DIE AUSFLÜGE DES HERRN BROUCEK
Wiederaufnahme

DIE AUSFLÜGE DES HERRN BROUCEK
Leos Janacek
1854 - 1928
Oper in zwei Teilen
Text vom Komponisten nach Svatopluk Cech
Uraufführung am 23. April 1920, Nationaltheater Prag

In tschechischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Dauer: ca. 2 3/4 Stunden mit einer Pause
Zum letzten Mal!



zum Werk

Am liebsten sitzt er in seiner Prager Stammkneipe »Vikarka«, trinkt mindestens 14 Gläser Bier und isst Knackwurst. Doch als sich ...
Am liebsten sitzt er in seiner Prager Stammkneipe »Vikarka«, trinkt mindestens 14 Gläser Bier und isst Knackwurst. Doch als sich der Hausbesitzer Matej Broucek schließlich auf den Heimweg macht, sieht die Welt plötzlich ganz anders aus. Rausch, Fantasie und Alltagsfrust vermischen sich zu einem seltsamen Traum und Herr Broucˇek landet plötzlich auf dem Mond. Er muss sich mit dem Mondvolk, mit verrückten Pseudokünstlern herumschlagen, die sich allein von ihrer luftigen Liebe zur Kunst und merkwürdigen Blütendüften ernähren. Er hat aber Glück und kann schnell wieder fliehen, die Reise geht für ihn glimpflich aus. Im zweiten Teil kommt es jedoch viel schlimmer. Er stürzt in die dunklen Katakomben der böhmischen Geschichte und landet im 15. Jahrhundert, wo er mit blutrünstigen Hussiten für die tschechische Unabhängigkeit kämpfen soll, was nicht seine Sache ist.
    In seiner vierten Oper erreichte Janácek eine reifere Form im Umgang mit Sprachmelodien: Die Ausflüge bilden dadurch eine Brücke zu seinem Spätwerk. Aus kurzen musikalischen Motiven baut er den kleinen Kosmos seines Anti-Helden auf: Komische und groteske Handlungselemente mischen sich mit tragischen und pathetischen Tönen.


Handlung

Vor einem Wirtshaus auf der Prager Burg träumt der betrunkene Herr Broucek. Er ist ein kleinbürgerlicher Hausbesitzer, der sich tä ...
Vor einem Wirtshaus auf der Prager Burg träumt der betrunkene Herr Broucek. Er ist ein kleinbürgerlicher Hausbesitzer, der sich täglich in seinem Stammwirtshaus einen Rausch antrinkt. Zuerst reist er auf den Mond, wo - nach seiner Vorstellungen - die Menschen keine Probleme mit ihren Mietern, der klatschsüchtigen Presse oder der Politik haben. Beim zweiten Mal gerät er ins Jahr 1420, mitten in die Hussitenkriege, in denen seine Feigheit mit dem Heldentum der Hussiten kontrastiert.
    Broucek ist selbst Gegenstand der Satire, ein kleiner Kapitalist im Bierdunst am Stammtisch, deshalb wird er auf den Mond geschickt. Er bringt dort mit seinen ganz „normalen“ Lebensbedürfnissen die Mondgesellschaft durcheinander. Die Mondleute mit ihren feinen Nerven und absonderlichen Lebensweisen haben für Würste beispielsweise überhaupt nichts übrig. Brouèek ist kein Vegetarier, er flieht.
    Der zweite Teil ist durch nationalistische Komponenten geprägt: Der arme Broucek, der für die politischen Turbulenzen gar kein Verständnis hat, versucht sich durchzuschwindeln, wird aber entdeckt und zum Tode verurteilt: Er hat eben Alpträume, wenn er besoffen ist...
Termine

Samstag 05.07.2014 18:00 Uhr

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Oper Frankfurt

Vorverkauf und Ticketpreise

Mitwirkende

Musikalische Leitung
Johannes Debus
Regie
Axel Weidauer
Szenische Leitung der Wiederaufnahme
Dorothea Kirschbaum
Bühnenbild
Moritz Nitsche
Kostüme
Berit Mohr
Licht
Joachim Klein
Dramaturgie
Zsolt Horpácsy
Chor
Tilman Michael

Broucek
Arnold Bezuyen
Mazal / Blankytny / Petrik
Aleš Briscein
Málinka / Etherea / Kunka
Juanita Lascarro
Sakritán / Lunobor / Domsik
Simon Bailey
Würfl / Caroskvouci / Schöffe
Andreas Bauer
Piccolo / Wunderkind / Scholar
Anna Ryberg
Komponist / Harfoboj / Miroslav
Peter Marsh
Maler / Duhoslav / Vojta
Michael McCown
Dichter / Oblacny / Vacek
Björn Bürger
Kedruta
Katharina Magiera
Svatopluk Cech
Beau Gibson

Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester


 
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