DAPHNE
Wiederaufnahme

DAPHNE
Richard Strauss
1864 - 1949

Bukolische Tragödie in einem Aufzug
Text von Joseph Gregor
Uraufführung am 15. Oktober 1938, Opernhaus Dresden

In deutscher Sprache mit Übertiteln
Dauer: ca. 1 3/4 Stunde ohne Pause



zum Werk

Als »spröde Jungfrau« gilt die Nymphe Daphne in der Literaturgeschichte; so frigide, dass für sie die Verwandlung in einen Baum m ...
Als »spröde Jungfrau« gilt die Nymphe Daphne in der Literaturgeschichte; so frigide, dass für sie die Verwandlung in einen Baum menschlicher Nähe vorzuziehen ist.

    Claus Guths Inszenierung, die 2010 mit dem Theaterpreis »Der Faust« prämiert wurde, fragt nach den Ursachen für diese drastische Entwicklung. Wie ergeht es einem jungen Mädchen, dessen körperliche und seelische Grenzen nicht geachtet werden, dem von Fremden, Freunden und sogar den eigenen Eltern nachgestellt wird? Wie lange wirken diese Traumatisierungen nach?
    Meisterhaft und scharf kontrastierend stellt Richard Strauss die private, naturverbundene, innere Welt der Daphne musikalisch der dionysischen, sinnlichen und gewalttätigen Zivilisation gegenüber. Doch es bleiben nicht nur Verletzung und Konflikt: In den Zauberklängen der abschließenden Metamorphose Daphnes deutet sich Hoffnung an. Zeigt sich hier ein spät gefundener Umgang mit dem Trauma?

Handlung

Sonnenuntergang am Tag des "Weinfestes". Daphne steht allein fernab des Treibens und empfindet die Klänge der Natur als mystisch: ...
Sonnenuntergang am Tag des "Weinfestes". Daphne steht allein fernab des Treibens und empfindet die Klänge der Natur als mystisch: das Murmeln des Frühlings, das Blühen der schützenden Bäume beeindruckt sie zutiefst: "meine Brüder". Ihr Jugendfreund Leukippos unterbricht ihre innere Einkehr. Er möchte Daphne für sich gewinnen und sie lieben, Daphne jedoch weist ihn zurück. Diener bringen ihr für das Fest ein Kleid und Schmuck – auch diese weist sie zurück; sie empfindet das jährlich stattfindende dem Gott Dionysos gewidmete Fest unheimlich und fremd. Auf Geheiß ihrer Mutter Gaea hin betritt sie dennoch den Festsaal. Verkleidet erscheint Apollo, der sich zu Daphne unheimlich hingezogen fühlt. Sie empfindet eine vage Erfüllung ihrer Sehnsüchte und hört sich, zutiefst berührt, seine Liebesbekundungen an. Aber als er sie in seine Arme nimmt, sie küsst und sie seine Schwester nennt, verspürt sie Angst. Das Fest beginnt; die verkleideten Männer werden von Peneios angeführt. Leukippos, der sich auf seines Dieners Empfehlung hin als Mädchen verkleidet hat, nutzt die Gelegenheit, um Daphne näher zu kommen. Apollo tritt wütend in Erscheinung und behauptet, dass das Fest entweiht worden sei und die Götter entehrt durch diesen schmählichen Scherz. Donner ertönt. Alle fliehen. Apollo erteilt dem jungen Rivalen, der seine weibliche Kleidung abgelegt hat, eine Lektion. Daphne erkennt, dass sie gleich zweimal betrogen wurde und verlangt die Wahrheit zu erfahren. Der Sonnengott eröffnet ihr seine wahre Identität und bittet Daphne, mit ihm zu kommen. Sie lehnt ab. Als Leukippos ihn einen Lügner nennt, erhebt der erboste Gott seine Waffe und tötet Leukippos. Daphne wirft sich bestürzt auf den toten Körper des alten Freundes; Apollo bittet die Götter um Verzeihung und fragt, ob er Daphne zurückbekommen könnte, wenn auch nicht in menschlicher Form. Vielmehr soll sie in einen Lorbeerbaum verwandelt werden. Daphne, die zu fliehen versucht, steht plötzlich starr dar, als sei sie verzaubert. In den schimmernden Mondstrahlen beginnt ihre Verwandlung.
Termine

Sonntag 09.03.2014 19:30 Uhr

Weitere Termine

Opernhaus
Abonnement: Serie 10

Vorverkauf und Ticketpreise

Mitwirkende

Musikalische Leitung
Stefan Blunier
Regie
Claus Guth
Szenische Leitung der Wiederaufnahme
Tobias Heyder
Bühnenbild und Kostüme
Christian Schmidt
Licht
Olaf Winter
Dramaturgie
Norbert Abels
Chor
Matthias Köhler

Daphne
Maria Bengtsson
Leukippos
Daniel Behle
Gaea
Tanja Ariane Baumgartner
Apollo
Peter Marsh
Peneios
Magnús Baldvinsson
1. Schäfer
Dietrich Volle
2. Schäfer
Michael Porter *
3. Schäfer
Iurii Samoilov *
4. Schäfer
Björn Bürger
1. Magd
Anna Ryberg
2. Magd
Nina Tarandek
Die alte Daphne
Corinna Schnabel

Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester



* Mitglied des Opernstudios

 
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