OTELLO
Wiederaufnahme

OTELLO
Giuseppe Verdi
1813 - 1901

Dramma lirico in vier Akten
Text von Arrigo Boito nach The tragedy of Othello, the Moor of Venice (1603) von William Shakespeare
Uraufführung am 5. Februar 1887, Teatro alla Scala, Mailand

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Dauer: ca. 2 3/4 Stunden inkl. einer Pause

Zum Werk

Verdis Alterswerk, entstanden nach einer gut zehnjährigen Stagnation des Opernschaffens, erfuhr mit Otello seinen unverglei ...
Verdis Alterswerk, entstanden nach einer gut zehnjährigen Stagnation des Opernschaffens, erfuhr mit Otello seinen unvergleichbaren Anfang. Neu war das bereits in der Sturmszene des Anfangs ertönende expressive Klangbild. Neu waren auch die bis an die Grenzen zur puren Gewalt gelangenden Tuttiausbrüche des Orchesters. Otello, der in der Seeschlacht siegreiche venezianische Statthalter, wird jubelnd auf Zypern begrüßt. Fähnrich Jago aber hasst den Mohren, der ihn zugunsten des jungen Cassio bei der Beförderung übergangen hat. Durch perfektes Intrigieren zersetzt er die Integrität seines Rivalen und schürt darüber hinaus Otellos Eifersucht, indem er ihm suggeriert, dass Cassio der Geliebte seiner Gattin Desdemona ist. Das Verhängnis nimmt seinen Lauf. Die Eifersuchtstragödie kulminiert schließlich in Otellos Mord an Desdemona und seinem eigenen Freitod. Bei Verdi und seinem kongenialen Librettisten Arrigo Boito werden die Züge des Widersachers ins Satanische ausgeweitet. Nie zuvor in der Geschichte des Musikdramas hat das genuin Böse sich einen solchen blasphemischen Ausdruck verschafft wie in der großen Credo-Arie des Jago: »Ich glaube an einen grausamen Gott, der mich geschaffen hat.« Auch Otellos Frau Desdemona, das Opfer, erfährt in der Oper als diametraler Gegensatz zum Bösen eine solche Erhöhung. Zerrissen steht der Titelheld zwischen diesen Extremen. Diese Oper »öffnet« sich nicht (im Wortsinne der üblichen Ouvertüre), sie bricht herein und stürmt drauflos. In den tosenden Wellen seiner eigenen grausamen Geschichte versucht Otello obenauf zu schwimmen. Es gelingt ihm nur für kurze Zeit. Das Stigma, das ihm mit der schwarzen Hautfarbe angeheftet ist, vermag er nur für eine gewisse Zeit zu tilgen. Desdemona, in ihrer bedingungslosen und unnachgiebigen Liebe kein zartes Pflänzchen, sondern eine Streiterin für Vergebung und Güte, ist ihm zur Seite und gleichzeitig gegenübergestellt. Für die Partie konnte Leah Crocetto, ein Jungstar der Musikwelt, gewonnen werden. Ihre Antithese ist Jago, getrieben vom Glauben »an einen grausamen Gott«. Sein Credo gehört zu den kraftvollsten Momenten in Verdis spätem Meisterwerk. Klug, und auf seine bösartige Weise ungeheuer einfühlsam, erkennt Jago, wie Otello wieder zurück auf einen Pfad der Traumatisierung und der Gewalt zu lenken ist. Der Seelensturm verschlingt sowohl Desdemona als auch »den Mohren von Venedig«.

Handlung

Otello, der in der Seeschlacht siegreiche venezianische Statthalter Zyperns, wird jubelnd auf Zypern begrüßt. Fähnrich Jago aber ...
Otello, der in der Seeschlacht siegreiche venezianische Statthalter Zyperns, wird jubelnd auf Zypern begrüßt. Fähnrich Jago aber hasst den Mohren, der ihn zugunsten des jungen Cassio bei der Beförderung übergangen hat. Durch perfektes Intrigieren entehrt er die Integrität seines Rivalen und schürt darüber hinaus Otellos Eifersucht, indem er ihm suggeriert, dass Cassio der Geliebte seiner Gattin Desdemona ist. Das Verhängnis nimmt seinen Lauf. Die Eifersuchtstragödie kulminiert schließlich in Otellos Mord an Desdemona und seinem eigenen Freitod.


Mit freundlicher Unterstützung der Sponsorenlogo UBS

Termine

Donnerstag 04.07.2013 19:30 Uhr

Weitere Termine

Opernhaus
Abonnement: Serie 17

Vorverkauf und Ticketpreise

Mitwirkende

Musikalische Leitung
Sebastian Weigle
Regie
Johannes Erath
Szenische Leitung der Wiederaufnahme
Orest Tichonov
Bühnenbild
Dirk Becker
Kostüme
Silke Willrett
Licht
Joachim Klein
Dramaturgie
Norbert Abels
Chor
Matthias Köhler
Kinderchor
Felix Lemke

Otello
Frank van Aken
Jago
Marco di Felice
Desdemona
Cristina-Antoaneta Pasaroiu
Emilia
Jenny Carlstedt
Cassio
Beau Gibson
Rodrigo
Simon Bode
Lodovico
Bálint Szabó
Montano
Franz Mayer
Herold
Iurii Samoilov *

Chor und Kinderchor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester



* Mitglied des Opernstudios

Video

ZUR VIDEOSEITE
 
Copyright © 2013 Oper Frankfurt