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Billy Budd

Benjamin Britten 1913-1976

Oper in zwei Akten
Text von Edward Morgan Forster und Eric John Crozier, nach der Erzählung Billy Budd Foretopman (1891) von Herman Melville
Uraufführung der zweiten Fassung am 9. Januar 1964, Covent Garden, London

Premiere vom 18. November 2007

In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer

Musikalische Leitung Erik Nielsen
Edward Fairfax Vere Michael McCown
Billy Budd Björn Bürger
John Claggart Thomas Faulkner
Mr. Redburn Simon Bailey
Mr. Flint Magnús Baldvinsson
Lieutenant Ratcliffe Brandon Cedel
Red Whiskers Hans-Jürgen Lazar
Donald Mikołaj Trąbka*
Dansker Alfred Reiter
Novice Michael Porter
Squeak Theo Lebow
Bosun Barnaby Rea
First Mate / A voice Dietrich Volle
Second Mate Thesele Kemane*
Maintop Peter Marsh
Novice's friend Nicolai Klawa
Arthur Jones JinSoo Lee*

*Mitglied des Opernstudios

Richard Jones’ zehn Jahre alte Inszenierung von Billy Budd, einer Oper von Benjamin Britten, kehrt auf die Frankfurter Bühne zurück. Ein Muss für Opernfreunde – in überragender Besetzung.
(…)
Jones’ zeitlose Inszenierung (…) orientiert sich, wie Brittens Musik, an der Tragödie des Menschen (und Menschlichen). Wie hoffnungsvoll stimmt der Moment, als Budd (überragend gesungen und gespielt von Björn Bürger) dem Kapitän Vere (mit feinsinnigem, Nachdenklichkeit verratenden Tenor: Michael McCown) entgegentritt, um in loyalster Weise über seine vermeintlich glänzende Zukunft zu reden.
Wie ernüchternd, als er vom Kapitän mit Vorwürfen des Verrats konfrontiert wird und den Schiffswachtmeister Claggart (finsterer, verschlagener als Thomas Faulkner kann man ihn kaum singen) niederschlägt, weil dem Stotterer die Sprache zur Verteidigung versagt. Wie beklemmend (und berührend), wenn Budd in einem engen Spind auf seine Hinrichtung wartet. Der redliche alte Seemann Dansker (Alfred Reiter), der Budd vergeblich vor Claggarts Intrigen gewarnt hatte, reicht ihm mitleidig Kaffee und Zwieback. Auch musikalisch bleiben keine Wünsche offen. Die Ruhe vor dem Sturm? Oder doch Aussicht auf eine bessere Welt? Man muss das Stück in dieser Inszenierung gesehen haben!

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse


(…) Am Pult steht mit Erik Nielsen schließlich ebenfalls ein Eigengewächs: Der gegenwärtige Musikdirektor des Theaters Basel war zehn Jahre an der Oper Frankfurt engagiert, zuletzt als Kapellmeister. Er kennt seine Musiker und formt mit dem Orchester einen gut abgeschichteten, atmosphärisch dichten Klang.
So präsentiert das Opernhaus am Main ein Glanzstück aus der Frühphase der Ära Loebe in unverbrauchter Frische mit einer runderneuerten Besetzung, die auf klangvolle Gästenamen souverän verzichten und ganz auf die Stärken eines leistungsstarken Ensembles setzen kann. (…)

Michael Demel, www.deropernfreund.de

»Eine der schönsten Geschichten der Welt!«, so Thomas Mann über Herman Melvilles Billy Budd. Benjamin Brittens Vertonung der Erzählung, die keine einzige weibliche Rolle aufweist, erfuhr in der Inszenierung von Richard Jones an der Frankfurter Oper »mit seiner feinen Psychologie« (FAZ) eine herausragende Resonanz. Billy, der Held der auf einem navigierenden und niemals ankernden Kriegsschiff spielenden Handlung, ist ein junger, blendend aussehender und äußerst zuverlässiger junger Vortopmann. In seiner Unschuld bemerkt er nicht, dass ihm der intrigante Waffenmeister Claggart, eine Verkörperung des Bösen, seine Beliebtheit bei der Mannschaft neidet. Dieser bezichtigt ihn bei Captain Vere, dem väterlichen Beschützer Billys, der angezettelten Meuterei. Bei der Konfrontation der beiden schlägt Billy ihn ohne vorgefassten Entschluss reflexartig nieder. Dem für militärische Ordnung und Gehorsam verantwortlichen Captain bleibt keine Wahl. Ein tragischer Ausgang ist unausweichlich.