderes Programm gewesen wäre, aber die Oper Frankfurt hat nun einmal diese Spielzeit keinen im Spielplan. Und von den Opern, die in diesem Monat auf dem Spielplan stehen, passt "La Bohème" durchaus als ernstes Festtagsprogramm!

Übrigens: Wenn Veranstaltungen unter freiem Himmel kritisiert werden, etwa ein Feuerwerk, dann kann ich dem auch als nicht gläubiger Mensch folgen. Schließlich können sich dem die Anwohner kaum entziehen und dürften sich sehr wohl beklagen, dass ihre religiösen Gefühle gekränkt werden. Anders allerdings, wenn in geschlossenen Räumen und ohne Lärmbelästigung für die Außenwelt gespielt wird - dann kann sich jeder, der ein solches Programm persönlich nicht am Karfreitag erleben möchte, ganz einfach entziehen, indem er den Tag so verbringt, wie es ihm sowieso vorschwebt, eben nicht in der Oper ... Die Oper Frankfurt spielt nicht unter freiem Himmel, deshalb sind weder die gesetzlichen Regelungen noch die genannten Präzedenzfällen übertragbar. Und ich erkenne nicht, wie die Oper Frankfurt in ihren eigenen Räumlichkeiten die religiösen Gefühler derer verletzten könnten, die an diesem Tag nicht hingehen.

Übrigens: Ich bin selbstständig. Bezahlter Sonderurlaub wird mir also keineswegs geschenkt.

Der Oper Frankfurt wird allerdings ein Feiertag "geschenkt", den (wie die Verkaufszahlen für die Eintrittkarten an diesen Tagen zeigen) viele Menschen gerne für einen Opernbesuch nutzen. Wenn es schon nicht ihre freie Entscheidung sein soll, wie sie diesen Tag verbringen möchten (religiös oder mit Kunstgenuss) - vielleicht ist es ja möglich, der Oper Frankfurt die Feiertagseinnahmen mit einem "Opernschlager" zu gönnen, die letztlich allen Opernfreunden auch an anderen Vorstellungsterminen durch attraktives Programm und gute Besetzung zugute kommen?


Barbara Ritter

Frankfurt, Samstag, 18.04.2009, 00:59:33


Oh Gott!

P. Pillades

Freitag, 17.04.2009, 10:29:54


Mir geht trotz allem Verständnis für den Schutz der Feiertage einfach nicht auf, was daran unbotmäßig ist, wenn eine (überwiegend) ernste Oper, die letztlich auch Leiden und Sterben zum Thema hat, aufzuführen. Einen Opernbesuch - bzw. das Ansetzen einer Oper am Karfreitag als fehlende Rücksichtnahme auf religiöse Gefühle zu bezeichnen, finde ich absurd. So käme ich umgekehrt nie auf die Idee, mich als "Ungläubige" über das Glockengebimmel an Sonn- und Feiertagen zu beschweren...

Bettina Berghofer

Donnerstag, 16.04.2009, 14:48:38


Die hier im Gästebuch geführte Diskussion um eine angemessene Berücksichtigung des besonderen Charakters religiös geprägter Feiertage bei der Programmgestaltung ist - bei aller bedauerlichen Polemik im einzelnen - sehr erhellend. Es ist bezeichnend, daß die Verweise auf den - ausschließlich - religiösen Gehalt des Karfreitags bei Nichtgläubigen reflexhaftes Beharren auf "Religionsfreiheit" oder gar Schmähungen ("wichtigtuerisch", "derartiger Quatsch") hervorrufen. Die Feiertagsgesetze der Bundesländer stellen ausdrücklich sg. "Stille Tage", zu denen neben dem Karfreitag u. a. der Totensonntag und der Volkstrauertag gehören, unter besonderen Schutz. Das Hessische Feiertagsgesetz etwa verbietet öffentliche Veranstaltungen an diesen Tagen unter freiem Himmel ganz, "wenn sie nicht den diesen Feiertagen entsprechenden ernsten Charakter tragen". Auch für Rundfunksendungen gilt, daß sie laut Feiertagsgesetz "auf den ernsten Charakter der Feiertage Rücksicht" zu nehmen haben. Diese vom Gesetz eingeforderte Rücksichtnahme ist ein tragender Gedanke des Schutzes der genannten "Stillen Tage". Dagegen scheint sich allmählich eine aggressive Intoleranz dergestalt zu formieren, daß Nichtgläubige jede Rücksichtnahme auf religiöse Gefühle als "Quatsch" und deren Einforderung als "wichtigtuerisch" betrachten, ja sogar darin einen Angriff auf die "Religions- und Kunstfreiheit" sehen wollen. Es ist erstaunlich, daß diese - sich wohl aufgeklärt dünkenden - Bürger wie selbstverständlich mit dem Karfreitag einen bezahlten Sonderurlaubstag nutzen, der doch ausschließlich um der Ermöglichung der Religionsausübung willen zum gesetzlichen Feiertag erhoben wurde, allerdings jede Rücksichtnahme auf den religiösen Grund des ihnen geschenkten Sonderurlaubs empört zurückweisen. Das ist säkularistische Rosinenpickerei.

Michael Demel

Donnerstag, 16.04.2009, 14:21:16


Begriffe wie "wichtigtuerisch","lächerlich","Unsinn","Quatsch"

lassen Rückschlüsse auf Kulturdefizite des Schreibers zu und fallen auf ihn zurück!

Die Programmgestaltung der führenden Opernhäuser Deutschlands und Europas am Karfreitag (Danke für den Eintrag!!!)zeigt Gott sei Dank den hohen Stellenwert der Feiertagskultur, gerade was den Karfreitag angeht! Am Silvesterabend spielt man im übrigen ja auch nicht Verdis Requiem!


K. Wegstein

Donnerstag, 16.04.2009, 12:15:52


Auch ich muss den Kommentaren beipflichten, die Karfreitag, die Oper lieber geschlossen sehen würden, bzw. es bevorzugen, wenn etwas ruhiger und besinnlicheres gespielt werden würde.

Vielleicht würden ja auch einige Sänger und andere Mitwirkende der Produktionen Karfreitag lieber ruhig begehen. Gleiches gilt meiner Meinung nach auch in ähnlicher Form für den Karsamstag.


Fred Binsenschneider

Montag, 13.04.2009, 02:14:44


Erstaunlich finde ich es, worüber sich Leute, die Einträge in das Gästebuch vornehmen, Gedanken machen. Weshalb soll am Karfreitag keine Vorstellung gegeben werden? Wenn jemand aus Prinzip an diesem Tag nicht in die Oper gehen will, dann hindert ihn niemand, zu Hause zu bleiben.

Der Oper vorschreiben zu wollen, an diesem Tag keine Vorstellung zu geben, finde ich wichtigtuerisch.

Daß sich ein anderer Eintrag damit beschäftigt, ob andere Häuser an diesem Tag geschlossen sind, oder welche Stücke gegeben werden, ist lächerlich. Wen interessiert dieser Unsinn?

Für die Oper Frankfurt wünsche ich mir, daß sie weiterhin den Spielplan so gestaltet, wie er machbar ist und derartigen Quatsch nicht beachtet.


Hermann Cornella

Lahnau, Deutschland - Sonntag, 12.04.2009, 18:09:06


Ich möchte doch sehr dafür danken, dass die Oper Frankfurt an den meisten Feiertagen ein attraktives Programm bietet (einschließlich des Karfreitags) - schließlich ist das für viele von uns einer der wenigen Tage, an denen uns Zeit für einen Opernbesuch bleibt!

In unserem Land herrscht schließlich glücklicherweise (Kunst- und) Religionsfreiheit. Wer Karfreitag als hohen christlichen Feiertag begehen will, der ist glücklicherweise nicht gezwungen in die Oper zu gehen - aber wer den Tag gerne für die Oper nutzen möchte und dem Karfreitag ansonsten wenig abgewinnt, der sollte ebenso selbstverständlich nicht gezwungen sein, wegen geschlossener Türen draußen zu bleiben!

Ich jedenfalls habe die Vorstellung am Karfreitag genossen und hoffe, auch im nächsten Jahr an diesem Feiertag, der mir die seltene Möglichkeit gibt, zur Oper anzureisen, ein attraktives Programm geboten zu bekommen!


Elisabeth Müller

Sonntag, 12.04.2009, 02:32:56


Mea culpa!

Auch ich habe die gestrige Aufführung der "La Bohème" besucht und am Ende nicht mit Beifall und Bravos gegeizt. Selbstverständlich respektiere ich die Vorbehalte von Herrn Münch bezüglich der Art und Weise diesen Tag zu verbringen, aber ich möchte doch ein Missverständnis hinsichtlich des "Opern-Schlagers" klären. Popularität geht im Fall dieser Oper zweifellos einher mit großer kompositorischer Könnerschaft (zu dieser Einsicht habe ich allerdings auch eine Weile gebraucht). Dieses Werk wird Menschen ergreifen und begeistern solange es die Oper als Kunstform geben wird. Man muss "La Bohème" nicht zu seiner Lieblinsoper erklären, aber regelmäßig besuchen sollte man sie schon und wenn sich kein anderer Termin ergibt, darf es auch der Karfreitag sein. Muß ich noch erwähnen, dass die Aufführung musikalisch und sängerisch hervorragend war? Beeindruckend der junge Sänger des Rodolfo, der sich mit jedem weiteren Auftritt in Frankfurt zu steigern scheint, seit Joseph Calleja sang diese Partie noch keiner besser. Das Aris Argiris eine echte Bereicherung für das Ensemble ist, beweist er mit jeder Rolle die er interpretiert und auf seinen Enrico darf man sich schon jetzt freuen. Aber großes Lob für alle Beteiligten und wieder einmal Dank an ein Opernhaus, das Repertoireaufführungen dieser Güte auf die Bühne bringt. Und das gilt selbstredend auch für "Il Trittico" und "La Cenerentola", die jetzt noch vor mir liegen.


Jörg Barenscher

Fulda, Samstag, 11.04.2009, 14:08:11


Herrn Münchs Kritik ist absolut zuzustimmen!

"La Boheme" am Karfreitag muss nicht sein!

Hier die Spielpläne anderer führender deutschsprachiger Opernhäuser am gestrigen Karfreitag:

Deutsche Staatsoper Berlin: Messa da Requiem (Verdi)

Semper-Oper Dresden: Parsifal (Wagner)

Bayerische Staatsoper München: Keine Vorstellung

Staatstheater Stuttgart: Keine Vorstellung

Oper Köln: Keine Vorstellung

Staatsoper Wien: Keine Vorstellung

Oper Zürich: Keine Vorstellung

Die renommierte Oper Frankfurt könnte sich ein Beispiel nehmen, oder ist man in dieser Hinsicht Provinz???


A. Hofmann

Fulda, Samstag, 11.04.2009, 00:21:31


Sie haben völlig Recht, es ist niemand gezwungen in die Oper zu gehen. Mit welchem Recht aber glauben Sie verlangen zu können, daß Opernfreunde, die mit Kirche, Glauben und Allem drumherum nichts zu tun haben, auf Opernbesuche verzichten und sich nach Kirche u.ä. richten sollen. Jedem sollte das eigene Vergnügen gelassen werden ohne moralisierend auf andere einwirken zu wollen. In diesem Sinne ist mit La Bohème genau die richtige Wahl seitens der Oper Frankfurt getroffen worden, die glücklicherweise autonom entscheidet.

Wolfgang Kronemann

Frankfurt am Main, Deutschland - Donnerstag, 09.04.2009, 20:12:45


Als regelmäßiger und oft begeisterter Besucher Ihres Hauses wage ich es, hier einmal Kritik anzubringen:

Es gab Zeiten, in denen es gute Sitte war, dass u. a. Theater- und Opernhäuser am KARFREITAG geschlossen waren.

Schade, dass das heute nicht mehr so ist. Dass die Oper Frankfurt diesmal am dunkelsten Tag des Kirchenjahres (und dem höchsten protestantischen Feiertag) mit "La Bohème" ausgerechnet einen wahren "Opern-Schlager" aufs Programm setzt, grenzt m. E. an Ignoranz (auch wenn glücklicherweise Niemand zum Hingehen gezwungen ist).

Im vergangenen Jahr hat ein großes Frankfurter Kaufhaus nach öffentlichen Diskussionen ein Feuerwerk am Vorabend dieses Tages (zu Recht) abgesetzt und selbst das Volksfest "Dippemess" bleibt an Karfreitag geschlossen.

Vielleicht könnte man auch in der so gennanten "Hoch-Kultur" über ähnlich respektvolle Gesten nachdenken...


Christian Münch

Frankfurt, Mittwoch, 08.04.2009, 16:49:46


Weil hier noch niemand etwas über Malena Ernman geschrieben hat, möchte ich das nun tun. Ihr hinreissender Liederabend am 3.März hat mich veranlasst, mich näher über sie zu informieren und mir ein weiteres Mal die Cenerentola anzusehen. Ich wurde nicht enttäuscht, sie ist eine wunderbare Sängerin und auch tolle Darstellerin, die es nicht so oft gibt. Dass sie außerdem noch Humor hat und viel Spaß an ihrer Arbeit, beweisen mehrere Internet-Einträge bei Youtube (ja, eine wunderbare Plattform auch für Klassikfans!) und Interviews. Die Skandinavier sind anscheinend so geerdet, dass sie auch bei Erfolg auf dem Teppich bleiben.

Ich finde es auch überhaupt nicht verwerflich, dass sie ihr Land beim Eurovision Song Contest vertritt. Leider fällt mir momentan keine deutsche Sängerin ein, die auch hierzulande das jüngere Publikum mit einem Crossover-Programm überzeugen könnte.

Leider habe ich damals Frau Ernmans Nerone nicht gesehen, vielleicht gibt es ja noch eine Wiederaufnahme in Frankfurt?


I.Reuter

Frankfurt, Freitag, 03.04.2009, 19:53:42


Den Voreinträgen kann ich absolut beipflichten.

Ich war in der letzten Don Giovanni- Vorstellung am Sonntag. Sehr schade, dass diese ästhetisch- stimmige Inszenierung verschwinden soll. Stimmlich beeindruckten mich besonders Maria Bengtsson als berührende, besondere Elvira und Johannes Martin Kränzle als glühender, edel- timbrierter Giovanni. Mit dem flexiblen Florian Plock als Leporello waren die Rezitative zwischen Herr und Knecht ein farbiger Aktivposten im sehr statischen Spiel manch anderer. Dennoch mein großes Kompliment an alle Sänger.

Unklar war mir aber eines: Der Komtur war nicht Dmitri Ivaschenko, oder doch ? Den kenne ich aus Darmstadt mit einer wesentlich dunkleren, weiträumigeren und bassigeren Stimme.

Bei diesem Niveau darf ich mich bereits auf den nächsten Opernabend freuen.


Dr. Claus Berensen

Bad Homburg, Hessen - Dienstag, 31.03.2009, 10:11:58


Gestern der GIOVANNI war fabelhaft. Maria Bengtsson, eine sehr sensible Elvira, Juanita Lascarro eine bezaubernde Zerlina, Jussi Myllys ein edelster Ottavio, Johannes Martin Kränzle ein vielfarbiger und dominanter Giovanni, Florian Plock ein sympatischer und quirliger Leporello....

Und gesungen wurde auf höchstem Niveau.

Ich danke meiner Oper Frankfurt für solche Aufführungen.


Erhard Kuntzner

Frankfurt, Freitag, 20.03.2009, 10:20:15


Ganz beseelt komme ich von der heutigen Donnerstag-Don Giovanni-Vorstellung nach Hause und muss dieses Gefühl an Sie, die Mitwirkenden weitergeben. Ich verfolge diese Inszenierung seit Anbeginn, aber so spielfreudig und lebendig und dabei hervorragend gesungen, habe ich sie bisher nicht erlebt.

Dieses Team ist so homogen. Ich danke Ihnen allen sehr für dieses emotionale Erleignis.


Gregor Schuster

Frankfurt, Hessen - Freitag, 20.03.2009, 00:23:43


Besser spät als nie...

Ich möchte dem Haus und allen Beteiligten für zwei Saison-Highlights danken.

1) Die Perlenfischer - das war musikalisch auf allerhöchstem Niveau und trieb mir wahrlich Schauer durch den ganzen Körper. Auch meine Begleiterinnen und Begleiter waren von derartigem Schönklang und solcher Ensemble-Harmonie zutiefst gerührt. Die Leistungen der Solisten Joseph Calleja, Tatiana Lisnic, Zeljko Lucic und auch Balint Szabo sowie die von Orchester und Chor kann man nicht genug loben. Alles passte einfach perfekt zusammen. Eine Sternstunde mit international mehr als wettbewerbsfähiger Besetzung. Schade, dass ausgerechnet der Haussender HR mit Sitz in Frankfurt solche Gelegenheiten erstklassigen Musikerlebens nicht nutzt, um sie zumindest für das Radio aufzuzeichnen. Im HR-Programm wird aus allen möglichen und unmöglichen Städten konzertante oder szenische Oper live oder als Aufzeichnung übertragen bzw. gesendet. Die Perlenfischer in der Frankfurter Besetzung wären es Wert gewesen, für die Nachwelt gesichert zu werden.

2) Ravels "Die Spanische Stunde" - was für eine Spielfreude und welch ein mitreißender Witz auf der Bühne ... Dank an das gesamte Ensemble und Blumen für Claudia Mahnke, Aris Argiris und Simon Bailey!

De Fallas "Das kurze Leben" - toll, wie Barbara Zechmeister ihre Rolle gemeistert hat - Frau Zechmeister ist ein echter Bühnencharakter, eine nicht nur tolle Sängerin, sondern auch eine große Schauspielerin; sie füllte die Figur der Salud so dramatisch herzzerreißend aus, dass ich am Ende der Aufführung völlig erschöpft war ... das wird mir lange in Erinnerung bleiben.


Sascha Tischer

Frankfurt am Main, Donnerstag, 19.03.2009, 12:57:39


Opernintendant mit Adler-Herz!

Bemerkenswerte Innenansichten Bernd Loebes:



http://www.faz.net/s/Rub6CA0075ACD054684B48CD743621C3DEB/Doc~E2351363510E44665AE7F34A239AB4426~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_googlefeed


A. Hofmann

Fulda, Montag, 16.03.2009, 22:42:35


Was für eine Wiederaufnahme der BOHÈME - aber hallo! "Der Sängerwettstreit auf dem Dachboden" wäre zunächst einmal kein schlechter Untertitel für diese stimmgewaltige Neubesetzung. Träger fein arrangierter Frisuren oder gar Toupets sollten die ersten 10 Parkettreihen von der ersten Note an tunlichst meiden!

Welch ein Leben den Figuren hier eingehaucht wird, von feinstem Charme bis überbordendem Spieltrieb wurde alles geboten (mit dem kleinen Wermutstropfen des häufigen, den Spielfluß unterbrechenden "Sängerpostierens" seitens Rodolfo, aber der junge Herr macht durch seine Stimme nun wirklich alles wieder gut). Hätte ich nicht die Ausstattung vom letzten Jahr schon gekannt, ich hätte es für eine völlig andere Inszenierung gehalten.

Sollte jemand da draussen LA BOHÈME tatsächlich noch nie gesehen haben, immer noch zögern oder sich fragen, ob die Frau Gemahlin beim 5. Besuch nicht doch ohne Ihre Begleitung auskommt - bei der derzeitigen Besetzung können Sie nur gewinnen, nehmen Sie die Beine in die Hand, und nichts wie hin! Viel Vergnügen & einen wundervollen Abend.


Sandra Regenbogen

Frankfurt, Opernwunderland - Sonntag, 15.03.2009, 02:29:15


Gestern waren wir zum siebenten oder achten Mal in "Don Giovanni". Schmerzlicher Abschied von einer der schönsten Produktionen der Oper Frankfurt in den letzten zwanzig Jahren. Warum werden diese Bilder von erlesener Schönheit der Nachwelt nicht durch eine DVD-Produktion erhalten?

Michael Hamburger

Dreieich, Hessen - Freitag, 13.03.2009, 17:22:12


Schön , dass Sie wieder in Frankfurt zu hören sind , Herr Kränzle, wir haben Sie länger vermisst. Dass Sie ein ausgewiesender Mozartinterpret sind, wissen und bewundern wir seit langem. Mit dem Don Giovanni setzen Sie sich eine Krone auf. Bravissimo !

Aber auch Dank Frau Lascarro, Frau Bengtsson, Herrn Myllys, Herrn Plock und allen anderen für diese fabelhafte Aufführung.


mehrere Opernfreunde aus Wiesbaden

Freitag, 13.03.2009, 12:00:07


Perlenfischer konzertant am 23.2.

Mehr geht nicht!

Eine wunderbare Vorstellung aller Beteiligten und das Freundschaftsduett zum Schluß nochmals als Zugabe!

Calleja passte mit seinem Timbre sehr gut als Nadir und harmonierte mit dem wie immer hervorragenden Lucic.

Auf Tatjana Lisnic darf man sich auch in der nächsten Saison wieder freuen.

Ein zu recht lange anhaltender Beifallssturm des Publikums.


I.Reuter

Frankfurt, Dienstag, 24.02.2009, 22:15:24



Gestern habe ich die Premiere der "Spanischen Stunde" und des "Kurzen Lebens" gesehen und gehört, ich möchte aber hier jetzt keine Ergüsse zur künstlerischen Leistung liefern sondern einen Tipp an die Besitzer günstiger Karten geben!

Ich hatte einen Platz im dritten Rang, Halbmitte Es war der zwiete Sitz von der Treppe aus. In der Reihe waren noch fünf Plätze frei, die vier hintersten und einer in der Mitte. Kurz vor Beginn meinte die sonst immer freundliche Platzanweiserin zu unserer Reihe, wir sollten doch alle nach hinten aufrücken, damit die fünf Zuspätkommer dann einfach auf den vorderen Sitzen Platz nehmen könnten. EInige Platzinhaber der Reihe taten das sogar, ich weigerte mich, da ich meinen Platzmit guter Sicht nicht aufgeben wollte und erst n ach szweimaligen Erklären, daß ich da sitzen möchte, kamen auch die anderen in der Reihe, die aufgerückt waren, wieder zurück.

Nun ja, ich werde jettz immer die letzte Preisgruppe nehmen und zu spät kommen, da darf ich dann anscheind auf die Plätze gehen von denen die pünktlich kommenden Besucher vertrieben werden! Fein!

Übrigens: die fünf Plätze bleiben den ganzen Abend unbesetzt....


Hans Lick

Montag, 23.02.2009, 14:02:58


Die "Arabella" vom 14.2.09: Pures, großes Opernglück, und das in einem Werk,das ich offenbar zu Unrecht immer im Schatten des "Rosenkavalier" gesehen habe: Welch ein Irrtum, wenn Könner am Werk sind! Dirigat, Regie, Sängerinnen und Sänger, alles entschädigt reichlich für den vielen Murks, der heute soviele Bühnen beherrscht. Frankfurt hat längst zu meiner heimlichen Lieblingsoper Essen aufgeschlossen. Die folgende Bemerkung nicht als Kritik, nur als Anregung: Partien von kranken Sängern darstellen und von gesunden singen zu lassen kommt auf deutschen Bühnen inzwischen inflationär vor und gefällt mir garnicht. Ein kranker Sänger gehört ins Bett und nicht auf die Bühne, sozusagen als Bazillenmutterschiff. Zudem: Der Sänger bezieht seinen künstlerischen Ausdruck, seine Bühnenpräsenz aus der Funktion des körperlichen Singens: Nicht singende, spielende Sänger wirken auf mich meist wie halbplatte Reifen auf der Bühne, von spielenden Regieassistenten mal ganz abgesehen. Daß der Klang, gestern abend ganz eklatant, durchweg aus der falschen Richtung kommt, stört zusätzlich.

Ich bin sicher, daß man der Sänger Korn mit einer kurzen Einweisung ohne jedes Risiko hätte auf die Bühne lassen können. Die eitle Zweiteilung, angeblich im Sinne eines singulären Regiekonzepts, ist albern und stört, wie inzwischen dutzendfach erlebt und erlitten, mehr als ein einspringender Profi, der seine Partie beherrscht und sinngemäß einbringt. Ich darf das nach zwanzig Jahren eigener Sängererfahrung sagen. Nichts für ungut, ich freue mich bereits jetzt auf die kommenden Aufführungen in Ihrem Haus.


Carl-Henning Steinhaus

Wiesbaden, Sonntag, 15.02.2009, 10:48:58


ja klar doch!!

Horst

Montag, 09.02.2009, 06:25:44


Mir ging es mit "Arabella" wie Frau Osterhage. Auch ich hatte Vorbehalte gegen die "Wiener Gesellschaftskomödie ohne Tiefgang" (Uraufführung 1933!). Und auch ich war von dem Abend begeistert. Dank des Textbandes ist das altersweise Libretto Hoffmannsthals richtig gut zu verstehen. Dirigent und Orchester lassen den Schönklang von Strauss aufblühen und strahlen, ohne dabei je kitschig zu werden. Und die Akteure auf der Rampe sangen nicht nur ohne Fehl und Tadel, sondern echt zu Herzen gehend (auch mir kamen ein paar Mal die Tränen!). Vor allem Anne Schwanewillms, die mit ihrem herrlich timbrierten Sopran, dem man das "Mezzo" noch anhört, zu Recht den stärksten Applaus des einhellig begeisterten Publikums erhielt. Britta Stallmeister stand ihr an diesem Abend stimmlich ein wenig, darstellerisch überhaupt nicht nach. Die Regie Christoph Loys war psychologisch schlüssig, ohne Mätzchen: dass sich am Ende zwar beide Paare "kriegen", dass es aber in der Liebe nicht ohne "Wehtun und Verzeihen" abgeht.

Hingehen!


Sylvia Börgens

Wölfersheim, Hessen - Montag, 09.02.2009, 05:21:22


Gute Besserungs Wünsche an Jenny Carlstedt!

Sie war wieder eine wunderbare Dorabella vorgestern Freitag, obwohl sie ab und zu ihr Taschentuch herausziehen mußte! Diese Cosi Aufführung hat mir wieder eine wahre Freude gemacht!

Gute Besserungs Wünsche an Balint Szabo!

Hut ab für Laszlo Polgar, der als weißhaariger Philipp sehr schön gesungen hat, und dessen Leistung nach kürzester Probezeit zweifellos bewundernswert ist.

Aber mir hat Balint Szabo gestern Samstag doch sehr gefehlt! Ich drücke ihm die Daumen, daß er sich bis zu den Perlenfischern völlig erholen kann!

Herzliche Glückwünsche an Sebastian Weigle für seine tolle Geste heute vormittag beim Konzert in der Alten Oper: von da oben bedankt sich unser großer Ludwig sehr herzlich bei ihm für den Blumenstrauß! Eine sehr schöne Geste, die ich bisher nur bei Lorin Maazel nach eine Aufführung der V. Mahler Sinfonie gesehen hatte. Danke schön, lieber Herr Weigle!

Zur Zeit sind die Frankfurter Oper und ihr GMD samt Orchester nicht zu überbieten!

Ich freue mich jedes Mal wie ein Kind!

Lieber Herr Loebe, Danke schön und nur weiter so!


Annette Salmon

Darmstadt, Sonntag, 08.02.2009, 18:36:32


Was bin ich froh, es gestern noch zur cosi fan tutte geschafft zu haben. Es war ein sehr feiner Abend. Traumhaft schön gesungen, tolles Orchester, super Inszenierung. Die Frankfurter Oper ist halt doch verlässlicher als unsere Eintracht. Das Stück selbst: Ein "Reigen" weit vor Schnitzlers Theaterstück und Kubricks Film "eyes wide shut". Immer schön auf Messers Schneide und wie alle großen Komödien im richtigen Augenblick unlogisch, damit's nicht zuschlechterletzt doch noch als Tragödie endet. Danke!

Werner Portugall

Samstag, 07.02.2009, 17:17:02


So viele begeitsterte Opernfans!

Meine Mutter hat mir gerade gestanden, dass sie auch sehr gerne in die Oper gehen würde - aber eben nicht allein.

Gibt es denn einen Fan-Club dem sie sich ab und zu mal anschließen könnte?


Gabi Arzt

Offenbach, Deutschland - Montag, 02.02.2009, 12:33:42


Auch mir hat Arabella gestern sehr gut gefallen. Leider ist aber bei Loy mal wieder sehr viel Selstreferenzialität im Spiel. Stellenweise, besonders gegen Ende, erinnerte mich diese Inszenierung doch wieder sehr stark an die Cosi (zu der diese Reduktion auf die Personen im Übrigen wesentlich besser passt). Arabella hätte durchaus im zweiten Akt etwas mehr fröhliche Ballatmosphäre vertragen und hätte dort auch etwas ausladender und nicht so karg und kühl sein müssen. Alles in allem aber eine schöne Inszenierung und musikalische auf höchstem Niveau.

Was mir aber den Opernabend etwas vermiest hat, waren die zwei sehr langen Pausen, die den eigentlich mittellangen Opernabend in einen sehr langen verwandelt haben. Wieso man hier unbedingt eine zweite Pause einbauen musste, in der nichtmal großartig umgebaut wird, leuchtet mir nicht ein.

Wenn man nach der Oper noch etwas weiter nach Hause fahren muss, ist man erst kurz vor Mitternacht zu Hause. Das ist deutlich zu spät und hält bestimmt auch, inbesondere an Wochentagen und Sonntags, nicht wenige Zuschauer von einem Besuch ab.

Aber schön wars trotzdem, empfehlenswert.


Fred Binsenschneider

Freitag, 30.01.2009, 21:43:43


Pardon, ich war natürlich am 29.01. in "Arabella" und nicht am 29.02.

Ulrike Osterhage

Frankfurt, Freitag, 30.01.2009, 12:52:49


"Arabella" und "Oper lieben" 29.02.2009.

Ich gestehe, ich hatte Vorurteile gegen diese Oper. Das Süßliche der Musik, gepaart mit wienerischem Gesellschaftsgekungel ist so gar nicht meine Sache, ich halte es bei Strauss mehr mit Salome und Elektra. Diese Aufführung hat mich eines Besseren belehrt. Nach der ?Entführung? und ?Così fan tutte? ist dies die dritte Loy-Inszenierung, die mich begeistert. Vor allem die feinfühlige Personenregie hat es mir angetan. Und das Dirigat von Sebastian Weigle ließ Gedanken an Kitsch gar nicht erst aufkommen. Gleichzeitig durfte Sentiment ausgelebt werden. Das Frauen-Duett im 1.Akt war so traumhaft schön, dass es mir die Tränen in die Augen trieb. In dem Zusammenhang würde mich interessieren, wie Sängerinnen und Sänger den Zwischenapplaus wahrnehmen. Tut die Publikumsreaktion gut oder wird die Unterbrechung eher als Störung der Konzentration empfunden? Ich persönlich traue mich immer nicht so recht und spare mir die Begeisterung lieber für den Aktschluss auf.

?Oper lieben? war wieder ein schöner Abschluss eines langen Abends. Auch wenn es dadurch immer recht spät wird, tut dieser Ausklang sehr gut.

Danke an die wunderbaren Sänger und Sängerinnen, allen voran Anne Schwanewilms und Britta Stallmeister und an alle, die an dieser Produktion mitgewirkt haben!


Ulrike Osterhage

Frankfurt, Freitag, 30.01.2009, 12:46:54


Vielen Dank dafür dass sich meine weite Anreise zur Arabella ausgesprochen gelohnt hat.

Kleiner Wermutstropfen war dass die Stimme von Anne Schwanewilms/Arabella ein wenig eng und gepresst klang obwohl sie die Partie an sich fehlerfrei bewältigte. Vielleicht lag das aber daran dass die dankbare Rolle der Zdenka war mit Britta Stallmeister so exzellent besetzt war.

Ausgesprochen großes Lob an das Museumsorchester und Sebastian Weigele, einen so schönen, differenzierten und noblen Klang gab es schon lange nicht mehr zu hören. Da verzeiht man auch dass der Dirigent die Oper möglichst lange auskosten wollte, einige Längen der Partitur im II. und III. Akt wurden durch das Dirigat noch etwas hervorgehoben.

Loy beweist dass "Regietheater" nicht automatisch Entstellung der Stücke bedeuten muss. Ich war zuerst kurz erschrocken als ich glaubte wieder die weiße "Cosi"-Bühne zu sehen, die dann gezeigten Bühnenbilder waren aber mehr als gelungen, weg von der Puppenstubenoptik aber ohne häufig leider so sinnfreien "Aktualisierungen".

Alles in allem hoffe ich, dass ich das Stück in dieser Saison noch einmal sehen kann.


Herbert Fischer

Köln, Deutschland - Dienstag, 27.01.2009, 10:49:34


Aber die Richtigen...

die waren gestern wieder einmal in diesem Haus bei einer außergewöhnlichen Opernproduktion zu bewundern. Ich kenne nicht den musikalischen und sängerischen Standard der Göteborger Oper, aber er dürfte schwerlich denjenigen dieser Premiere erreichen. War das nicht eigentlich Kammermusik mit großem Orchester, was Herr Weigle dieser subtilen Partitur entlockte. Waren das nicht zwei Schwestern, die den Bühnen in Dresden, München und Wien zur Ehre gereicht hätten (der Silberglanz von Anne Schwanewilms und die lyrische Innigkeit Britta Stallmeisters, geht das besser?). Und war das nicht ein spannender Blick zurück in die Zukunft eines Regisseurs, dessen jüngste Inszenierung "Intermezzo" gerade in Wien über die Bühne ging, hoffentlich auch das eine Koproduktion mit der Oper Frankfurt.

Am Ende war ich jedenfalls selig und gehorsam wie ein Kind komme ich mindestens noch einmal wieder (vielen Dank Herr Hofmannsthal).


Jörg Barenscher

Fulda, Montag, 26.01.2009, 23:49:12


Die Tosca gestern war mal wieder schön wie immer!

Schade nur, dass diese Inszenierung jetzt weg ist.

Gibt es eigentlich in absehbarer Zeit mal wieder eine Inszenierung von Kirchner?


Fred Binsenschneider

Samstag, 17.01.2009, 19:14:00


Der Liederabend mit Kate Royal und Christine Rice war ein Traum.

Herr Loebe, heften Sie sich bitte an die Fersen von Frau Rice und gewinnen Sie sie für eine Rolle auf der Opernbühne in Frankfurt.


Michael Hamburger

Dreieich, Hessen - Mittwoch, 14.01.2009, 21:54:09


Meine Kritik an der Preisgestaltung des Hauses (statt der angegebenen 12,- Euro für die Kammermusik am 4.1. nahm die Opernkasse 13,50) blieb ohne Resonanz.

Nun bin ich sehr gespannt, ob die Veranstaltung selbst sich in diesem Blog spiegelt:

Die F.A.Z. staunte in ihrer Rezension, dass die Matinee so gut besucht war. Erklärung: Das fachkundige Publikum erwartete den angekündigten Gamben-Star Hille Perl! Die Künstlerin indessen trat nicht auf, sondern "schickte einen ihrer Schüler", wie ein enttäuschter Zuhörer sehr erbost konstatierte.

Das Programmheft erwähnte Frau Perl nicht, so, als sei von ihr nie die Rede gewesen; es gab keine Erklärung des Hauses oder gar eine Entschuldigung.

Das ist weder souverän noch fair.

Klaus Ruß


Klaus Ruß

Bad Nauheim, Hessen - Freitag, 09.01.2009, 11:13:20




Sehr geehrter Herr Renard Spikol,

verzeihen Sie die Frage(n), doch kann und will ich sie mir nicht verkneifen:

Sind sie dem Haus und den Regisseuren dieser Stücke irgendwie verbunden? Sind Sie Kritiker oder spielen Sie sich lediglich als solcher auf?

Es fällt auf, dass Sie Stücke und dessen Regie und Inszenierungen rezensieren - oder besser gesagt analysieren - über welche zuvor sich in diesem Gästebuch negativ geäußert wurde.

So z.B. auch im letzten Jahr in Bezug auf Fidelio - da wurde sich bereits in der Premierenstaffel zuvor über diese Inszenierung hier diskutiert ebenso wie über den Don Carlo.

Die einzige Ausnahme stellt der Lear dar. Da wurde zuvor nichts im Gästebuch diesbezüglich geschrieben.

Werter Herr Spikol, sie müssen die Leser des Gästebuchs nicht von der ?psychologischen? Richtigkeit einer Inszenierung überzeugen. Die meisten waren bereits drin und haben sich ein eigenes Urteil gemacht. Und die, die noch hineingehen wollen werden bereits mit Informationen überflutet, dass die meisten wohl kaum mehr Freude empfinden dürften hineinzugehen um es sich anzuschauen. Schlussendlich verbleiben noch die Zuschauer/Besucher, die dennoch hineingehen. Sind bereits befangen und haben sich ihr Urteil bereits vor dem Besuch dieser Inszenierung gemacht. Natürlich ist dies nur meine Ansicht und steht nicht für alle Leser dieses Gästebuches und alle Besucher der Oper Frankfurt.

Bei allem Respekt, doch sollten Sie - nach meiner Ansicht - Ihre Rezensionen, Überlegungen und sonstige Aufsätze und psychosoziale Analysen der Intendanz anbieten, damit diese die Möglichkeit hat dies ins "Programmheft" einzubinden. Denn wenn ich diese lesen möchte bzw. brauche, dann schlage ich es in eben diesem nach und habe keine Lust (ich gehe mal davon aus, dass es einigen anderen auch so geht), dies in einem Gästebuch zu lesen.

Es mag sein, dass sie eventuell über psychoanalytisches Wissen verfügen, doch denke ich nicht, dass Sie es hier unter Beweis stellen müssen.

Kleine Anmerkung am Ende: Ja, ich habe alle ihre wissenschaftlichen Arbeiten gelesen und verstanden habe ich sie auch. Nur den letzten Beitrag über den ?Don Carlo? habe ich mir definitiv nicht mehr ?angetan?.

Bei dieser Gelegenheit wünsche ich natürlich allen Mitarbeitern/-inen, Lesern/-inen, und Besuchern/-inen der Städtischen Bühnen Frankfurt ein glückliches, gesundes und erfolgreiches Neues Jahr mit viel Muse und größeren Ruhephasen um das leben zu genießen sowie natürlich weiterhin tolle ?Aha?-Momente in der Oper Frankfurt.

Mit freundlichen und etwas verwunderten Grüßen


Roland Schauffenberg

Bad Homburg, Freitag, 09.01.2009, 11:07:02


Liederabend am 6.1.09 mit Kate Royal und Christine Rice

Das Programm war sehr kurzweilig und viel zu schnell vorbei. Die beiden Britinnen waren bezaubernd, wobei vor allem Mrs.Rice auch ihr schauspielerisches Talent erahnen ließ. Wegen ihrer Familie ist sie z.Zt. wohl aber nur in Covent Garden auf der Opernbühne zu sehen.

Durch die Liederabende habe ich inzwischen einige deutsche Lyriker wiederentdeckt. Der nächste Liederabend ist jedenfalls schon fest eingeplant.


I.Reuter

Frankfurt, Donnerstag, 08.01.2009, 13:08:17


Rezension ?Don Carlo?

Die Verteilung der Sympathien und Antipathien für das Figurenensemble sieht, wenn ich es richtig einschätze, mehrheitlich, in etwa folgendermaßen aus:

Elisabeth und Carlo, den unglücklich Liebenden, fliegen die Herzen zu. Der König, relativ streng, aber nicht gänzlich unzugänglich, nimmt aus politischen (und vielleicht auch anderen) Gründen seinem eigenen Sohn die Partnerin weg. Rodrigo, ein kühner Freiheitskämpfer, der aus seinem Herzen keine Mördergrube macht, verdient soviel Achtung wie die Inquisition, grausam, repressiv, anmaßend, von mörderischer, selbstgerechter Glut erfüllt, Gefühle der Mißachtung und der Verachtung weckt.

Dieser anreicherungsfähigen Kurzschilderung mögen einige Komplementärfacetten beigesellt werden:

- zu Don Carlo. In einer Liebesszene mit Elisabeth ruft er, euphorisch, welt- und glaubensabgewandt, aus: "Laßt uns den Himmel vergessen!" Für einen Christenmenschen ist der Begriff Himmel in Absehung von Gott gegenstandslos. Gottvergessenheit wäre im entsprechenden Moralkontext Hybris (sündhafte Selbstüberhebung). Einer Selbstüberschätzung entspricht meist ein Minderwertigkeitsgefühl. Dieses, so könnte man deuten, äußert sich in Carlo´s unchristlicher, egozentrischer Anklage des Himmels ("gnadenloser Himmel!" S. 53 der zweisprachigen Reclam-Ausgabe) wie auch in der exaltierten Selbstdefinition: "Ich bin verflucht!". Moderater gesehen, geht es um Interessenkonflikte, zu denen man sich, auf welche Weise auch immer, ins Verhältnis setzen kann, ohne eine andere Instanz als Schuldige zu bemühen und ohne das eigene Handlungspotenzial zu negieren, indem man sich hinter dem schwammigen Konzept des Verfluchtseins versteckt. Vielleicht ist der Elisabeth ein "männlicherer", selbstbewußterer, handlungsmächtiger Partner insgeheim, zumindest teilweise, attraktiver? Immerhin wird die Eheschließung mit dem König vollzogen, haben doch andere Opernheldinnen die klassischen Wege des Suizids, der Vergiftung ihrer selbst oder des Feindes, des Klostereintritts gewählt, um einem unerträglichen Schicksal aus dem Weg zu gehen.

Von Rodrigo zur Parteinahme Flanderns bekehrt, richtet Carlo sein Schwert gegen seinen Vater. Versteckt er, im Grunde eher apolitisch, wieder seine persönlichen Haßgefühle hinter grandiosem politischem Edelmut und Wagemut?

- zu Philip. Er ist eingebunden in die Erfordernisse der Staatsräson. Will er ein Desaster politisch-militärischen Ausmaßes verhindern, muß er Elisabeth heiraten. Er ehelicht also die Verlobte seines Sohnes und dürfte infolgedessen mit erheblichen Schuldgefühlen zu kämpfen haben, die sich, im Sinne der Abwehr dieser Schuldgefühle, im Widerstand gegen seinen Sohn manifestieren.. Darüberhinaus leidet er, menschlich wie er ist, an seiner unerwiderten Liebe zu Elisabeth. Dies dürfte die problematische Qualität seiner Beziehung zum Sohn verschärfen. Manifestiert sich in seiner erstaunlich toleranten Beziehung zu seinem politischen Gegner Rodrigo eine Sehnsucht nach einem Ersatzsohn, nach seinem eigenen Sohn gar? (Nebenbei: wiederholt wird der König gewarnt, er solle nicht werden wie Nero. Der Historiker Horst Herrmann wirft einen schablonenbefreiten (?) Blick auf den zum topos der Grausamkeit gewordenen Nero in seiner diesem gewidmeten Biografie.)

- zu Elisabeth. Sie empfiehlt/befiehlt: "Vollende dein Werk, eile, den Vater zu erdolchen, und dann, von seinem Blut befleckt, kannst Du die Mutter (also sie selbst) zum Altar führen...Gott hat über uns gewacht!" (S.53ff). Offenbar sieht sie Gott als Verbündeten der Anhänger der Lynchjustiz.

- zu Rodrigo. Ganz gezielt, als Carlo seinem bevorstehenden Unglück (der Eheschließung Elisabeths mit seinem Vater) am verletzlichsten ins Auge sieht, rät er dem Königssohn, die Partei der Feinde des Königs zu ergreifen. Instrumentalisiert er seinen "Freund"? Hat er eine sadistische Lust an der Verschärfung der Entfremdung von Vater und Sohn? Lust am politischen Schachspiel, welches umso mehr Blut wird fließen lassen, je gehobener die gesellschaftlich-politische Position der oppositionellen Führer?

- zu Eboli. Sie will Carlo, nachdem sie erkennt, daß er sie nicht liebt, wie sie irrtümlich dachte, erdolchen. Dieser sublimationsfreien Wutentäußerung wird eine Reifung mit der Übernahme von Verantwortung folgen.

- zur Inquisition. Es geht mir nicht um eine Apologie (Verteidigung mit Rechtfertigungsanspruch) dieser zweifelsfrei grausamen Institution. Bedacht werden kann aber folgendes: in Zeiten politischer Gärung, der Labilisierung eines Kräfteverhältnisses mit großer Tragweite, in Zeiten, in denen die Staatsvernunft karikiert wird oder in ihrer Vernunftarmut Bestätigung findet in dem kontrollfernen, erhitzten Gebaren einflußreicher Menschen, scheint, wie man immer wieder sehen kann, die gewaltsame Maßregelung der letzte Rettungsanker, die ultima ratio zu sein. (Nebenbei: die Inquisition spricht vom "heiligen Joch". Yoga hängt sowohl bedeutungsmäßig wie etymologisch mit Joch und dem englischen yoke zusammen.)

Zur Inszenierung. Sie überzeugt mich:

- Das steinerne Bühnenbild mit der spiegelsymmetrischen Anordnung von (kantigen) Blöcken, nach oben hin gestaffelt, illustriert mehrere Aspekte:

a) die Hierarchisierung der Gesellschaft (Staffelung nach oben)

b) die Opposition von Kräften wie auch die Tatsache (nach obiger Deutung zumindest), daß alle Figuren ihr Grausamkeitspotenzial anzapfen (sich in dieser gemeinsamen Qualität also spiegeln) (Spiegelsymmetrie)

c) das kantig-Steinige veranschaulicht die zumindest partielle/phasenweise innere Härte und Kompromißlosigkeit der Figuren

d) die Ordnungsbesessenheit (mit allen Mitteln kämpft die Inquisition für die Erhaltung des status quo)

- Alle Naturanspielungen sind aus dem Bühnenbild verbannt; es gibt keinen locus amoenus ( angenehmen, bukolisch definierten Ort ), obschon der Wald Fontainebleau ein Ort des Geschehens ist und wiederholt von den Gärten Spaniens geschwärmt wird. Diese Naturaskese des Bühnenbilds macht die Seelenverkümmerung, die Ausweglosigkeit, die Konflikthärte sinnfällig.

- Als zwei Auftragskiller Posa erschießen und Carlo betroffen-hilflos neben dem Sterbenden steht, bleibt die Wache, mit dem Rücken zu den beiden (Ex)Freunden, absolut bewegungslos: eine körpersprachliche Umsetzung der Gnadenlosigkeit.

- Nach der Pause bleibt die rechte Bühnenhälfte dem Zuschauerblick etwa zehn Minuten lang verschlossen. Man erwartet etwas Neues. Der Vorhang wird ganz geöffnet: nichts hat sich am Bühnenbild verändert: mit diesem schlichten, ergiebigen Mittel wird die Konstanz der politischen und menschlichen Misere veranschaulicht.

- Das vorherrschende Schwarz der Kostümierung spricht für sich.

Und dann ward es hell und die knapp 4 Stunden waren schon vergangen.


Renard Spikol

Montag, 05.01.2009, 19:16:15


Mit Mozart in das neue Jahr. Da tritt man der annoncierten Krise doch etwas gelassener entgegen. Nach der "Cosi" am Freitag (ungewöhnlich, aber noch eben dank Ensemblegeist gerettet)sah ich gestern Stefan Herheims "Don Giovanni" in Essen. Ein närrisches Vergnügen, fellineskes Spektakel und ein kunstgeschichtlicher Bilderbogen versetzt in den Innenraum einer barocken Kirche. Unterschiedlicher als in diesen beiden Inszenierungen kann man sich Mozart wohl kaum nähern, aber wenn man es kann gelingt es in beiden Fällen vortrefflich. Und die Frage drängt sich natürlich auf, wie würde Loy den "Don Giovanni" und Herheim die "Cosi" inszenieren? Überhaupt sähe man eine Arbeit des Norwegers gerne auch auf der Frankfurter Bühne. Wäre er Sänger, wir hätten ihn hier bestimmt schon gehört.

Noch zwei Anmerkungen: Auch das Aalto-Theater bietet eine Opern-Card an. Sie ist nur unwesentlich teurer, gewährt aber immerhin einen Rabatt von 50%. Und erneut musste ich mir Klagen darüber anhören, dass es schon wieder keine Nachmittagsaufführung von "Cosi fan tutte" gibt.

Aber wenn Anne Schwanewilms die "Arabella" nur halb so schön singt wie Lisa della Casa (und das wird sie sicherlich), sei Ihnen das meinerseits verziehen.


Jörg Barenscher

Fulda, Montag, 05.01.2009, 14:07:48


Ich möchte einige Gedanken äußern zu einem sozialpsychologischen Befund, in einem zweiten Teil gehe ich auf inszenatorische Aspekte ein.

1. Auch heute ermitteln, so in der Literatur nachlesbar, Psychoanalytiker gegebenenfalls Daten zur Geschwisterkonstellation; u.a. ist Geschwisterrivalität ein Behandlungsthema. Um wieviel heftiger muß jene Rivalität in Zeiten/Kulturen (möglicherweise) empfunden worden sein, als statusbezogene Bevorzugung, bessere ökonomische und reputatorische Ausstattung, Verstoßbarkeit und Fluchbelegung, Würdenübernahme und Verantwortung Elemente soziokultureller Einrichtung waren.

Franz, der Zweitgeborene, ist keineswegs nur an seiner Bereicherung und an Machtaneignung interessiert. Auch er liebt seinen Vater, den er später um Gnade, um Zuwendung geradzu anbettelt. Verkürzte man ihn auf den Schurkentypus mit intrigantem Zuschnitt, würde man ihn verflachen und banalisieren, das Stück überdies eines zentralen Spannungselementes berauben. Beide Brüder, im selben sozialen System verortet, ähneln sich mehr, als es zunächst den Anschein haben mag.

- beide sind liebesbedürftig, kränkbar, zur Rache fähig. Wie inbrünstig Franz Amalias Liebe zu erlangen sich bemüht! Abgewiesen, gekränkt, will er sie, sie erniedrigend, zur Mätresse machen. Karl seinerseits befiehlt später, vom Vater verstoßen, seinen Räuber-Kollegen, ihm Treue zu schwören. Diese aus einer seelischen Not erwachsene paradoxe Forderung (Treue und Schwurleistung gehen kein günstiges Bündnis ein) kennzeichnet seine qualvolle innere Leere.

- Beide leiden an Schuldgefühlen mit dem bekannten Anhängsel ( potenziell mörderischer ) Aggressionsbereitschaft. Karl ist der Nutznießer des privilegierten Erstgeburt. Mögen Vorrechte in bestimmten gesellschaftlichen Zusammenhängen verinnerlicht sein, der Bevorzugte sieht, zumindest zuweilen, in den Augen des Benachteiligten das ressentimentschwangere Stellungsgefälle. Franz leidet zudem an den Folgen seiner Intrige. Man vergegenwärtige sich, was es bedeutet, wenn der Vater sagt, für "seinesgleichen sei der Sohn Gottes nicht gestorben"! Diese Aussage negiert die Kernsubstanz der christologischen Grundwahrheit. Beide Söhne verwandeln sich in Zerstörungslüsterne. Karl wünscht am Ende, alles möge zerstört werden, Gipfelpunkt seiner raubmörderischen, brandstiftenden Umtriebigkeit. Warum opfert er seine ihm vergebende Partnerin Amalia? Nicht nur, weil seine wundenreichen Miträuber seine loyale Gefolgschaft einklagen, so denke ich, sondern auch, weil er schmerzhaft erkennt, daß e r sich selbst beraubt (!) hat : seiner Integrität. Die Differenz zur lauteren Amalia, Spiegel seiner Verkommenheit, erträgt er nicht. Zum Selbsthaß (Karls) gehört auch die latent haßgesättigte Verklärung Amalias zum Engel.

Amalia (ein wenig an "amare"/lieben erinnernd) ist kein Engel. Sie liebt menschlich, nicht in engelhafter (unbedingter) Weise. Als Engel hätte sie Einsicht gehabt in Franzens Seelenqual und entsprechendes Mitgefühl. Sie hätte sich nicht vom werbenden Zweitbruder drastisch distanzieren müssen (auch wenn dieser Verrat mit fatalen Folgen begangen hat). Sie hätte empathisch ein komplexes Muster durchschaut; sie hätte, als Engel, den verunsichert-Zudringlichen besänftigt und seiner wiederlangten inneren Stille überantwortet. Amalia, kurzum, ist mit ihrer Perspektivität im selben System angesiedelt wie alle anderen Figuren/Menschen. Sie "beraubt" (!) sich selbst und Franz (und in der Folge Andere) um die Chancen eines anspruchsvollen Seelenheils, eines Friedens.

Der Vater nährt die Tragödie mit seiner Fluchgewalt. Er ist nicht nur der verbittert-Betrogene. Als Rollenzuweisender zementiert er (nach heutigem Empfinden zumindest) Unrechtsverhältnisse, kastriert den Zweitgeborenen, "beraubt" (!) Franz seiner Grundwürde als menschlich Gleichberechtigten.

2. Zur Inszenierung:

- Alle Figuren gehören demselben sozialen System an. Somit war es ein überzeugender Einfall, zu Beginn alle Figuren, dem Geschehen nach an verschiedenen Orten sich aufhaltend, auf dem gleichen Holzboden zu versammeln. (Eine Bühne kann ja auch in unterschiedlich ausgestattete Bühnenparzellen aufgeteilt werden).

- Zu Beginn der Darbietung gibt es kleidungsmäßig keine markanten Unterschiede zur Gegenwart. Perücken und ähnliche, auf eine frühere Epoche hinweisende Kleidungsstücke werden etwas später eingeführt. Auch der den Realfall simulierende Herzanfall und die moderne medizinisch-ambulatorische Betreuung stellen den Kontakt zur Jetztzeit her. Ich stelle mir vor, diese Bezugnahme auf das Hier und Heute steht im Dienst der Veranschaulichung der Fortwirkung bzw. Neuschöpfung gewisser sozialer Mißstände/Ungerechtigkeiten, um uns vor einem verengten, allzusehr Historie-bezogenen Blick zu bewahren.

- Karl sagt sinngemäß: "Die Natur ist schön, ich bin grauenhaft!" Selbsthaß neigt zur Zerstörung. Karl schändet die schöne Natur, die unerträglich anders ist als er selbst, mit den vielen Galgen, die in den Wald herabdonnern, in dem er und seine Kumpanen ihr Unwesen (ein interessantes Wort) treiben.

- Die durch Galgen geschändete, ihrer Schönheit "beraubte" (!) Natur scheint sich zu rächen (psychologisch umformuliert: der Hassende zerstört andere und sich selbst) : die langsam waagrecht hochgezogenen Bäume beim Szenenwechsel hängen wie Damoklesschwerter (Verhängnis) über den Häuptern derjenigen, die die Köpfe anderer Menschen in Schlingen gesteckt haben.

Diese Inszenierung hat mich zum Nachdenken angeregt und Zustimmung ausgelöst.

Ein Wort noch zur orchestralen musikalischen Darbietung. Wieder hat mich die rhythmische (Elastizität/Agogik keines ausschließende) Prägnanz und gute Durchhörbarkeit der Instrumentalstimmen beeindruckt und beglückt. Gern hätte ich von einem Berufsmusiker erfahren, ob man an einigen wenigen Stellen das Klangbild etwas "fratzenhafter", "ätzender" hätte gestalten können, ohne der Partitur Gewalt anzutun. Die Verzweiflung, die Grausamkeit der Figuren, wie oben skizziert, wäre so noch sinnfälliger geworden? Oder hätte man, statt das Räuberische in den Klang zu transponieren, das Notengefüge ihrer Integrität beraubt?


Renard Spikol

Donnerstag, 01.01.2009, 15:45:10


Paula Murrihy - well done in Così! What a great (and no doubt hard working) commitment, I thoroughly enjoyed your Dorabella, and I say that as a defender of original line-ups. I take my hat off to you. Brava, Paula.

Sandra Regenbogen

Frankfurt a.d. Oper, Montag, 29.12.2008, 22:01:36


Ich habe mir zusätzlich zum Abonnement als "Weihnachtsgeschenk" eine Karte für Cosi fan tutte am 26.12.2008 gegönnt. Es war eine wunderbare, musikalisch wie schauspielerisch spritziger Aufführung. Danke an alle Beteiligten!

Aber alles in allem: Danke für die schönen Abende!


Maria Genserowski

Karben, Hessen - Samstag, 27.12.2008, 14:49:30


Die Oper in Frankfurt ist immer wieder einen Besuch wert.

In den vergangenen Jahren hat mir besonders gut gefallen, dass hier noch aussagekräftige Bühnengestaltung geboten wird - ganz im Gegensatz zu einigen anderen Opernhäusern, die nur auf puristische, vorwiegend auf schwarz basierende Räume und vereinzelte Stühle zurückgreifen.

Jedoch musste ich beim kürzlichen Besuch von Verdis "Die Räuber" eine ähnlich triste Bühnengestaltung wie andernorts miterleben. Das finde ich sehr schade. Die Oper selbst, die Darbietung, die Musik und einmal mehr natürlich der Chor waren sehens- und hörenswert, aber ich hätte mir ein der jeweiligen Szene angepasstes Bühnenbild gewünscht.


Markus F.

Mittwoch, 24.12.2008, 16:00:43


Für all die lieben Gästebuchmitschreiber / Opernteam-Mitarbeiter / Sängerinnen / Sänger / Orchestermitglieder / Ticketverkäufer (!) / Einlasser / KBB'ler / Abobüro'ler - FROHE WEIHNACHTEN und einen guten Start ins neue Jahr, ich freu mich schon drauf! Vielen Dank für ein schönes 2008, es war mir ein Fest! Alles Gute für Euch/Sie, Sandra

Sandra Regenbogen

Frankfurt Opernstar, Dienstag, 23.12.2008, 16:05:28


Herzlichen Dank für eine wunderbare Aufführung der "Zauberflöte"!

Wir kommen wieder!!!


Klasse 9, Sturmiusschule Fulda

Fulda, Freitag, 19.12.2008, 13:49:11


Auch ich kann nur in die durchweg positiven Kommentare in diesem Gästebuch einstimmen. Am Samstag, 13.12.2008 erlebten wir eine Aufführung des DON CARLO, die an stimm- und bildgewaltigen Eindrücken ihresgleichen sucht. Besonders die Rolle des Rodrigo von Aris Argiris verkörpert war ein musikalischer Hochgenuss. Ein ausverkauftes Haus und nicht enden wollender Applaus war der verdiente Lohn für dieses Ensemble der Wiederaufnahme.

Vielen Dank dafür.


Bernd Schnierle-Kraus

Wiesbaden, Mittwoch, 17.12.2008, 16:17:45


Sehr geehrte Damen und Herren,

Werte verantwortliche,

in den letzten Spielzeiten wurde unter anderem die Aufführung von Mabeth (u-a- mit Herrn Lucic) und Caligula (u.a. Mit Herr Holland) mit geschnitten Ebenso existiert nicht nur ein Mitschnitt von Billy Budd mit Herrn Mattei als Audio- sondern auch als Videoaufzeichnung, da die Aufführung damals vom HR für arte aufgezeichnet wurde. Was spricht also dagegen diese drei wunderbaren Aufführungen als Audio-CDs und den Billy Budd evtl. auch als DVD herauszubringen?

Mit freundlichen Grüßen


Michael Glowalla

Offenbach, Sonntag, 14.12.2008, 22:25:53


Sehr geehrter Herr Kuntzner,

tatsächlich war das am Samstag die vierte Aufführung die ich besucht habe und ich möchte sie aus den genannten Gründen nicht missen. Sicher sind wir uns einig, dass wir im letzten März eine unvergessliche Aufführung erleben durften, trotzdem möchte ich diese nicht in einen goldenen Schrein stellen und sie nur in dieser Besetzung wieder aufgeführt sehen. Denn es geht doch um Mozarts Cosi und nicht um "Ritter, Dene, Voss" von Thomas Bernhard. Dieses Stück sollte man wahrlich immer mit den selben drei Schauspielern besetzen. Ein lebendiges Repertoire- und Ensembletheater erfordert doch geradezu immer wieder Neubesetzungen und gerade in Frankfurt führt das doch oftmals zu wunderbaren Begegnungen mit neuen oder scheinbar bekannten Stimmen. Bedenken Sie bitte auch, dass es die erste Wiederaufnahme war und wie bei einer Premiere ist das wohl nie die beste aller Aufführungen und auch dieses Ensemble wird mit der Zeit eine Einheit, da bin ich mir ziemlich sicher. In einem Punkt möchte ich Ihnen dennoch zustimmen, denn in den Partien der Despina und des Guglielmo kann ich mir momentan keine besseren Sängerdarsteller vorstellen als Barbara Zechmeister und

Michael Nagy. Aber letztlich sehe ich in der Arbeit von Christof Loy ein großartiges Angebot für spielfreudige Sängerinnen und Sänger und ich bin sicher, dass man auch bei zukünftigen Neubesetztungen diese beiden Aspekte in Frankfurt gleichgewichtig behandeln wird. Ich werde jedenfalls am 2. Januar das neue Jahr mit der fünften Aufführung dieser Oper beginnen und vielleicht überlegen Sie es sich ja noch einmal, denn bis Juanita Lascarro "Suor Angelica" singen wird dauert es noch eine Weile. Aber auch das wird bestimmt großartig und wieder 1 Uhr bis ich zu Hause bin.


Jörg Barenscher

Fulda, Montag, 08.12.2008, 22:32:07


Sehr geehrter Herr Barenscher,

es wundert mich, dass Ihnen die Wiederaufnahme noch besser gefiel, wo sie es wohl auch letzte Saison miterlebt haben. Stimmlich war das auch absolut tadellos von allen neuen Beteiligten. Aber im Fall der Bühnenspannung und des Zusammenspiels kann ich Ihnen nicht beipflichten. Da hat es an Innigkeit eingebüßt.

Treffend ist sicher, dass die Ensemblemitglieder sicher bereits für die Premierenserie eingesetzt werden könnten.


Erhard Kuntzner

Frankfurt, Montag, 08.12.2008, 18:01:55


Statt auf dem Bildschirm ein "Wiedersehen mit Brideshead" zu feiern, gab es am Samstag eines mit der "Frankfurter Cosi". Und bereits zum Zeitpunkt der ersten Wiederaufnahme darf man diese preisgekrönte Inszenierung getrost als legendär bezeichnen. Dabei wurden die hohen Erwartungen die ich in diese Aufführung allein durch die Neubesetzungen aus dem Ensemble gesetzt hatte noch übertroffen. Wunderbar die Fiordiligi von Juanita Lascarro, deren Sopran doch im Lauf der Jahre voller und wärmer geworden ist, ohne im geringsten die Fähigkeit zur brillanten Koloratur zu verlieren und auf der Bühne ist sie ohnehin eine Erscheinung. Bewundernswert auch die Leistung von Daniel Behle, denn so schön und makellos auf dem Atem gesungen habe ich "Un´aura amorosa" noch nie gehört. Und was wäre aus der Aufführung ohne die Einspringerin Claudia Mahnke geworden, die mal soeben die Dorabella von der Seite gesungen hat. Das ist Wasser auf den Mühlen all derer, die ein häufigeres Auftreten dieser Sängerin auf der Frankfurter Bühne fordern. Am Ende dieses Abends saß man wieder beglückt auf seinem Platz, einfach nur dankbar für solch ein vollkommenes Musiktheater in diesem Haus und voller Vorfreude auf die 100. Vorstellung irgendwann in zehn Jahren.

Gestern Abend dann zum zweiten Mal "I masnadieri". Sicher hatte die Premiere ihren unfreiwilligen Reiz, aber eine Cabaletta mit Orchester klingt dann doch ganz anders. Überhaupt wähnte man sich im seligen Reich der Cabaletta und der geradezu körperlichen Wirkung dieser Musik kann ich mich kaum entziehen. Interessant wäre ein Vergleich dieser Oper mit dem unmittelbaren Vorgänger, dem "Macbeth", denn eine Wiederaufnahme diese genialischen Frühwerks ist uns die Oper Frankfurt noch schuldig. Ashley Holland als Francesco jedenfalls zeichnete diese Figur durch bewußten Verzicht auf Schöngesang als einen Bruder im Geiste des Macbeth. Hervorragend aber das gesamte Ensemble, der Chor und das wunderbare Orchester. Peinlich einzig die Buhs für die Regie (wahrscheinlich genügt einigen Besuchern dafür schon das Lebensalter des Regisseurs). Insgesamt ist das eine Bereicherung des Repertoires der Verdi-Opern in Frankfurt und eine entschiedenere Aussage als McVicars "Don Carlo" ist das allemal, aber der ist ja sooooooo schön anzuschaun.


Jörg Barenscher

Fulda, Montag, 08.12.2008, 13:10:34


Gerade lese ich den Kommentar über die FAUST Verleihung.

Ich konnte diese Cosi fan tutte auch in der vergangenen Saison erleben und war überwältigt, allerdings auch von der musikalischen Harmonie, die man nicht vergessen sollte.

Am Wochenende sah ich die Wiederaufnahme an, und leider ist die Aufführung bereits jetzt nicht mehr vergleichbar.

Neue Personen in dieses Konzept einzuführen ist unmöglich.

Den neuen Sängern laste ich das nicht an, aber wie kann die Theaterleitung in diesem Fall Umbesetzungen erwägen.

Gut: das Publikum, dass zumeist die Originalversion nicht kannte, war wieder sehr angetan. Dennoch ein künstlerischer herber Verlust.

Sicher waren Terminschwierigkeiten der beiden Gäste oder der Dirigentin ausschlaggebend, aber ich sehne mich nach der unschlagbaren Erstfassung zurück und werde auch so lange nicht mehr in dei Frankfurter Cosi fan tutte gehen.

Ähnliches passierte leider auch der Entführung aus dem Serail, von der nur ein Gerippe der Ursprungsfassung übrig blieb.


Erhard Kuntzner

Frankfurt, Montag, 08.12.2008, 12:44:15



Gratulation zum FAUST, dem neuen Theaterpreis für Christof Loy und Ihre fabelhafte COSI FAN TUTTE, die ich letzte Spielzeit auch sehen konnte. Eine verdiente Entscheidung, denn, wie Ihr Ensemble da aufeinander eingeht, ist nur mit großen Schauspielinszenierungen von Stein, Dorn oder dem jungen Peymann vergleichbar.

Hier auf der Website ist diese doch wohl wichtige, neue Auszeichnung gar nicht erwähnt.

Lassen Sie sich feiern

Grüße aus Stuttgart.


Dr. Klaus Berneisen

Stuttgart, Montag, 08.12.2008, 11:44:23


Was mittlerweile selbst für unseriöse Fluggesellschaften gilt, sollte auch die Preisgestaltung des Opernhauses leiten: Transparenz. Die Kammermusik im Foyer am 4.1.09 kostet laut Prospekt 12 Euro; ich zahlte an der Opernkasse 13,50 Euro "inkl. Gebühren". Wenn die schon am hauseigenen Schalter anfallen, gehören sie in eine reelle Preisangabe!

Im übrigen bin ich als Abonnent mit dem Spielplan sehr einverstanden und zumeist auch angetan von seiner künstlerischen Verwirklichung. Wäre das Haus nicht notorisch überheizt (ich sitze im 1. Rang), wären Konzentration und Genuß noch größer.


Klaus Ruß

Bad Nauheim, Hessen - Donnerstag, 04.12.2008, 12:12:34


Ein wundervoller Liederabend mit Simon Keenlyside am 2.12.

Wo kann man einen qualitativ so hochstehenden Vortrag mit einem Weltstar sonst noch so preiswert erleben? Auch nach der Vorstellung bei der Autogrammstunde war der Bariton sehr sympathisch und plauderte unkompliziert mit den Besuchern.


I.Reuter

Frankfurt, Mittwoch, 03.12.2008, 13:39:16


Der gestrige Liederabend mit Simon Keenlyside - auch wenn dieser bedauerlicherweise mit dem mal wieder deutlich übertemperierten Raum sichtlich zu kämpfen hatte - , war ein großer Höhepunkt dieser beispiellosen Konzertreihe! Wo gibt es eine solche in ähnlicher Qualität?!!!

A. Hofmann

Fulda, Mittwoch, 03.12.2008, 12:27:01


Anfang Oktober besuchte ich an drei Abenden die Frankfurter Oper, die meiner Meinung nach zu den ersten Häusern in Europa gehört,für die man schon mal einige huntert Kilometer anreist.

Lear war schlicht Weltklasse, die Inszenierung übertraf noch die Uraufführung und müsste auf DVD für die Nachwelt und zu meinem/unserem Vergnügen festgehalten werden.Ich habe gelesen, es würde (leider nur) eine CD erscheinen. Die Zauberflöte war märchenhaft schön,dank der Bühnenbilder von Sowa. Nichts störte, gesungen wurde solide, das Stück ist eingentlich unkaputtbar und es war ein "schöner Abend", wie man so sagt. Nun zum Fidelio. Ratlos standen die Protagonisten auf der Bühne herum, wenn es überhaupt so etwas wie Personenregie gegeben hat, ich konnte sie nicht entdecken. Mein Verdacht, dass es eine verkorkste Produktion ist, erhärtete sich im Laufe des Abends. Ein Blick in das sehr schön gemachte Programmheft brachte auch keine Hinweise",was der Regisseur denn nun gemeint hat". Wenn man keine Idee hat, diese in ein Konzept giesst und dann auf die Bühne bringt, kann es nur schief gehen. Wenn man "Beziehungslosigkeit" o.ä. zeigen will, darf man das nicht mit Ideenlosigkeit verwechseln. Bei der ersten Begegnung Marzelline - Leonore hatte ich für eine Sekunde den Verdacht,Marzelline hat etwas gemerkt, dass mit dem Fidelio etwas nicht. Leider falsch vermutet, das wäre interessant geworden. Ich musste gegen Ende an die Interpretation von Neuenfels in Hamburg denken. Dort hat Leonore sich von Florestan abgewendet und den jungen schönen Mann, den sie von früher kannte, herbeigesehnt und bekam ihn auch.

Hier in Frankfurt schwebte im Finale ein "Wüstenrot-Eigenheim" über allem.Sehnsucht nach Haus, Familie, Idylle oder kleinem Glück???? Das ist, wenn es so gezeigt wird, für den Fidelio zu banal.

Schade

Helmut Häring


Helmut Häring

Mensdorf, Luxemburg - Dienstag, 25.11.2008, 18:18:49


Hinsichtlich der Fidelio-Inszenierung möchte ich einige ihrer Elemente und einen psychologischen Zusammenhang kommentieren. Erkennbar haben der Regisseur, der Bühnenbildner und andere Mitarbeiter sich sehr bemüht, ihr Verständnis dieser Oper dem Publikum sinn- und augenfällig zu machen:

- die farbsymbolischen Kodierungen einschließlich der Licht-Dunkel-Metaphorik mit ihren entsprechenden Konnotationen werden abwandlungsreich-leitmotivisch inszeniert (Schatten, schwarze Kleidung des Gefängnispersonals, Sonne ...).

- Das Drachensteigen fungiert als Kontrastfolie zur Kerkernot Florestans.

- Mitkonstituiert wird dieser Kontrast durch eine ein Kinderwagen schiebende Mutter und ein zärtlich flanierendes älteres Paar.

- Der grausame Don Pizarro tritt mit seinen Schuhen auf den Stuhl, von dem er Rocco weggeschubst hat ( ihn gleichsam symbolisch mit Füßen tretend).

- Roccos Zugänglichkeit/Menschlichkeit wird durch sein Tänzeln und Musikdirigieren vermittelt.

Nun gibt es keine unabänderlich-kanonisierbaren Korrelationen zwischen dem Symbol und dem Symbolisierten.

Nicht ohne Grund hat man auf die zäsurstiftende Qualität historischer Ereignisse hingewiesen ("Hiroshima war heller als 1000 Sonnen"; Massenmörder musizier(t)en ...). Ein Regisseur sieht sich der quälenden Frage ausgesetzt, welche Lebensphänomene noch plausibel symbolisierungsfähig sind.

-Zum psychologischen Komplex:

Leonore erschleicht sich das Vertrauen des nicht unsympathischen Rocco, der nicht nur der Anweisung, Florestan zu töten, sich widersetzt, sondern Leonore/Fidelio seine Tochter zur Frau anbietet. Gewiß muß Leonore pragmatisch bis hin zur Listanwendung sein, will sie zu ihrem Mann durchdringen. Aber sie opfert Roccos Vertrauen (und womöglich auch sein Leben) und damit opfert und kontaminiert sie ein Stück ihrer Integrität ( falls diese überhaupt dividierbar ist); ein Selbstopfer im Namen der Liebe.

In diesem Zusammenhang biete ich eine abweichende Lesart an:

Florestan erkennt anfangs seine Frau nicht nur deshalb nicht, weil diese als Mann verkleidet ist. Nach zwei Jahren Haft dürfte er die relative Menschlichkeit seines Kerkermeisters kennen. Vermutlich unbewußt, zumindest diffus wird Florestan hier eine aus oben genannten Gründen nicht unbedenkliche List seiner Frau wittern, er, der wegen seiner Integrität ( der Weigerung, etwas zu vertuschen ), in Haft genommen wurde. Das Doppelopfer seiner Frau macht sie gleichsam zu einer (nicht wiedererkennbaren)Fremden. Hat wohl deshalb das gegen Ende herabgesenkte Haus, unter dem Menschen plattgedrückt zu werden drohten, ein Symbol wohnlich-trauten gemeinschaftlichen Lebens, keine (dem Publikum zumindest erkennbare) Fenster?

Eine, wie man sieht, anregungsreiche Inszenierung, die mich in Verbindung mit dem wieder inspirierenden Orchester belebt hat. Danke! Und ich freue mich auf meinen nächsten Besuch.


Renard Spikol

Samstag, 22.11.2008, 16:39:02


Wir haben die Vorstellung mit unserer Belegschaft der Praxis 71 von Lucia di Lammermoor erlebt und waren von der Inszinierung begeistert. Immer wieder!

Hans Reichensdörfer


Hans Reichensdörfer

München, Bayern - Freitag, 14.11.2008, 18:26:19


Ich habe seit ca. 15 Jahren ein Opernabo in Frankfurt, weil ich Opernliebhaberin bin. Mit dem mehr oder weniger modernen Bühnenbild habe ich mich mitlerweile abgefunden. Die Musik bleibt einem ja erhalten.

Im Oktober diesen Jahres war ich in Paris, und habe in der Opéra Bastille den Rigoletto gesehen. Ich war total begeistert. Außer den guten Sängern war auch die Inszenierung wie man es sich vorstellt. Alles hat gepasst.

Das Bühnenbild und die Kleidung wie früher auch in Frankfurt. Ich glaube, das werde ich in meinem ganzen Leben (bin 66 Jahre alt) nicht mehr wieder sehen können.

Empfehlenswert sich Rigoletto dort anzusehen. (Traumhaft)

Gruß, Inge Zahradnik


Inge Zahradnik

61184 Karben, Deutschland - Donnerstag, 13.11.2008, 18:01:39


Wiedersehen mit 'Turn of the screw'. Leider verschwindet diese wunderbare Produktion vom Spielplan. Sehr schade. Es ist eine der besten Produktionen seitdem. Wieder beeindruckt von der Stimmigkeit des Bühnenbildes und der Inszenierung. Was für beklemmende rätselhafte Szenen, die eben nicht 'eindeutig' sind. Brilliante Sängerdarsteller.

Nicht so toll fand ich Lucia. Die 'Aktualisierung' nach 'heute' hat die Sache nicht plausibler gemacht, die Inszenierung von gediegener Langweile. Aber was für Stimmen! Großes Lob an das 'singende Ehepaar'.


Dr. Stefan Schlesinger

Frankfurt a.M., Dienstag, 11.11.2008, 17:54:39


zur Aufführung von "Lucia di Lammermoor" am 2008 Nov. 9 um 15.30 in der Frankfurter Oper

Meine erste Opernerfahrung war vor 56 Jahren. Seitdem habe ich natürlich mehrere Opern gesehen, sowohl in Frankfurt als auch anderswo, auch Lucia einmal. Die Aufführung von Lucia am 2008 Nov. 9 war der Gipfel meiner bisherigen Opernerfahrung.

Robert L. Baber


Robert L. Baber

Bad Homburg, Deutschland - Dienstag, 11.11.2008, 12:01:18


Wir haben gestern eine wunderbare Vorstellung von Lucia di Lammermoor erlebt. Sänger, Orchester und Inszenierung/Bühnenbild waren hervorragend. Sehr gut hat uns der Nachmittagstermin gefallen. Warum wird so etwas - insbesondere in den Wintermonaten - am Sonntag nicht öfter angeboten?

Gabriele Zimmermann-Schmidt

Usingen, Montag, 10.11.2008, 09:20:05


Ich habe heute zum zweiten Mal Donizettis "Edgardo" gehört, denn so müsste diese Oper bei dieser Besetzung doch eigentlich heißen. Sicher ist die sängerische Leistung von Frau Lisnic zu bewundern und ihre große Szene verfolgt man atemlos, trotzdem ist es der Gesang von Joseph Calleja, der einen schlicht überwältigt. Öffnet dieser Sänger erst einmal seinen Mund ist man ihm für den Rest der Aufführung verfallen. Diese Inszenierung könnte auf dem "Planet der Affen" spielen, es würde mich nicht weiter stören, denn welch eine herrliche Flut von Tönen dringt da an das Ohr der Besucher und kein einziger dieser Töne wirkt aufgesetzt, sondern alles entwickelt sich ganz organisch, wirkt natürlich und ist doch das Resultat einer stupenden technischen Virtuosität, die zusammen mit einem betörenden Timbre dazu beiträgt, dass das Hören dieser Stimme einem erotischen Erlebnis gleichkommt, dem ich mich gerne auch noch dein drittes Mal aussetze. Denn dieses balsamische Singen entschädigt einen doch für manches, das man von Montag bis Freitag über sich ergehen lässt. Schade, dass man sich eine solche Aufführung nicht von seinem Hausarzt verschreiben lassen kann.

Schade auch, dass sich "The Turn of the Screw" aus dem Repertoire verabschiedet, eine kleine funkelnde Perle im Angebot der Oper Frankfurt und eine Erinnerung an den Beginn eines sich hoffentlich noch lange fortsetzenden Höhenflugs dieses Hauses. Etwas wehmütig sah ich deshalb die gelungene Aufführung am Samsatg.


Jörg Barenscher

Fulda, Sonntag, 09.11.2008, 22:37:53


Herzlichen Dank allen Verantwortlichen für das Geschenk dieser konzertanten "Norma"!!! Was für ein Belcanto-Abend!!!

Und wie gut, dass man keinen Regisseur wie Matthew Jocelyn in die Produktion einzubeziehen hatte!


A. Hofmann

Fulda, Freitag, 31.10.2008, 15:58:18


Ein wunderbarer Abend am 28.10.in der Alten Oper bei "Norma"!

Kaum zu glauben, dass Bellini solch musikalische Ausdruckskraft schon v o r Verdi auf die Bühne brachte.

Noch besser für eine konzertante Aufführung geeignet als kürzlich der "Otello" fehlte es der Aufführung an nichts, zumal auch der hervorragende Chor mit der fabelhaften Besetzung (natürlich vor allem Frau Dussmann als "Norma")

glänzen konnte. Aber stimmliche Schwachstellen ist man ja von der Oper Frankfurt auch nicht gewöhnt. Die eigentliche Überraschung war aber die junge Schwedin Emma Vetter, deren (Mezzo-)Sopran vom 1. Ton an überzeugen konnte und die im Duett mit Frau Dussmann gleichwertig war.

Nur schade, dass viele Zuschauer im rechten Bereich Frau Dussmann vor allem bei der "Casta diva"-Arie nicht sehen konnten, weil sie vom Dirigenten verdeckt wurde.

Wenn man das am 30.10. beheben könnte, wäre es perfekt.

Fazit: Unbedingt empfehlenswert, Restplätze sichern!


I.Reuter

Frankfurt, Mittwoch, 29.10.2008, 09:23:59


Enttäuschender "Fidelio". Auch wenn die Inszenierung bekanntermaßen unter schwierigen Umständen auf die Bühne gebracht wurde, so hätten sich doch andere Lösungen finden lassen (rechtzeitiges Engagement eines neuen, kompetenten Regisseurs, Verschieben bis nur neuen(aktuellen) Saison), statt eine statische Rumpf-Fassung aufzuführen. Ich habe schon konzertante Aufführungen gesehen, die szenisch besser aufgelöst waren ;=). Alles Singen an der Rampe, ein noch langweiligeres Bühnenbild als bei TIEFLAND (kaum vorstellbar, aber Tatsache), grausam! Gesang und Musizieren insgesamt auf gutem Niveau, Tempi ein wenig langsamer als bei Carignani.

Thomas Müthing

Offenbach am Main, Montag, 20.10.2008, 11:15:37


Wir haben uns am Wochenende das Doppel: Zauberflöte /Lear gegönnt und sind von dem Niveau der Oper Frankfurt wieder begeistert.

Die märchenhafte Inszenierung der Zauberflöte erzählt,wenn auch nicht markant, aber sehr geschmack- und kunstvoll bebildert, und musiziert wurde auf allerhöchstem Niveau (von der etwas mißglückten Cosi-Overtüre zum Streikaufruf abgesehen).

Der junge Dirigent Hartmut Keil macht das herzerfrischend leicht, das Orchester spielt launig und unter den Sängern gibt es Entdeckungen wie Brenda Rae als edle Pamina, Franz Mayer als hochnobler Sprecher, Peter Marsh als schenidender Monostatos oder das erstklassige Damentrio zu machen. Johannes Martin Kränzle als Papageno sucht seinesgleichen. Das ist neben perfektem nd schönem Gesang auch großartige Schauspielkunst, die man oft auf großen Sprechbühnen heute suchen muss. Am Folgetag als Gloster zeigt er eine diesbezüglich komplett andere Farbe, wieder sonor und dabei sinngebend singend.

Wolfgang Koch als Lear ist ein Phänomen an Kraft und Wucht. Umwerfend, wie er sich in die Vaterfigur hineingibt. Britta Stallmeister als Cordelia gefällt uns ebenfalls mit warmem Klang. Eigentlich müßte man jeden erwähnen und allen danken, wie das etliche Vorschreiber schon ergriffen tun.

Ein emotional großer Abend, an dem der neue GMD Sebastian Weigle entscheidend Anteil hat.

Ein Großer Dank gilt allen Beteiligten für dieses Wochenende in Frankfurt.


Oliver Mühleisen

Wiesbaden, Montag, 13.10.2008, 17:24:46


Die Oper Fidelio habe ich vor 30 Jahren als eine meiner ersten Opern in Frankfurt gesehen und war damals total begeistert. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, dass sie dieses Jahr zum ersten mal in meinem Abo dabei war. Mit den Bildern von vor 30 Jahren im Kopf war ich total enttäuscht. Das gelbe langweilige Bühnenbild ließ keinerlei Gefühle aufkommen. Außerdem waren selbst gesprochene Texte im 3.Rang kaum zu verstehen. Warum läuft das Textband nicht auch bei deutschen Opern mit? Viele Plätze waren nicht belegt. Das bei einer so bekannten und beliebten Oper. Müssen Sänger und Musiker vor leeren Bänken auftreten, nur weil ein Intendant eine Oper kaputt inszeniert? Meiner Meinung nach werden hier Steuergelder verschwendet. Hoffentlich werden die nächsten Opernabende erfreulicher.

Dorothee Clemen

Maintal, Montag, 13.10.2008, 13:57:23


Auch wenn ich es nicht so krass formulieren würde wie der Herr vor mir: Der Liederabend von Anne Sofie von Otter wurde längst nicht dem gerecht, was ich mir erwartet hatte. Anfangs wollte gar kein Funke überspringen, das kam erst, als sie gegen Ende vom klassischen Liedgut zu Songs überging, war aber wohl eher den Sympathiepunkten zu verdanken, die sie mit ihrem hervorragenden Deutsch, der witzigen Ansprache des Publikums und der mimischen Untermalung der Songs erntete.

Wenn der Kritiker der Offenbach-Post feststellt, dass das Publikum angesichts dieser Leistung ganz aus dem Häuschen war, dann muss er in einem anderen Konzert als ich gewesen sein - das Publikum verlangte keine Zugaben, die wurden einfach gegeben, und etliche Zuschauer verließen den Saal unmittelbar nach dem letzten Stück des eigentlichen Programms, ein paar sogar schon vorher. Der Applaus war höflich, aber durchschnittlich, ganz gewiss nicht frenetisch.

Für mich bleibt auf der Habenseite festzuhalten: Frau von Otter hat ein sehr schönes Piano, das bis hinten im Saal trägt, und sie wirkt sympathisch, vornehmlich wenn sie mit dem Publikum spricht. Für die Oper Frankfurt war es sicherlich ein Pluspunkt, dass der Saal auch einmal bei einem Liederabend recht gut gefüllt (wenn auch nicht ausverkauft) war.

Ansonsten habe ich in der Oper Frankfurt bereits bessere Liederabende erlebt, bei denen von Anfang an der Funke übersprang, und das bei Sängern, die bei weitem keinen so großen Namen tragen und womöglich auch nicht ganz so teuer sind. Wenn ich etwa an Alice Coote vor einem halben Jahr zurückdenke, bei der zwar höchstens ein Drittel soviele Zuschauer gekommen waren, der Applaus allerdings verdientermaßen dennoch erheblich stürmischer ausfiel ...


Elisabeth Müller

Frankfurt, Samstag, 11.10.2008, 11:29:29


Wenn ich einen Liederabend in einem Opernhaus zur kunstvollen Unterhaltung aussuche, dann bin ich entäuscht wenn ich seichtes Gesäusel, Gesichtsmimik und Schlager geboten bekomme!!! Auf eine weitere Einladung von Ann Sofie von Otter sollten die Oper Frankfurt denn auch dringest verzichten. Wenn Frau von Otter mal ein Weltstar war, konnte ich es beim gestrigen Konzert nicht mehr nachvollziehen! Nicht ein einziger Vortrag mit ihrer vollen Stimme, zurückhaltend wäre da noch gemschmeichelt. Wenn sie einen Jazz- und Schlagerabend veranstalten wollen, dann sollten sie das so bewerben! Wenn sie Frau von Otter ankündigen erwarte ich, was dieser Name verspricht, etwas anderes! Ich bin sehr enttäuscht und habe mich geärgert über diesen "Schlagerabend". Nicht die schwedischen, nicht die französichen und auch nicht die deutschen Lieder waren akzeptabel präsentiert! Wo hat sie ihre Stimme gelassen?? Schade!! Rin verschwendeter Abend der ein Wiederholung nicht nötig macht, ich bitte doch um etwas mehr Niveau, ein Name alleine macht es auch nicht!!

Bedauerlich Hans Achfried


Hans Achfried

Frankfurt am Main, Mittwoch, 08.10.2008, 08:50:58


Die Oper Lear von Aribert Reimann hat mich in musikalischer Hinsicht wie auch im Hinblick auf die Vokalisten und Instrumentalisten sehr beeindruckt. Die Intensität der Komposition verdankt sich gottseidank keinen billigen Tricks wie dem Ausreizen von Kontrastwirkungen ( z.B. leise grollendes Posaunen-Drohen und dissonant-flirrendes Gefiepse im hohen Flötenregister ) . Die Musik also hat mich begeistert. Etwas unglücklich bin ich mit der Anlage der Figur der Cordelia ( und das tut mir leid angesichts der wunderschönen Stimme der Frau Stallmeister ). Cordelia wird, wie üblich, als stilles, tiefes Wasser charakterisiert; moralisch integer, demütig, die wahrhaft Liebende, welche selbst die Exilierung um der Würde ihrer Integrität und der Liebe willen akzeptiert. Man könnte diese Figur doch mal , psychoanalytisch , anreichern im Hinblick auf Motive ihrer stummen Selbstzurücknahme.Kann man ihr karges Verbalverhalten bei der Frage nach ihrer Liebeszusicherung nicht als Trotz auffassen; als Wut und Haß , daß ihr undelikater, indiskreter Vater ihr dies zumutet? Als Protest gegen die Ökonomisierung von Gefühlen: ein Drittel der Nachlassenschaft gegen Liebesbekenntnis, abverlangt in der Form einer Evidenz. An späterer Stelle sagt sie immerhin, aufschlußreich, "jetzt herrschen wir beide!". Und noch später, der Wortlaut ist mir leider nicht erinnerlich, artikuliert sie einen ähnlich ambitionierten Habitus. Ich würde darin nicht nur, nicht einmal vorrangig, wenn überhaupt, den Ausdruck einer liebevollen Seelenaffinität zum sterbenden Vater sehen. Eher den trotzig-traurigen Trumpf einer Übervorteilten, sich als verkannt Begreifenden. Konfliktvermeidendes Ausweichgebaren kann man auch begreifen als Form einer aggressiven List: man macht dem andern klar, daß der andere den Aufwand einer direkten, plastischen Selbstmitteilung nicht lohnt. Das vermeintlich bescheidene Sichfügen als Beschneidung ( diese Metapher darf man in ihrer sadischen Implikation begreifen ) der wechselseitigen Erfahrung.

Renard Spikol

Frankfurt, Deutschland - Montag, 06.10.2008, 14:25:59


[I will keep this text compatible for any possible member of the production in case I am lucky eonough to have them read it one of these days.] Ladies and gentlemen - chapeau! After attending the Oper Extra for LEAR, my gut feeling increased that we were on the verge of something huge here. This comparison pales to what I saw last night. That was one world class piece of opera you gave us. Honestly, not only did I almost fall over the banister of my (excellent, v. lucky) seat for excitement, tension, disbelief and sheer joy of watching this production, still cannot keep my legs together about this evening. But I also smirked when the libretto read "the desire for two heads..." Was I able to relate to that, for with the one head and two eyes God blessed most of us with, I didn't know where to look or what to take in first. Watching Weigle conduct and communicate on many levels. Watching the unusual set of instruments (percussion galore, I love you, Reimann!) in action. Taking in the scenario on stage, wow. Keith, you had me on the edge of my seat an all times. Marvellous direction. The gripping scenery - Boris, you sent us home with an indelible visual impression, a big hand to your splendid work. Not ever will I forget the projections in the rain. Graham, you lucky fool, what a part to play (and what a perfect jester's grimace your handsome face can burst into!) - it had to be you. Myladies, I take a deep bow, you have been well cast, the black of either the evil or the forlornness of your fate definitely left the restricitons of the stage and crept up to the circle. Best performance I ever saw of Frank and Michael, also very noteable: Dietrich Volle (btw, one of the best styled figures, consider taking that look outside the theatre and see what happens! Bravo Kaspar.). And Wolfgang Koch's tour de force: what a way to be introduced to you. I will totally forgive you if nothing I see you in after this will ever top your Lear. Unless you consider physically dying on stage that is. Whatever the secret to your stamina, I will buy it and inhale it, too! The fabulous, outstanding actor and singer you are. I know I did not mention each and every one of you, apologies. Rest assured that all of you blew me away with this shining team effort, and I cordially thank you for a grand night out. I can only imagine how proud you must be to be part of this, the profound honour of watching you combine your talent and making this production sparkle each time is ours. Enough said.

No! - one more thing: These days, almost every modern/ised production cannot seem to exist without incorporating a gun shot or other loud sudden sound effect which always has me in a silent fit. I mean, honestly folks, even an evening mastered by the Hilliard Ensemble of all interpreters (!) has to scare the wits out of us with a metal bucket explosion - I dare not ask for reason or rhyme there. So it is somewhat ironic that you do not get a single one of those during the treacherous, murder infested scenario of Lear- and it still works, doesn't it? THANK YOU for that from the bottom of my heart. Not that one would have blinked at a gun shot for all the lovely drum sounds mind you : )

No doubt will I attend another performance in this run and in the meantime spread the word (though this might be carrying coals to Newcastle) - we're here for LEAR! Yours very sincerely, Sandra


Sandra Regenbogen

Frankfurt/mein, Montag, 06.10.2008, 12:52:01


Zuerst einen grossen Dank für diesen ergreifenden Abend von "Koenig Lear" ! Ein unvergessliches Klangerlebniss mit den packenden Geschehnissen auf der Bühne zusammen erlebt...nie zuvor soetwas in einer Theateraufführung gesehen ! Gestatten Sie mir eine Frage : Es viel etwas auf die Bühne herab und war verbunden mit einem anschliessenden sehr lautem Scheppern vom Theaterdach ; die Darsteller auf der Bühne sahen plötzlich nach oben und verhielten sich sehr angespannt danach . Meine Frage ist : Gehörte das zur Inszenierung (was mir in dem Fall nicht schlüssig erschien ) oder handelte es sich lediglich um eine technische Panne ? Mit besten Grüssen an das Team von "Koenig Lear" und grossem Dank für diese einzigartige Aufführung !!! O.v G.

Olga von Galow

Bad Camberg, Deutschland - Freitag, 03.10.2008, 01:54:29


Das ist ja nun wirklich ein besonderer Grund zur Gratulation: Platz 2 beim "Opernhaus des Jahres"! Und ebenso Glückwunsch dem "Regisseur des Jahres" Christof Loy mit der Frankfurter "Cosi"!!!

Wir wissen, was wir an unsrem Haus haben!


A. Hofmann

Fulda, Mittwoch, 01.10.2008, 00:58:14


Herzlichen Glückwunsch zu einem hervorragenden 2.Platz bei der Wahl zum Opernhaus des Jahres.

Wolfgang Kronemann

Frankfurt am Main, Deutschland - Dienstag, 30.09.2008, 16:25:29


Liebes Frankfurter Opern-Team,

auch ich war von dem gestrigen Abend völlig überwältigt - und bin es immer noch. Mit einer gewissen Skepsis bin ich in diese Aufführung gegangen, ob ich wohl etwas mit dem Stück anfangen können - und ich konnte es! Dies lag sowohl an der hervorragenden Umsetzung des Dramas von Reimann, aber natürlich auch an der wunderbaren Regie von Warner, den starken Bildern, den wunderbar herausgearbeiteten Figuren, den SängerInnen, die vollen Einsatz zeigten und einem ebensolchen Orchester. Das Risiko mit einer modernen Komposition und einem solch düstren Stoff die Saison zu eröffnen hat sich absolut gelohnt - Bravi an alle!


Susanne Rauscher

Montag, 29.09.2008, 15:12:20


Geht das denn immer so weiter? Welch eine ergreifende, faszinierende künstlerische Erfahrung konnte ich gestern erneut in Ihrem Haus machen. Es ist nicht weniger als ein Triumph des zeitgenössischen Musiktheaters, wenn Musik, Gesang und Regie so kongenial aufeinander abgestimmt werden, dass sich wohl nur die allerwenigsten diesem Eindruck widersetzen können. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass eine andere als die von Aribert Reimann komponierte Musik diesem bedeutenden Stoff der Weltliteratur gerecht werden konnte. Der Komplexität des Stückes entspricht diese Musik völlig. Und wie großartig hat das Orchester diese Partitur zum Klingen gebracht.

Wunderbar die Bilder, die das Regieteam gefunden hat, sei es der riesige Müllberg oder die Pietà des Schlussbildes. Großartig wieder einmal das singende und spielende Ensemble auf der Bühne. Herausragend das Debüt von Wolfgang Koch in dieser Rolle. Man sah in leiden, hörte ihn singen und verstand dabei jedes Wort. Und bei der Umarmung des Sängers durch den Komponisten war man Ende dieses großen Opernabends doch noch gerührt und versöhnt.

Dem Intendanten und dem GMD ist zu danken, dass Sie sich für dieses Stück als Eröffnungspremiere entschieden haben und es auch zu einer Wiederaufnahme kommen wird. Schon heute darf man sich auf die angekündigte "Medea" des Komponisten Reimann freuen und gespannt sein, welche Musik er für die Gemütszustände dieser Figur finden wird.

Aber in Frankfurt geht der Wahnsinn jetzt weiter. In 4 Wochen. Im schottischen Hochland. Ich bin dabei.


Jörg Barenscher

Fulda, Montag, 29.09.2008, 11:29:40


Ich freue mich über ein weiteres Solo aus den Chorreihen - Prost Nicolai!

Sandra Regenbogen

Frankfurt/mein, Sonntag, 28.09.2008, 01:42:53


Ich freue mich über eine Extra-Chor Neubesetzung: Prost Heike!

Janine Helske

Schwerin, Freitag, 26.09.2008, 03:18:59


Zu den Zauberflötenbesuchszahlen möchte ich als Mutter schulpflichtiger Kinder erwähnen, dass Anfangszeiten an Tagen früher sein könnten oder müßten, an denen am Folgetag Schule ist. Warum nicht am Sonntag oder Freitag um 18 Uhr anfangen ? Die Kinder und Eltern reißen sich nach wie vor um diese Zauberflötenproduktion, aber unter der Woche um 23.30 aus dem Opernhaus zu kommen ist nicht verantwortlich.

Ich bitte Sie, bei der Planung der kommenden Monate dies etwas zu berücksichtigen. So viele kindgerechte Werke gibt es gar nicht im Spielplan. Und Kinder sind auch Ihre Zukunft.


Marianne Manz

Frankfurt, Dienstag, 23.09.2008, 19:20:40


Auf den Lear sind wir auch schon sehr gespannt. Mit Sebastian Weigle haben Sie in Frankfurt wirklich einen Treffer gelandet.

Unseren Liebling Kränzle sehen wir dann in einer ganz anders gearteten Rolle. Bei uns in Wiesbaden bleibt er als explosiver Barbier-Figaro unbertroffen und unvergessen. Ein Sänger mit enormer Farbpalette. Und sehr freuen wir uns auf Britta Stallmeister, die ebenfalls in so vielen, verschiedenen Rollen zu überzeugen weiß. Wir drücken für den sicher sehr schwierigen Lear alle Daumen.

Grüße aus der Landeshauptstadt, aber nicht Landeskulturhauptstadt: das ist wohl unbestritten Frankfurt in Hessen.


O. und B. Mühleisen

Wiesbaden, Montag, 22.09.2008, 11:22:05


Ich kann nur beipflichten: die Zauberflöte am 20.9. war ein Repertoire-Höhepunkt. Oft gehe ich in die Frankfurter Oper; ich war auch schon mehrmals in dieser Inszenierung, und in diesem Niveau (besonders hervorzuheben: Weigle, Rae und Kränzle) habe ich sie noch nicht erlebt. Tosender Applaus war dann auch die Belohnung.

Von mangelndem Besuch kann aber nicht die Rede sein: am Samstag war es so gut wie voll. Vielleicht, Herr Berensen, wurde ihr Aufruf beherzigt. Schade nur, dass diese Zauberflöten-Besetzung schon wieder geändert wird -der Dirigent wechselt. Aber Wechselspiele der Besetzungen sind in Frankfurt Intendantenpassion.


Gregor Schuster

Frankfurt, Hessen - Montag, 22.09.2008, 11:04:37


Sebastian Weigle-was für ein wunderbarer Dirigent,

einer der die Zauberflöte so akzentuiert und klar dirigiert, dass man das Gefühl hat, man höre sie zum ersten Mal, obwohl dies bei weitem nicht der Fall ist?

Einer der von musikalischen Details erzählen kann, so dass es auch nicht Fachleute verstehen und das mit einer Begeisterung und Liebe zu seiner Arbeit, die offensichtlich ist und ihn äußerst sympathisch macht.

Also, Sie langweilen uns mit solchen Beiträgen ganz sicher nicht, Herr Weigle. So entsteht eine Beziehung zwischen GMD und Publikum, die man sich so nur wünschen kann und sicher nur selten erleben darf.

Zur Krönung singen Sie dann auch noch einen Teil der Rolle des Countertenors mit einer bemerkenswerten Stimme. Schön, dass Sie bei uns sind!


Karin Erb

Sonntag, 21.09.2008, 18:37:24


Die Vorstellung Zauberflöte am 20.09.08: Ich bin begeistert, eine wunderschöne Aufführung. Sowohl für das Bühnenbild als auch für die Kostüme vergebe ich einen Oskar.Ich bin begeistert, weiter so. Gisela Müller

Gisela Müller

Frankfurt, Hessen - Sonntag, 21.09.2008, 11:00:17


Wir kommen eben ganz beseelt aus der Zauberflötenvorstellung und wollen unsere tiefe Bewunderung für diese außerordentlich gute Vorstellung bezeugen. Dem Vorbericht können wir auch für Weigles wohl zweite Vorstellung nur ganz unterstützen. Phänomenal wirklich auch Johannes M. Kränzle, der dem Papageno eine Natürlichkeit und einen Charme sondersgleichen verleiht, und obendrein wunderbar locker die lyrischen Qualitäten seiner auch schon dramatisch erprobten Stimme (wir erinnern uns gerne an Zrenbraut)präsentiert. Große sängerische Qualität hat auch die Pamina von Brenda Rae. Erwähnen möchten wir auch das belndende Debut der jungen Nina Bernsteiner, absolut überzeugend. Ein toller Theater- und Musikabend, den man in diesem Breiten und dieser Gesamtqualität doch eben nur in Frankfurt erleben darf.

Oliver und Britta Mühleisen

Wiesbaden, Sonntag, 21.09.2008, 00:35:33


Sebastian Weigles Dirigat der Zauberflöte am letzen Sonntag war sensationell. Er zeigt fabelhaft, als Abenddirigent viele neue Akzente setzen zu können und mit seiner großen Musikalität Mozarts Musik federnd zu gestalten. Wunderbar unterstützt wird er von den Sängern, allen voran Johannes Martin Kränzle als Traumpapageno. Welche Farbfülle, welche Empfindungskraft und welches Miterleben der Nöte, Gelüste und Sehnsüchte verleiht er dieser Figur, die bei anderen Rollenvertretern oft zum schenkelklopfenden Kasperl wird. Brenda Ray ist eine sehr edelstimmige Pamina, Daniel Behle ein sensibel lyrischer Tamino. Auch viele andere Partien, oft jung und neu besetzt, überzeugen tadellos. Ein Highlight ist diese Besetzung unter dieser musikalischen Leitung.

Gehen Sie hin, denn der Saal war doch durchaus nur mäßig gefüllt.


Dr. Claus Berensen

Bad Homburg, Hessen - Samstag, 20.09.2008, 00:36:08


Diese Maskenballinszenierung läuft nun schon mehrere Jahre mit vielen Vorstellungen. Sie ist nichts gegen die alte großartige Kirchenerinszenierung der 80er Jahre. Musikalisch kann mich die Wiederaufnahme auch nur orchestral überzeugen. Julia Jones macht das fabelhaft. Sängerisch ist es nicht ganz Topniveau, ehrlichgesagt.

Erhard Kuntzner

Frankfurt, Samstag, 20.09.2008, 00:24:34


Mein erster Opernbesuch - ich bin begeistert. Eine wunderbare Vorstellung dank guter Leistung der Darsteller. Nur meinen Flirt hätte ich ansprechen müssen, dann wäre der Abend perfekt gewesen. Aber du hättest ja mal was sagen können beim Zigarettenausdrücken mit 20m Umweg...;)

Besuch Nummer zwei folgt sicher!


Marius Suiram

Frankfurt, Samstag, 13.09.2008, 00:53:12


Ein befreundeter Opernbesucher aus Kassel beklagte sich, dass es ihm nicht möglich sei, Karten für die Nachmittagsvorstellung der "Lucia" am 9. November zu buchen. Tatsächlich fehlt der entsprechende Link zur Online-Buchung. Ist das nur ein Versehen, oder ist die Vorstellung bereits ausverkauft? Wundern würde es einen nicht, denn auf diese Oper musste man in Frankfurt wahrlich lange warten.

Großartig der "Maskenball" zum Saisonauftakt. Musikalisch und sängerisch eine Wiederaufnahme auf hohem Niveau und szenisch ist das ohnehin eine der stärksten Aussagen im Repertoire. Aber die Addios des Riccardo habe ich schon wieder nicht gezählt. Sind es wirklich dreizehn?


Jörg Barenscher

Fulda, Donnerstag, 11.09.2008, 21:45:13


Wie hab ich mich auf den Saisonstart gefreut! Jetzt gibt es wieder viele schöne Welten, in denen man für ein paar Stunden alles "da draussen" verlassen kann und abtauchen ins Wunderbare...

Heute also die so lang, lang von mir umschiffte ZAUBDRFLÖTE. Und was man in Frankfurt da noch alles obendrauf bekommt! Alice im Wunderland, Dune, Die Zeitmaschine, Harry Potter, Das große Krabbeln - der Ausstatter muss ein Cineast sein :D Spaß beiseite, das war eine gelungene "erste Zauberflöte" für mich. Passend durchbesetzt wie Töpflein und Deckelchen, als Mittwochszuschauer bekam ich Balvinsson und Behle statt Reiter und Myllys, was qualitativ keinerlei Abstrich bedeutet, aber schade war wegen des verpassten Einklangs von Myllys/Nagy, der immer schwer zu toppen ist. Dafür ein Peter Marsh in unvergesslicher Erscheinung ;p

Danke für den schönen Saisonauftakt (also, meinen). Next stop: LEAR - ich bin gespannt.


Sandra Regenbogen

Donnerstag, 11.09.2008, 00:15:39


Endlich ist auch das Gästebuch wieder da. Sehr schön!

Fred Binsenschneider

Mittwoch, 10.09.2008, 08:48:59

Februar
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Führung
Montag 11.02.2013 18:00 Uhr
Oper Frankfurt

Oper verstehen
Montag 11.02.2013 18:00 Uhr
Chagallsaal

Nächste Premiere:


DIE CSÁRDÁSFÜRSTIN
Emmerich Kálmán
Mittwoch 31.12.2014 19:30 Uhr
Opernhaus
 
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