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Wiederaufnahme
CHOWANSCHTSCHINA
Modest Mussorgski
1839 - 1881
Volksdrama in fünf Akten in der Bearbeitung von Dmitri D. Schostakowitsch
Text vom Komponisten
Frankfurter Premierenfassung nach Dmitri D. Schostakowitsch, Finalszene nach Igor Strawinsky, Paris 1913
In russischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Dauer: ca. vier Stunden inkl. zweier Pausen
Zum Werk
»Fünfzig Jahre russische Geschichte an einem Opernabend«, so könnte man dieses monumentale Werk charakterisieren, Mussorgskis musiktheatralisches Vermächtnis.
Chowanschtschina, wörtlich »Die Schweinereien der Familie Chowanski«, erzählt vom späten 17. Jahrhundert. Vor der Thronbesteigung Peters I. war Russland in Wirrnis geraten und drohte im Widerstreit zwischen den Raskolniki (den »Altgläubigen«), den Strelitzen (der Schutztruppe Iwans des Schrecklichen) und den Bojaren (den Vertretern der Duma) zu versinken. Mussorgski komponierte daraus ein Historienbild in fünf Akten. Statt Kontinuität der Handlung und stringentem Erzählstrang wählte der Komponist die Form von lose miteinander verknüpften Tableaus, die in ihrer Kombination ein plastisches Bild der Ereignisse formen: In der Kollision dieser Tableaus ergibt sich ein »zermalmendes
Kräftegeschiebe disparater Blöcke, dem das russische Volk ohnmächtig ausgeliefert ist« (Julia Spinola). Das vom Komponisten als Torso hinterlassene Werk wird in der ungeglätteten, die Rauheit von Mussorgskis Klangsprache bewahrenden Fassung von Schostakowitsch gespielt – mit Ausnahme von dessen frei hinzukomponiertem Finale, das ersetzt ist durch dasjenige, das Strawinsky aus Mussorgskis Skizzen rekonstruierte.
Handlung
Moskau und Umgebung, 1682 – 89: Der Strelitzenführer Fürst Chowanski wird des geplanten Staatsstreiches gegen den Zaren Peter bezichtigt. Das Volk scheint auf seiner Seite zu stehen, jubelt ihm zu. Obgleich an ihm wie an seinem unfähigen Sohn Andrej der Verfall der ehemaligen Schutzgarde (Strelitzen = Garde) des Zaren sichtbar wird. Den Streit von Vater und Sohn um eine junge deutsche Protestantin schlichtet der Mönch Dosifej, das Haupt der Altgläubigen, zu denen auch Marfa, die ehemalige Geliebte Andrejs gehört. Ein Gespräch zwischen dem Machtpolitiker Golizyn, Chowanski und Dosifej zeigt den unversöhnlichen Gegensatz der Interessen. Ein von Golizyn geplanter Anschlag auf die wahrsagende Marfa misslingt. Der Bojar Schaklowity überbringt die Nachricht von einem angeblichen Strelitzenaufstand. Der Konflikt der Gruppen spitzt sich zu. Vor seinem eigenen Haus wird der Fürst Chowanski in aller Öffentlichkeit erschlagen. Auf dem Platz vor der Moskauer Basiliuskathedrale beobachtet das Volk die Deportation des Fürsten Golizyn. Am Schluss errichten die Altgläubigen einen gewaltigen Scheiterhaufen für ihre Selbstverbrennung, bei der auch der geistig verwirrte Andrej mit Marfa umkommt. Die Petrovzer haben einen Scheinsieg errungen.
Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins für die Städtischen Bühnen e.V. - Sektion Oper
Termine
Freitag 12.10.2012
Weitere Termine:
21.10.2012 | 26.10.2012 |
28.10.2012 | 02.11.2012
Mitwirkende
Musikalische Leitung
Lawrence Foster / Hartmut Keil
Regie
Christian Pade
Szenische Leitung der Wiederaufnahme
Orest Tichonov
Bühnenbild und Kostüme
Alexander Lintl
Licht
Olaf Winter
Dramaturgie
Norbert Abels
Chor und Extrachor
Matthias Köhler
Kinderchor
Felix Lemke
Fürst Iwan Chowanski
Askar Abdrazakov
Fürst Andrej Chowanski
John Daszak
Fürst Wassili Golizyn
Frank van Aken
Bojar Schaklowiti
Ilya Silchukov
Dosifej
Clive Bayley
Marfa
Daveda Karanas
Schreiber
Hans-Jürgen Lazar
Emma
Barbara Zechmeister
Warsonofjew, Vertrauter Golizyns
Gerhard Singer
Kuska
Michael McCown
Susanna
Britta Stallmeister
1. Schütze
Gerhard Singer
2. Schütze
Grigorij Kulba
Streschnew, ein junger Bojar
Pere Llompart
Chor, Extrachor und Kinderchor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester
