Spielplan

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Arabella

Richard Strauss 1864-1949

Lyrische Komödie in drei Aufzügen
Text von Hugo von Hofmannsthal
Uraufführung am 1. Juli 1933, Königliches Opernhaus, Dresden

Mit Übertiteln
Kooperation mit der Göteborgs Operan             

Einführung eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn vor jeder Vorstellung im Holzfoyer

Graf Waldner, Rittmeister Alfred Reiter
Adelaide, seine Frau Barbara Zechmeister
Arabella, seine Tochter Maria Bengtsson
Zdenka, seine Tochter Brenda Rae
Mandryka James Rutherford
Matteo, Jägeroffizier Peter Marsh
Graf Elemer Ingyu Hwang*
Graf Dominik Dietrich Volle
Graf Lamoral Thomas Faulkner
Die Fiakermilli Nora Friedrichs
Eine Kartenaufschlägerin Alison King*
Welko, Leibhusar des Mandryka Thesele Kemane*
Ein Zimmerkellner Mikołaj Trąbka*

Arabella war die letzte Oper, die Richard Strauss gemeinsam mit Hugo von Hofmannsthal schuf und die auf Hofmannsthals Erzählung Lucidor basiert: Die Protagonisten sind eine verarmte Adelsfamilie und deren Töchter im heiratsfähigen Alter, Arabella und Zdenka, zwei ungleiche Schwestern, im Wien des 19. Jahrhunderts. Ihr Vater, der Graf, ist ein leidenschaftlicher Spieler, der durch seine Sucht die ganze Familie in den finanziellen Ruin gestürzt hat. An der Seite der Damen, von denen eine beschließt, als junger Mann durch das Leben zu schreiten, tauchen der reiche Gutsbesitzer Mandryka und der junge Offizier Matteo auf. Nach allerlei amourösen Verwicklungen kommt das Drama zu einem glücklichen Ende. Ein reger Briefwechsel belegt, wie intensiv Strauss und Hofmannsthal daran arbeiteten, mit Arabella an den gemeinsamen Erfolg des Rosenkavalier anzuknüpfen. »Die Figuren der neuen Musikkomödie tanzen mir fast zudringlich vor der Nase herum«, schreibt der Dichter 1927. Leider erlebte Hofmannsthal nicht mehr, wie das Werk die Bühnen eroberte: Er starb kurz nach der Überarbeitung des Textbuchs. Auch der Dank des Komponisten erreichte ihn nicht mehr.

(…) Mit Stefan Soltesz stand ein im Umgang mit großformatiger musikalischer Materie reichlich erfahrener Dirigent am Pult des Opern- und Museumsorchesters, der das Ensemble zu kraftvollem Einsatz animierte. Unter den Solisten ragte Maria Bengtsson in der Titelrolle, aber auch der kernige James Rutherford in der Rolle des Landmannes Mandryka heraus. (…) So konnte man sich ungestört dieser klaren, lichtdurchfluteten Inszenierung hingeben, die einmal mehr die Regiekunst Christof Loys verdeutlicht. Unter den zahlreichen Strauss-Inszenierungen der vergangenen Jahre im Frankfurter Opernhaus ist diese Arabella gewiss eine der nachdrücklichsten und faszinierendsten.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse


(…) Am Pult des hervorragend disponierten und klangschön aufspielenden  Frankfurter Opern- und Museumsorchesters waltete Stefan Soltesz. Der erfahrene Strauss-Dirigent bettete  seine Sänger in filigrane Klangpassagen, malte die orchestralen Farben vom ersten bis zum letzten Takt mit kräftigen Pinselstrichen und kostete die wunderbare Partitur  in intensiver Transparenz und sprühender Spielfreude voll aus. Schon das Vorspiel offenbarte die Absicht, dem Werk eine kammermusikalische Lesart zu dotieren, was allerdings kein instrumentales Understatement zu Folge hatte, ganz im Gegenteil: der lichte Orchesterklang blieb stets körperhaft und von akribischer Differenzierung.
Glanzvoller Mittelpunkt der Gesangsolisten war unweigerlich Maria Bengtsson als glaubwürdige ausdrucksstarke Arabella. Höhensicher und souverän gestaltete die Debütantin die Partie mit mädchenhafter Attitüde, aristokratisch im Erscheinungsbild, in dezenter Gestik prägte sie ihre Auftritte und verschmolz in wunderbarer Gesangslinie zu überzeugendem Profil der Figur. In bester Diktion führte Bengtsson ihren geschmeidigen Sopran durch alle Register, erwies sich als ideale Strauss-Interpretin mit schlanker Mittellage und herrlichen Piani. Dank ihres warmen farbenreichen Timbres, der fein-nuancierten Zwischentöne avancierte die Sängerin nicht nur vokal auch optisch zur bezaubernd- subtilen Arabella-Identifikation.
Auch Brenda Rae gab als Zdenka ihr umjubeltes Debüt. Bezaubernde jungmädchenhafte Züge verlieh sie der Figur, köstlich im maskulinen Bemühen des Zdenko. Intonationssicher brachte die Sängerin ihren herrlich timbrierten Sopran zum Leuchten, Klingen, in transparente Sphären aufschwingend.  Zur elitären Vokalqualität verstand es Rae eindrucksvoll, in vorbildlicher Textgestaltung der Partie eine besondere Prädikation zu schenken.
Dem urigen Potenzial des Landadels aus den slawonischen Wäldern blieb James Rutherford in köstlich ungelenk-schüchterner Naivität, der Wandlung zum feinfühligen charakterstarken Ehegatten nichts schuldig. Klang sein Bassbariton zu Beginn tonal noch etwas ungelenk, steigerte sich der vielseitige Sänger in beachtliches musikalisches Charakterisieren der Partie. Sein mächtiges dunkles Potenzial gewann allmählich an Farbfülle, weich-melodischen  frei strömenden Aufschwüngen.
(…)
Prasselnder zehnminütiger Applaus und Bravochöre für Bengtsson, Rae, Rutherford und Soltesz ließen die Wände erzittern.
Fazit: eine in jeder Phase anspruchsvolle, beglückende  und empfehlenswerte Produktion, deren Folgeaufführungen (…) man sich nicht entgehen lassen sollte.

Gerhard Hoffmann, www.der-neue-merker.eu

Ihre Auswahl

Wiederaufnahme
Samstag
06. Mai 2017
Beginn
19.00 Uhr
Dauer

ca. 3 3/4 Stunden inkl. zweier Pausen
Ort
Opernhaus
Abonnement
Serie 20
Preise
A

Besetzung

Musikalische Leitung
Stefan Soltesz
Regie
Christof Loy
Szenische Leitung der Wiederaufnahme
Hans Walter Richter
Bühnenbild und Kostüme
Herbert Murauer
Lichtkonzept
Reinhard Traub
Choreografische Mitarbeit
Thomas Wilhelm
Chor
Tilman Michael
Graf Waldner, Rittmeister
Alfred Reiter
Adelaide, seine Frau
Barbara Zechmeister
Arabella, seine Tochter
Maria Bengtsson
Zdenka, seine Tochter
Brenda Rae
Mandryka
James Rutherford
Matteo, Jägeroffizier
Peter Marsh
Graf Elemer
Ingyu Hwang
Graf Dominik
Dietrich Volle
Graf Lamoral
Thomas Faulkner
Die Fiakermilli
Nora Friedrichs
Eine Kartenaufschlägerin
Alison King *
Welko, Leibhusar des Mandryka
Thesele Kemane *
Ein Zimmerkellner
Mikołaj Trąbka *

Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester

* Mitglied des Opernstudios