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La Cenerentola

Gioacchino Rossini 1792-1868

Dramma giocoso in zwei Akten
Text von Jacopo Ferretti
Uraufführung am 25. Januar 1817, Teatro della Valle, Rom

Premiere am 20. Juni 2004

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Beginn der Vorstellung im Holzfoyer

Musikalische Leitung Vlad Iftinca
Angelina Julia Dawson (10.3., 17.3., 25.03.) / Nina Tarandek (7.4., 14.4.)
Clorinda Louise Alder
Tisbe Maria Pantiukhova
Don Ramiro Martin Mitterrutzner
Don Magnifico Mikheil Kiria
Dandini Iurii Samoilov (10.3., 17.3., 25.03.) / Björn Bürger (7.4., 14.4.)
Alidoro Thomas Faulkner

(…) Es sind an der Oper Frankfurt drei vergnügliche Stunden zu erleben dank einer kurzweiligen Inszenierung, welche mit hohem Tempo und viel Witz ein Buffa-Feuerwerk abbrennt. Umgesetzt wird das von einem jungen und frischen Ensemble, dem man mit großer Freude zusieht und mit einigem Staunen über die dargebotene vokale Akrobatik lauscht. (…)

Michael Demel, www.deropernfreund.de


(…) Julia Dawson ist in der Rolle der Angelina (…) in kürzester Zeit stimmlich und sängerisch in ihrem Element und darf all die glücklichen Zufälle erwarten, die sie auf den Thron des Fürstentums führen werden. Während die beiden reichlich tumben Schwestern die Schulden ihres Vaters alleine zahlen dürfen, gebührt Cenerentola die Krone des Lebens.
[Regisseur Keith] Warner zeichnet die berühmte Geschichte mit spritzigen, teils ulkigen Farben. Es vergeht nicht viel Zeit, und das Publikum ist ähnlich gut aufgelegt wie die Darsteller auf der Bühne – allen voran Mikheil Kiria in der Rolle des Vaters Don Magnifico, der ein ums andere Mal augenzwinkernd die Szenerie durchmisst. (…)
(…) Kraftvoll wirkte der Herrenchor im Hintergrund, und auch das Hammerklavier brachte mit Felice Venanzoni Atmosphäre und Stil in die Rezitative. Den Rumänen Vlad Iftinca am Pult kannte manch einer aus Lucia di Lammermoor vor gut zwei Jahren – er konnte auch diesmal wieder die reichlichen Qualitäten des Opern- und Museumsorchesters zur Blüte führen.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Ob sie nun Cinderella, Cendrillon oder eben Cenerentola heißt – was ein »Aschenputtel« ist, weiß jeder: ein Mädchen, das von seiner Familie benachteiligt, drangsaliert und zur Dienerin gemacht wird, dem keine Teilhabe am Wohlstand und an der Wärme des Zuhauses vergönnt ist. Äußerlich vernachlässigt bewahrt sich Cenerentola dennoch ihre Würde, ihre innere Schönheit und wird am Ende vom Königssohn als Braut auserkoren. Oder wählt sie etwa ihn? Während in den Märchenversionen der Brüder Grimm und von Charles Perrault ein kleiner Schuh den Prinzen seine verloren geglaubte Ballkönigin wiederfinden lässt, erzählt Rossinis heiter verspielte Oper die Geschichte etwas anders. Angelina, wie Cenerentola hier heißt, hat ihr Herz längst an den vermeintlichen Kammerdiener des Prinzen verschenkt, ohne zu ahnen, um wen es sich in Wahrheit handelt. Ein goldener Armreif (und die Hilfe des klugen Strippenziehers Alidoro) führt das richtige Paar am Ende zusammen und lässt die zänkischen Schwestern dumm aus ihrer feinen Wäsche schauen. Voller sprudelnder Koloraturen und temporeichem Parlando, mit scharfsinnigem Witz und rührender Aufrichtigkeit zählt La Cenerentola, die Rossini nur ein Jahr nach seinem Barbier komponierte, mit ihrer genialen Balance zwischen Komik und Sentiment zu den Meisterwerken. In Keith Warners tiefsinniger Inszenierung träumt sich Angelina – deren Partie zu einer der schönsten für Koloraturmezzosopran gehört – fort in eine fantastisch verspielte Welt, in der alles ein bisschen Kopf steht. Gleich einer Schwester von Alice begegnet sie in diesem Wunderland ihrer verschrobenen Umgebung, erliegt Täuschungen, vollzieht Verwandlungen und findet schließlich ihr Glück.