Spielplan

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Vanessa

Samuel Barber 1910-1981

Oper in drei Akten
Text von Gian Carlo Menotti
Uraufführung der zweiten Fassung am 13. März 1965,
Metropolitan Opera, New York

Premiere am 2. September 2012

In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Einführung vor jeder Vorstellung eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer.

Eine Übernahme der Malmö Opera (Premiere 14. März 2009)

Musikalische Leitung Rasmus Baumann
Vanessa Jessica Strong
Erika Jenny Carlstedt
Alte Baronin Barbara Zechmeister
Anatol Toby Spence
Der alte Doktor Dietrich Volle
Nicholas Mikołaj Trąbka*

*Mitglied des Opernstudios

Samuel Barber gelang mit Vanessa sein einziger großer Opernerfolg; doch erst nachdem sein langjähriger Partner, der Komponist und Librettist Gian Carlo Menotti, sein Mitwirken anbot. »Endlich eine amerikanische Grand opéra!«, jubelte der Dirigent der Uraufführung an der Metropolitan Opera in New York. Samuel Barber hatte seinen Stil gefunden, arbeitete mit vereinzelten Dissonanzen, blieb aber mehrheitlich eher tonal und lyrisch. Eloquentes Schweigen und selbstgewählte Blindheit beherrschen die Geschichte zweier Frauen – ein Haus in jahrelanger Erstarrung, draußen ewiger Winter. Seit über 20 Jahren wartet Vanessa, zurückgezogen und von der Welt abgeschottet, auf die Rückkehr ihres Geliebten Anatol. Alle Spiegel und Gemälde im Haus sind verhüllt, seit Jahren empfangen Vanessa, ihre Nichte Erika sowie deren Großmutter, die Baronin, keine Gäste, bis eines Tages Anatol seinen Besuch ankündigt. In heller Aufregung bereitet man sich auf die Ankunft des Gastes vor, der aber nicht erscheint. Dass stattdessen sein gleichnamiger Sohn auftaucht, bemerkt Vanessa zu spät und verliebt sich in das jüngere Ebenbild des verstorbenen Anatol. Dieser wiederum verliebt sich in Erika und macht ihr einen Heiratsantrag, der allerdings auf Ablehnung stößt. Während Vanessa an ihrer Liebe festhält und Anatol heiratet, versucht die schwangere Erika sich zu töten. Das Paar entflieht der Abgeschiedenheit. Erika bleibt zurück und verhängt, wie zuvor Vanessa, in ihrer Trauer alle Spiegel und Gemälde.

(…) Die unvermeidliche Dreiecksgeschichte, die sich (…) kammerspielartig ergibt, ist unwahrscheinlich, entwickelt punktuell aber doch einen bewegenden Tiefgang und ist mit feinem Humor gewürzt. Katharina Thomas Inszenierung ist auf der linken Bühnenhälfte naturalistisch und unverkopft. Sie lohnt den Besuch. Die Musik ist hörenswert schön und vom Museumsorchester und dem Dirigenten Rasmus Baumann ohne Kitsch dargeboten, die Sänger können ihren Stimmen den Gefallen tun, sich von ihrer besten Seite zu zeigen, und die Regie besorgt ein anregendes Kammerspiel, ohne der Handlung störende Zusatzhirngespinste aufzupfropfen. (…)

Markus Kuhn, Frankfurter Neue Presse