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Das Rheingold

Richard Wagner 1813-1883

Uraufführung am 22. September 1869, Königliches Hof- und Nationaltheater, München. Erste Aufführung als Teil des Ring des Nibelungen am 13. August 1876, Festspielhaus, Bayreuth
Mit Übertiteln

Einführung vor jeder Vorstellung eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer            

Es beginnt mit dem Anfang von allem. Aus dem Urgrund des tiefen Es im Orchester erwächst nach und nach ein Dreiklang, allmählich und fast unmerklich ergeben sich rhythmische Strukturen, klanglich zunehmend angereichert: Das organische Werden der Natur schwillt an zu einem großen Crescendo, greift immer weiter aus – bis es schlagartig in die bevölkerten Tiefen des Rheins mündet. Aber ist es wirklich der Anfang? Vieles ist in der hier geschilderten Welt geschehen, bevor überhaupt die ersten singenden Figuren auftreten. Im Rheingold, im ganzen Ring überlagern sich die Zeitschichten, öffnen sich je nach Sichtweise der redenden Figuren widersprüchliche Blickwinkel. Die Mehrdeutigkeit der Ereignisse, die Ambivalenz allen Handelns erweist sich immer wieder aufs Neue. Keinem Einzelnen gehört die ganze Wahrheit. So wie Wotan, der die Welt gestalten, sie nach seinen Vorstellungen einrichten will. Er entwirft eine Ordnung für das, was zuvor ordnungsloses Chaos war. Seine Gesetze erst stellen dauerhafte Beziehungen her zwischen den Bewohnern der Welt. Was vorher wilde Vegetation war, wird zur Zivilisation; erst dank Wotans Errungenschaft ergeben sich Verflechtungen, geschäftliche Verbindlichkeit, persönliche Verlässlichkeit. Doch im Bestreben, diese neue Ordnung und mit ihr seine Macht zu festigen, verfällt Wotan einem Irrtum: Er – der für die Erkenntnis ein Auge hingab – übersieht, dass Gesetze, sollen sie Allgemeingültigkeit beanspruchen, für alle gelten müssen – und dass der Gesetzgeber sich nicht außerhalb seiner selbst geschaffenen Ordnung stellen kann. Dieser Irrtum hat sich ereignet, als Wotan mit den Riesen einen Vertrag zum Bau einer Burg schließt, seinen Teil der Verpflichtung aber nie zu erfüllen beabsichtigt. Alles, was danach geschieht, steht unter der Prämisse, diesen Betrug wieder aus der Welt zu bringen. Aber er ist ihr als Webfehler eingeschrieben: Macht und Liebe streben auseinander. Noch ehe die eigentliche Handlung des Bühnenfestspiels beginnt, weiß Loge, wohin es führt: »Ihrem Ende eilen sie zu, die so stark im Bestehen sich wähnen.«


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Donnerstag
05. Mai 2016
Beginn
19.30 Uhr
Dauer
ca. 2 1/2 Stunden ohne Pause
Ort
Opernhaus
Preise
S

Besetzung

Musikalische Leitung
Sebastian Weigle
Regie
Vera Nemirova
Szenische Leitung der Wiederaufnahme
Orest Tichonov
Bühnenbild
Jens Kilian
Kostüme
Ingeborg Bernerth
Licht
Olaf Winter
Dramaturgie
Malte Krasting
Video
Bibi Abel
Wotan
James Rutherford
Donner
Vuyani Mlinde
Froh
Beau Gibson
Loge
Kurt Streit
Alberich
Jochen Schmeckenbecher
Mime
Hans-Jürgen Lazar
Fasolt
Alfred Reiter
Fafner
Per Bach Nissen
Fricka
Claudia Mahnke
Freia
Lise Davidsen
Erda
Bernadett Fodor
Woglinde
Jessica Strong
Wellgunde
Jenny Carlstedt
Flosshilde
Katharina Magiera

Frankfurter Opern- und Museumsorchester